Diadochit kristallisiert im triklinen Kristallsystem, findet sich jedoch überwiegend in knollenförmigen, massigen Mineral-Aggregaten oder krustigen Überzügen. Selten entwickelt er auch mikroskopisch kleine, sechsseitige, flache Kriställchen[7] von hellgelber bis gelbbrauner, rötlichbrauner oder gelbgrüner Farbe.
Da der Diadochit bereits lange vor der 1958 gegründeten International Mineralogical Association (IMA) bekannt und als eigenständige Mineralart anerkannt war, wurde dies von ihrer Commission on New Minerals, Nomenclature and Classification (CNMNC) übernommen und der Diadochit als sogenanntes „grandfathered“ (G) Mineral bezeichnet.[2] Die seit 2021 ebenfalls von der IMA/CNMNC anerkannte Kurzbezeichnung (auch Mineral-Symbol) von Diadochit lautet „Ddc“.[1]
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen und zuletzt 1997 veröffentlichten Systematik der Minerale nach Dana hat Diadochit die System- und Mineralnummer 43.05.02.01. Das entspricht ebenfalls der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Zusammengesetzte Phosphate, Arsenate und Vanadate“. Hier findet er sich als einziges Mitglied in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 43.05.02.[5]
Eine wasserfeste, feinkristalline Substanz mit ähnlicher Zusammensetzung (~20% P2O5, ~27% SO4) wird teils als Destinezit bezeichnet, teils als kristalline Varietät des Diadochits betrachtet. Mit hellbeigen bis graubraunen Krusten überzieht sie den Fels auch an trockenen, luftigen Stellen. Als Typlokalität gelten die Saalfelder Feengrotten (Thüringen).
Gelbliche, kugelige Aggregate von Diadochit auf Matrix aus Hagendorf Süd, Hagendorf (Waidhaus), BayernDiadochit-Stalaktiten von bis zu 40 cm Länge in der Tropfsteingrotte des Besucherbergwerkes Alaunwerk Mühlwand
Diadochit bildet sich als Sekundärmineral bei der zum Teil mikrobakteriell induzierten Oxidation von Eisendisulfid (Markasit, Pyrit) und Phosphorit zu Schwefel- und Phosphorsäure, welche anschließend Eisen und andere Metalle aus den umgebenden Gesteinen lösen (Verdrängung schwacher Säuren durch starke). In ehemaligen Alaunschiefer-Bergwerken tritt er oft massenhaft auf und bildet hier zum Teil farbenprächtige Tropfsteine, Sintergebilde und Überzüge. Begleitminerale sind unter anderem Delvauxit, Pitticit, Vashegyit, Vivianit, Wavellit und anderen Phosphatmineralen.
J. F. August Breithaupt:Bestimmung neuer Mineralien. In: Journal für Praktische Chemie. Band10, 1837, S.503–505, 2. Diadochit (Digitalisat bei rruff.info (Memento vom 17. April 2024 im Internet Archive) [PDF; 770kB]).
Petr Korbel, Milan Novák:Mineralien-Enzyklopädie (=Dörfler Natur). Edition Dörfler im Nebel-Verlag, Eggolsheim 2002, ISBN 978-3-89555-076-8, S.181.
Bernd Ullrich, Kay-Uwe Hantsch, Klaus Müller, Heiner Siedel:Sekundärmineralbildungen des Alaunschieferbergwerkes „Morassina“ bei Schmiedefeld am Rennweg (Saalfelder Höhe) im Thüringischen Schiefergebirge. In: Beiträge zur Geologie von Thüringen. 2005, S.41–69 (tu-dresden.de (Memento vom 4. Januar 2016 im Internet Archive) [PDF; 3,3MB]).
Diadochite search results.In:rruff.net.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 21.August 2026(englisch).
123456Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.495 (englisch).
123Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
12Richard V. Gaines, H. Catherine W. Skinner, Eugene E. Foord, Brian Mason, Abraham Rosenzweig:Dana’s New Mineralogy. 8. Auflage. John Wiley & Sons, New York u. a. 1997, ISBN 0-471-19310-0, S.966.
12345
Diadochite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 65kB; abgerufen am 21.August 2026]).
1234Diadochite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 21.August 2026(englisch).
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Typlokalität für Diadochit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 21. August 2026.