Den Großteil der Insel bildet eine ca. 300–500m hohe Ebene, die hauptsächlich aus Permafrostboden besteht. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt dort −16°C. Lediglich an der Nordostküste der Insel liegt ein schmaler Streifen mit wärmerem Klima, das Truelove Lowland, das etwa 45–50 Tage schneefrei ist und eine hochpolare Tundra-Vegetation aus Moosen und Flechten hervorgebracht hat. Neben Lemmingen trifft man dort das ganze Jahr über auch auf Moschusochsen. In den Sommermonaten werden dort Temperaturen von 4–8°C erreicht.[1]
Daneben befinden sich mehrere Gebirgszüge der Arktischen Kordillere auf der Insel, darunter die Treuter Mountains, die Haddington Range und die Cunningham Mountains. Das östliche Drittel der Insel ist von einer etwa 14.000km² großen Eiskappe überzogen, dem Devon Ice Cap, das eine Dicke von bis zu 880m[2] (nach anderer Quelle etwa 500–700m)[1] aufweist. Dort befindet sich mit 1920m auch der höchste Punkt der Insel.
Bekannt ist Devon Island auch wegen des Haughton-Kraters (⊙75.366666666667-89.683333333333), der durch den Einschlag eines Meteoriten vor etwa 38±2 Millionen Jahren entstand und einen Durchmesser von etwa 20km hat.[3][4]
Auf der Insel wurden Spuren von Paläo-Eskimos gefunden, die auf die Zeit um 2.500v.Chr. datiert wurden.[5] Über Jahrhunderte wurde die Insel von jagenden Inuit besucht.
In der Neuzeit wurde die Westküste der Insel 1616 von William Baffin entdeckt, der möglicherweise auch an Land ging. Zwei Jahre später wurde sie von John Ross gesichtet. William Edward Parry benannte die Insel 1819 zunächst Nord-Devon, nach der englischen Grafschaft Devon, aus der sein stellvertretender Kommandant, Matthew Liddon, stammte. Er führte die erste gesicherte Landung auf der Insel durch.[6]
Von 1924 bis 1933 und von 1945 bis 1951 betrieb die Royal Canadian Mounted Police einen Außenposten am Dundas Harbour (⊙74.534283333333-82.383275). Von 1934 bis 1936 wurde dieser von der Hudson’s Bay Company genutzt.[6]
Das Arctic Institute of North America der University of Calgary betreibt seit 1960 eine Forschungsstation an der Nordostküste der Insel (⊙75.666666666667-84.583333333333).[6]
↑James W. Helmer:The Palaeo-Eskimo Prehistory of the North Devon Lowlands. In: Arctic. Band55, Dezember 1991, S.301–307 (Online[PDF; 3,1MB; abgerufen am 13.Juni 2019]).
123William James Mills:Exploring Polar Frontiers: A Historical Encyclopedia. Band2. ABC-CLIO, 2003, ISBN 1-57607-422-6, S.186f. (eingeschränkte Vorschauin der Google-Buchsuche).