Deutsche Volksunion
| Deutsche Volksunion | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Ehrenvorsitzender | Fritz von Randow (†) | ||||||
| Gründung | 1971 (Verein) 5. März 1987 (Partei) | ||||||
| Gründungsort | München | ||||||
| Fusion | 1. Januar 2011 (aufgegangen in: NPD – Die Volksunion) | ||||||
| Hauptsitz | Hamburg | ||||||
| Jugendorganisation | Junge Rechte | ||||||
| Ausrichtung | Rechtsextremismus Nationalismus Völkischer Nationalismus EU-Skepsis | ||||||
| Staatliche Zuschüsse | 108.612,40 € (2010)[1] | ||||||
| Mitgliederzahl | 3.000 (2010)[2] | ||||||
| Bundestagswahlergebnisse | |
|---|---|
| Bundestagswahl 1998 | 1,2 % |
| Bundestagswahl 2009 | 0,1 % |
| Europawahlergebnisse | |
| Europawahl 1989 | 1,6 % |
| Europawahl 2009 | 0,4 % |
Die DVU wurde am 5. März 1987 unter dem Namen Deutsche Volksunion – Liste D (DVU-Liste D) als Partei gegründet; der Verein DVU e. V. existierte weiterhin neben der Partei. Die Zusammenarbeit mit der NPD zielte darauf ab, bei Wahlen nicht miteinander zu konkurrieren und Mitglieder der anderen Partei kandidieren zu lassen. Bereits im Gründungsjahr konnte die DVU mit einem im Landesteil Bremerhaven gewählten Einzelabgeordneten in das Landesparlament von Bremen einziehen. Bei der Europawahl von 1989 erzielte sie trotz eines finanziell aufwändigen Wahlkampfes nur 1,6 %. Hierbei entstand für die Partei ein sehr hohes finanzielles Defizit, das nach Angaben von Beobachtern zu keinem Zeitpunkt ihres Bestehens bewältigt wurde.
Im Februar 1991 strich die DVU den Zusatz Liste D und nannte sich seither nur noch Deutsche Volksunion (DVU). Bei der Bürgerschaftswahl in Bremen im selben Jahr erzielte sie ein Ergebnis von 6,2 % und zog mit sechs Abgeordneten, darunter zwei NPD-Mitgliedern, in die Bürgerschaft ein. Bis 1993 verließen drei Abgeordnete die DVU und gründeten die sogenannte National-Konservative Gruppe (NK), die eine Keimzelle für eine Parteineugründung sein sollte. Anfang 1992 wurde die DVU bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein mit 6,3 % drittstärkste Partei. Aufgrund des großen medialen Interesses und öffentlicher gegenseitiger Anfeindungen, hinzu kamen personelle Querelen und Streitereien mit der Bundespartei, zerfiel diese Landtagsfraktion nach nur einem Jahr ebenfalls. In beiden Landesparlamenten büßte sie im Laufe der Legislaturperiode den Fraktionsstatus ein. Etwa zur selben Zeit zerfiel das Bündnis mit der NPD, da unter anderem die persönlichen Widerstände gegen Frey, die in der NPD vorhanden waren, zugenommen hatten. In den Jahren 1992 und 1993 erreichte die Mitgliederzahl der DVU mit 26.000 ihren Höchststand. Bei der Hamburger Bürgerschaftswahl von 1993 erzielte die DVU 2,8 % der Stimmen.
Im August 1994 traf sich Frey mit dem REP-Bundesvorsitzenden Franz Schönhuber. Beide vereinbarten, ihren Parteien eine Zusammenarbeit bei Wahlen zu empfehlen. Allerdings war diese Allianz nicht von langer Dauer, da Schönhuber damit auf Widerstände in der eigenen Partei stieß und daraufhin als Vorsitzender seiner Partei gestürzt wurde.
Wahlerfolge in Sachsen-Anhalt und Brandenburg (1995–2001)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nachdem die Landtagsfraktionen von Bremen und Schleswig-Holstein zerfallen waren, misslang der DVU bei den Wahlen von 1995 und 1996 beiderorts der Wiedereinzug mit 2,5 % beziehungsweise 4,3 %. 1997 scheiterte sie bei der Hamburger Bürgerschaftswahl mit 4,98 % nur knapp an der 5-Prozent-Hürde und vermutete im Nachhinein Wahlmanipulation.
1998 erhielt die DVU nach einem materialintensiven Wahlkampf bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 12,9 % der Stimmen und 16 Mandate. Nachdem die bundesweite Mitgliederzahl zwischenzeitlich auf 15.000 herabgesunken war, stieg sie nach diesem Wahlerfolg kurzzeitig wieder auf 18.000 an. Bei der Bundestagswahl 1998, die ein halbes Jahr später stattfand, kam sie jedoch über ein Ergebnis von 1,2 % nicht hinaus. Ende 1998 traf sich Frey mit dem seit Ende 1994 amtierenden REP-Bundesvorsitzenden Rolf Schlierer. Beide vereinbarten, dass ihre Parteien in den nächsten Jahren nicht gegeneinander antreten sollten.
Von den Wahlabsprachen mit den Republikanern profitierte die DVU im Jahr 1999 in zwei Fällen: Am 6. Juni kehrte sie in Bremen bei der dortigen Bürgerschaftswahl mit einem Abgeordneten zurück; in Brandenburg erzielte sie bei der Landtagswahl am 5. September 5,3 % der Stimmen und zog mit fünf Abgeordneten in den dortigen Landtag ein. In Thüringen scheiterte sie eine Woche später jedoch mit 3,1 % an der 5-Prozent-Hürde. Ende 1999 kam es zu innerparteilichen Querelen, da Frey sich entgegen von Wünschen der Parteibasis dazu entschloss, seine Partei an der Landtagswahl von Schleswig-Holstein am 27. Februar 2000 nicht teilnehmen zu lassen.[38][39]
Bereits Anfang 1999 traten bei der sachsen-anhaltischen Landtagsfraktion erste Zerfallserscheinungen auf; so traten mehrere Abgeordnete aus der Fraktion aus, die für die DVU nicht mehr haltbar gewesen waren. Im Jahr 2000 spaltete sie sich endgültig. Die neue Fraktionsvorsitzende Claudia Wiechmann, die ihren Vorgänger Helmut Wolf beerbte, gründete zusammen mit acht anderen DVU-Abgeordneten die Freiheitliche Deutsche Volkspartei (kurz FDVP), nachdem ein Sturz des Bundesvorsitzenden Frey auf dem DVU-Bundesparteitag Anfang 2000 gescheitert war. Die neuen Mitglieder der FDVP kritisierten vor allem die Bevormundung durch die Parteizentrale in München, namentlich durch Frey. Die neue Partei sollte ein Pendant zur österreichischen Freiheitlichen Partei Österreichs (kurz FPÖ) von Jörg Haider sein.[40]
Im Vorfeld der Bürgerschaftswahl in Hamburg am 21. September 2001 geriet die DVU in einen Rechtsstreit mit der Hip-Hop-Band „Die Fantastischen Vier“, da sie mit einer ihrer dortigen Parolen eine Anspielung auf die Band und deren Hit „Die da“ aus dem Jahr 1992 machte. Bei der Wahl selbst erzielte die DVU nur 0,7 %, da sie durch die im Jahr 2000 gegründete Schill-Partei Konkurrenz erhalten hatte.
Konsolidierung und Deutschlandpakt mit der NPD (2002–2009)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bei der sachsen-anhaltischen Landtagswahl am 21. April 2002 trat sie aufgrund des negativen Erscheinungsbildes ihrer dortigen Abgeordneten nicht mehr an, ebenso verzichtete sie auf eine Teilnahme an der Bundestagswahl 2002.
Bei den Landtagswahlen von Sachsen und Brandenburg von 2004, die beide am 19. September stattfanden, sprach sich die DVU erstmals seit mehr als zehn Jahren wieder mit der NPD ab. Es wurde vereinbart, dass die DVU nur in Brandenburg und die NPD nur in Sachsen antreten sollte, um eine gegenseitige Blockade zu vermeiden.

Im Wahlkampf zur brandenburgischen Landtagswahl am 19. September 2004 sorgte sie außerdem für Schlagzeilen, da sie in einem Fernsehwerbespot mit einem Bild der verstorbenen ehemaligen brandenburgischen Sozialministerin Regine Hildebrandt warb und darin behauptete, dass diese „heute Protest wählen“ würde, was ihr auf Verlangen ihres Witwers Jörg Hildebrandt gerichtlich untersagt wurde. In Brandenburg konnte die DVU ihren Stimmenanteil auf 6,1 % steigern und erhielt sechs Mandate. Die Brandenburger Landtagsfraktion war die einzige, die nicht zerfiel.
Außerdem vereinbarten beide Parteien erneut ein Bündnis, den Deutschlandpakt. Dieser beinhaltete unter anderem, dass beide Parteien sich bei allen künftigen Wahlen keine Konkurrenz mehr machen wollten. Im Gegensatz zur NPD profitierte die DVU jedoch kaum von diesem Abkommen. So scheiterte sie 2006 in Sachsen-Anhalt mit 3,0 % sowie 2008 in Hamburg mit 0,8 % jeweils deutlich an der 5-Prozent-Hürde. Wegen dieser Wahlniederlagen wurde der Deutschlandpakt von NPD-Mitgliedern in der Folgezeit oft in Frage gestellt.
2003 und 2007 zog bei der bremischen Bürgerschaftswahl nach 1999 erneut der Abgeordnete Siegfried Tittmann in das dortige Parlament ein. Dieser verließ die Partei jedoch im Juli 2007, da diese in Betracht zog, 2011 dort mit einem neuen Spitzenkandidaten anzutreten. Somit war die DVU nicht mehr in der bremischen Bürgerschaft vertreten.
Rückzug Freys und Fusion mit der NPD (2009–2012)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Beim Bundesparteitag Anfang 2009 kandidierte Frey nicht mehr für den Vorsitz; zum Nachfolger wurde der vorherige Bundesorganisationsleiter Matthias Faust gewählt.[41] Wenig später stieß auch der bei dem Versuch, den NPD-Vorsitz zu übernehmen, gescheiterte Andreas Molau zur DVU-Spitze und wurde neuer Pressesprecher der Partei.
Bereits zuvor gab es Medienberichte, wonach der Deutschlandpakt mit der NPD Risse bekam. So wurde beispielsweise nachträglich vereinbart, dass bei der Thüringer Landtagswahl 2009 – entgegen der ursprünglichen Planung – nicht die DVU, sondern die NPD antreten solle, da letztere in diesem Bundesland besser verankert sei. Jedoch erklärte sich die DVU freiwillig zum Verzicht zugunsten der NPD bereit, sodass zunächst geplant war, das Bündnis fortzusetzen. Bei der Europawahl erreichte die DVU trotz Verzichts der NPD nur einen Stimmenanteil von 0,4 %, was die NPD veranlasste, den Deutschlandpakt vorzeitig aufzukündigen und im September des Jahres in Konkurrenz zur DVU bei der Landtagswahl in Brandenburg anzutreten. Die DVU beschloss daraufhin, gegen die NPD bei der Bundestagswahl 2009 anzutreten, wo sie nur 0,1 % der Stimmen erhielt. Bei der zeitgleich stattfindenden Landtagswahl in Brandenburg scheiterte die DVU mit 1,2 % an der Fünf-Prozent-Hürde und verfehlte den erneuten Einzug in den dortigen Landtag.[42]
Mit dem Vorwurf, ohne Absprache mit der restlichen Parteiführung öffentlich eine Fusion mit der NPD angekündigt zu haben, wurde Matthias Faust im Juni 2010 die Mitgliedschaft in der DVU entzogen. Faust kündigte daraufhin juristische Schritte gegen die Partei an.[43]
Im Juli 2010 wurde eine Mitgliederbefragung unternommen, in der die Fusion von DVU und NPD Zustimmung fand. 90,95 % der Mitglieder stimmten für die Vereinigung beider Parteien.[44] Im Oktober 2010 spendete Frey der ehemals von ihm geleiteten Partei einen Betrag von über einer Million Euro, indem er auf die Rückzahlung eines von ihm gewährten Darlehens verzichtete. Eine Erklärung gab Frey dazu nicht ab. Möglicherweise wollte er der geplanten Fusion den Weg ebnen, da die Schulden der DVU dafür ein Hindernis dargestellt hatten.[45] Auf ihrem Parteitag in Hohenmölsen beschloss die NPD im November 2010, sich mit der DVU zu vereinigen. Diese sollte bei einem Parteitag am 28. November 2010 darüber entscheiden. Anschließend sollte eine Urabstimmung unter den Mitgliedern beider Parteien abgehalten werden. Der Parteitag der DVU fiel zunächst aus, wurde aber am 12. Dezember 2010 nachgeholt. Die Fusionspläne der Parteispitze wurden dort einstimmig angenommen, nachdem Gegner der Fusion vorzeitig den Saal verlassen hatten.[46][47] Bei der anschließenden Mitgliederbefragung stimmten 87,5 % der Befragten der Verschmelzung zu, so dass am 29. Dezember der Verschmelzungsvertrag unterzeichnet wurde.[48] Die Fusion selbst wurde zum 1. Januar des Folgejahres vorläufig vollzogen. Die neue Partei sollte NPD – Die Volksunion heißen, eine satzungsgemäße Änderung des Namens fand aber nicht statt.[49][50]
Wegen mehrerer Unregelmäßigkeiten wurde die Fusion jedoch von den DVU-Landesverbänden Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Berlin und Nordrhein-Westfalen angefochten.[48] Die Fusion wurde vom Landgericht München I im Januar 2011 als rechtlich unwirksam gestoppt. Es gab dem Antrag der vier Landesverbänden auf eine einstweilige Verfügung statt, da es bei der Urabstimmung in der DVU erhebliche Mängel gegeben hatte.[5] Am 26. Mai 2012 zogen die klagenden Landesverbände ihre Klage zurück und erklärten die DVU für nicht mehr existent. Während ein Teil der verbliebenen DVU-Funktionäre zur Unterstützung der sogenannten Pro-Bewegung aufrief, gründete eine Gruppe um Christian Worch eine Nachfolgepartei unter dem Namen Die Rechte.[51] Vereinzelt konstituierte sich die Partei als Verein neu und nahm an Kommunalwahlen teil, beispielsweise im Rhein-Pfalz-Kreis, wo sie in Altrip seit 2009 im Gemeinderat sitzt.
Politische Tätigkeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Parlamentarische Tätigkeit generell
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die DVU war mit Abgeordneten in verschiedenen Landesparlamenten in der Opposition vertreten. Sie trat nur dort zu Wahlen an, wo realistische Chancen für den Einzug ins jeweilige Parlament bestanden. Interessant in diesem Zusammenhang war der Paragraph sechs der Satzung: „Ein Mitglied, das […] ohne schriftliche Zustimmung des Bundesvorstandes die Wahlteilnahme einer Untergliederung betreibt … verwirkt die Mitgliedschaft in der DEUTSCHEN VOLKSUNION.“
In den Parlamenten stellten die DVU-Abgeordneten häufig wortgleiche Anträge, so dass in den öffentlichen Medien vielfach die Vermutung hergestellt werden, die Abgeordneten seien nicht frei in ihren Entscheidungen, sondern würden von der Münchener Parteizentrale ferngesteuert. Im Landtag von Brandenburg war die DVU seit 1999 mit 5 und seit 2004 mit 6 Mandaten vertreten; in der Bürgerschaft von Bremen bis Juli 2007 mit einem Abgeordneten. In Bremen kam ihr dabei eine Besonderheit im Landeswahlgesetz zugute. Da sie die 5-Prozent-Wahlstimmen-Hürde allein in der Stadt Bremerhaven übersprungen hatte, schaffte sie den Einzug ins Bremer Landesparlament. Die parlamentarische Arbeit der DVU-Abgeordneten ließ häufig Wissenslücken erkennen. Zum Beispiel wurde von der brandenburgischen DVU-Fraktion der Antrag eingebracht, das „brandenburgische Landesamt für Verfassungsschutz“ aufzulösen, wobei ein solches Amt in Brandenburg nicht existiert.
Nach einer kurzen Erfolgsperiode wurde die DVU in den Ländern, in deren Landesparlamenten sie vertreten war, meistens als politische Kraft bedeutungslos.
Parlamentarische Tätigkeit auf kommunaler Ebene
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In kreisfreien Städten und Landkreisen hatte die DVU nach den letzten Kommunalwahlen 2009 noch 14 Mandate. In Bremerhaven, wo sie seit 1987 ununterbrochen in der Stadtverordnetenversammlung vertreten war, hatte die Partei nach internen Streitereien zuletzt nur noch einen Stadtverordneten, da zwei Stadtverordnete die DVU-Fraktion verließen. Auch in Dortmund sowie in Potsdam (jeweils ein Sitz) und in mehreren Landkreisen in Brandenburg (insgesamt elf Sitze) war die DVU mit Abgeordneten in den Kommunalparlamenten vertreten.
Die DVU-Abgeordneten sorgten in den kommunalen Rathäusern ebenfalls immer wieder für Schlagzeilen. So reagierte ein DVU-Bürgerschaftsabgeordneter in Bremen, der darüber hinaus seit 1991 in der Bremerhavener Stadtverordnetenversammlung saß, auf eine Beleidigung eines SPD-Abgeordneten, der ihn als „Nazi“ bezeichnet hatte, indem er die SPD mit kommunistischen Diktatoren wie Stalin in Verbindung brachte und sie in deren Traditionen stellte. Die SPD reagierte mit einer Anzeige wegen Volksverhetzung, die bereits von der Staatsanwaltschaft abgewiesen wurde, da niemand persönlich beleidigt worden sei. In Dortmund sorgte ein DVU-Stadtrat Anfang 2004 für Schlagzeilen, als er von „tapferen Taten“ der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg sprach.
Außerparlamentarische Tätigkeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das innerparteiliche Leben beschränkte sich zumeist auf Stammtische und Parteitage; letztere wurden laut Angaben der Partei aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich gemacht. Bis zum Jahr 2001 fand jährlich eine Großkundgebung der Partei in der Nibelungenhalle in Passau statt, gegen die sich die Stadt in über 50 Gerichtsverfahren erfolglos wehrte.[52] Hauptredner war stets der Vorsitzende Frey.
Bei Wahlkämpfen versuchte die DVU vor allem die finanziell schwächer gestellten Menschen anzusprechen. Eines ihrer Hauptthemen war die Einwanderung nach Deutschland: „Noch mehr Ausländer rein? Nein!“[53] Mit Schlagworten wie „Schnauze voll?“,[54] „Sauerei Hartz IV – Wehrt euch“[55] oder „Diesmal Protest wählen!“[56] versuchte die DVU Wählerstimmen zu gewinnen. Personelle Präsenz mied sie bei Wahlkämpfen nahezu vollends. Die Partei begründete dies damit, dass sie in der Vergangenheit oftmals von ihren politischen Gegnern öffentlich beschimpft und physisch attackiert worden sei.
Am 15. Juni 2009 sandte die Partei anlässlich der iranischen Präsidentschaftswahl ein Glückwunschschreiben an Präsident Mahmoud Ahmadinedschad.[57]
Landtagswahlergebnisse
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Jahr | BB | HB | HH | MV | ST | SH | TH |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1987 | 3,4 | n. a. | n. a. | ||||
| 1991 | 6,2 | n. a. | |||||
| 1992 | 6,3 | ||||||
| 1993 | 2,8 | ||||||
| 1995 | 2,5 | ||||||
| 1996 | 4,3 | ||||||
| 1997 | 4,9 | ||||||
| 1998 | 2,9 | 12,9 | |||||
| 1999 | 5,3 | 3,0 | 3,1 | ||||
| 2001 | 0,7 | ||||||
| 2003 | 2,3 | ||||||
| 2004 | 6,1 | n. a. | n. a. | ||||
| 2006 | n. a. | 3,0 | |||||
| 2007 | 2,7 | ||||||
| 2008 | 0,8 | ||||||
| 2009 | 1,2 | n. a. | n. a. | ||||
| Einzug in den Landtag | |
| höchstes Ergebnis in den einzelnen Bundesländern, ohne Einzug in den Landtag | |
| n. a. | nicht angetreten |
- Der Einzug in die Bremer Bürgerschaft ergibt sich aus einer Sonderregelung im Bremer Wahlrecht. Dort ist festgeschrieben, dass die Überschreitung der 5-Prozent-Hürde in Bremen oder Bremerhaven ausreicht.
In den nicht angeführten Jahren kandidierte die Partei zu keiner Landtagswahl. In den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Sachsen nahm die DVU nie an einer Landtagswahl teil.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Bundesamt für Verfassungsschutz (Hrsg.): „Deutsche Volksunion“ (DVU). Strukturanalyse einer rechtsextremistischen Partei. Bundesamt für Verfassungsschutz, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Köln 1998.
- Jürgen Hoffmann: Die DVU im Landtag von Sachsen-Anhalt. In: Uwe Backes, Eckhard Jesse (Hrsg.): Jahrbuch Extremismus & Demokratie, 12. Jahrgang (2000), Nomos, Baden-Baden 2001, ISBN 3-7890-6979-5, S. 240–252.
- Everhard Holtmann: Die angepassten Provokateure. Aufstieg und Niedergang der rechtsextremen DVU als Protestpartei im polarisierten Parteiensystem Sachsen-Anhalts. Leske und Budrich, Opladen 2002, ISBN 3-8100-2973-4. (auch erschienen bei der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt)
- Annette Linke: Der Multimillionär Frey und die DVU. Daten, Fakten, Hintergründe. Klartext, Essen 1994, ISBN 3-88474-207-8.
- Deutsche Volksunion. In: Jens Mecklenburg (Hrsg.): Handbuch deutscher Rechtsextremismus (= Antifa-Edition). Elefanten-Press, Berlin 1996, ISBN 3-88520-585-8, S. 244–247.
- Andreas Morgenstern: Extremistische und radikale Parteien 1990–2005. DVU, REP, DKP und PDS im Vergleich. Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2006, ISBN 978-3-86573-188-3.
- Britta Obszerninks, Matthias Schmidt: DVU im Aufwärtstrend – Gefahr für die Demokratie? Fakten, Analysen, Gegenstrategien (= Agenda Politik. 14). agenda Verlag, Münster 2008, ISBN 3-89688-033-0.
- Armin Pfahl-Traughber: Deutsche Volksunion (DVU). In: Frank Decker, Viola Neu (Hrsg.): Handbuch der deutschen Parteien. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-531-15189-2, S. 250–255. (2. Auflage 2013)
- Armin Pfahl-Traughber: Rechtsextremismus in der Bundesrepublik (= Beck’sche Reihe. 2112). 4. Auflage, Beck, München 2006, ISBN 978-3-406-47244-2, S. 28 ff.
- Armin Pfahl-Traughber: Wer wählt warum rechtsextremistisch? Sozialstruktur und Motivation der Wähler von DVU, NPD und REP im Vergleich. In: Mut. Forum für Kultur, Politik und Geschichte, Nr. 447, S. 60–65.
- Sebastian Rhese: Die Oppositionsrolle rechtsextremer Protestparteien. Zwischen Anpassung und Konfrontation in Brandenburg und Sachsen (= Studien zum Parlamentarismus. 8). Nomos, Baden-Baden 2008, ISBN 978-3-8329-3856-7.
- Juliane Wetzel: Deutsche Volksunion. In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Handbuch des Antisemitismus. Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart. Band 5: Organisationen, Institutionen, Bewegungen. Im Auftrag des Zentrums für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin. De Gruyter Saur, Berlin [u. a.] 2012, ISBN 978-3-598-24078-2, S. 171–173.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Publikationen zur Deutschen Volksunion im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Suche nach Deutsche Volksunion. In: Deutsche Digitale Bibliothek
- Suche nach Deutschen Volksunion im Online-Katalog der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
- Der Bundeswahlleiter: Satzung der DVU und Übersicht der Vorstandsmitglieder (Stand: 31. März 2006) ( vom 10. November 2006 im Internet Archive)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 bundestag.de: Festsetzung der staatlichen Teilfinanzierung für das Jahr 2010 gemäß §§ 18 ff. PartG (PDF; 186 kB)
- ↑ Verfassungsschutzbericht 2010 ( vom 20. Januar 2012 im Internet Archive)
- ↑ DVU stimmt für Zusammenschluss mit NPD ( vom 15. Dezember 2010 im Internet Archive).
- ↑ Sag’ zum Abschied leise Servus: DVU beschließt ihr eigenes Ende
- 1 2 Fusion von DVU und NPD ist rechtlich unwirksam Tagesspiegel vom 27. Januar 2011.
- ↑ Ex-DVU Berlin - Aktuelles ( vom 2. November 2014 im Internet Archive).
- ↑ Die Deutsche Volksunion (DVU) ( vom 4. März 2016 im Internet Archive) (PDF, S. 45; 362 kB)
- ↑ Peter Dudek, Hans-Gerd Jaschke: Entstehung und Entwicklung des Rechtsextremismus in der Bundesrepublik. Zur Tradition einer besonderen politischen Kultur. Band 1, Westdeutscher Verlag, Opladen 1984, ISBN 3-531-11668-1, S. 52.
- ↑ Thomas Grumke, Bernd Wagner (Hrsg.): Handbuch Rechtsradikalismus. Personen – Organisationen – Netzwerke ; vom Neonazismus bis in die Mitte der Gesellschaft. Leske + Budrich, Opladen 2002, ISBN 3-8100-3399-5, S. 368 ff. (siehe: Organisationen, S. 353 ff.).
- ↑ Armin Pfahl-Traughber: Deutsche Volksunion (DVU). In: Frank Decker, Viola Neu (Hrsg.): Handbuch der deutschen Parteien. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-531-15189-2, S. 250–255, hier S. 254.
- 1 2 Eckhard Jesse: Extremismus in Deutschland. In: Eckhard Jesse, Tom Thieme (Hrsg.): Extremismus in den EU-Staaten. VS Verlag, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-531-17065-7, S. 92.
- ↑ Juliane Wetzel: Deutsche Volksunion. In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Handbuch des Antisemitismus. Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart. Band 5: Organisationen, Institutionen, Bewegungen. Im Auftrag des Zentrums für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin. De Gruyter Saur, Berlin 2012, ISBN 978-3-598-24078-2, S. 171–173, hier S. 172.
- ↑ Hans-Joachim Veen: Die schwindende Berechenbarkeit der Wähler und die Zukunft des deutschen Parteierisystems – Auch eine Analyse der Bundestagswahlen nach der Vereinigung. In: Heinrich Oberreuter (Hrsg.): Ungewissheiten der Macht. Parteien, Wähler, Wahlentscheidung. Olzog, München 1998, ISBN 3-7892-9354-7, S. 47.
- ↑ Wolfgang Gessenharter: Neue radikale Rechte, intellektuelle Rechte und Rechtsextremismus. In: Wolfgang Gessenharter, Helmut Fröchling (Hrsg.): Rechtsextremismus und neue Rechte in Deutschland. Neuvermessung eines politisch-ideologischen Raumes? Leske + Budrich, Opladen 1998, ISBN 3-8100-2053-2, S. 50.
- ↑ Arno Waschkuhn: Politik in Ostdeutschland – Politische Konfliktlinien, institutionelle Fragen und demokratisches Profil. In: Arno Waschkuhn, Alexander Thumfart (Hrsg.): Politik in Ostdeutschland: Lehrbuch zur Transformation und Innovation (= Lehr- und Handbücher der Politikwissenschaft). Oldenbourg, München 1999, ISBN 3-486-23560-5, S. 112.
- ↑ Frank Decker: Parteien unter Druck: Der neue Rechtspopulismus in den westlichen Demokratien. Leske + Budrich, Opladen 2000, ISBN 3-8100-2860-6, S. 180.
- ↑ Siehe Everhard Holtmann: Die angepassten Provokateure. Aufstieg und Niedergang der rechtsextremen DVU als Protestpartei im polarisierten Parteiensystem Sachsen-Anhalts. Leske + Budrich, Opladen 2002, ISBN 3-8100-2973-4.
- ↑ Johannes Kuppe: Land Sachsen-Anhalt. In: Uwe Andersen, Wichard Woyke (Hrsg.): Handwörterbuch des politischen Systems der Bundesrepublik Deutschland. 5. Auflage, Opladen 2003, ISBN 3-8100-3670-6, S. 370.
- ↑ Malte Lübker, Suzanne S. Schüttemeyer: Der Brandenburgische Landtag. In: Siegfried Mielke, Werner Reutter (Hrsg.): Länderparlamentarismus in Deutschland. Geschichte, Struktur, Funktionen. VS Verlag, Wiesbaden 2004, ISBN 3-8100-3893-8, S. 160.
- ↑ Lars Rensmann: Demokratie und Judenbild. Antisemitismus in der politischen Kultur der Bundesrepublik Deutschland. VS Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3-531-14006-X, S. 262 (siehe: Die DVU, S. 262 ff.)
- ↑ Armin Pfahl-Traughber: Rechtsextremismus in der Bundesrepublik (= Beck’sche Reihe. 2112). 4. Auflage, Beck, München 2006, ISBN 978-3-406-47244-2, S. 28.
- ↑ Richard Stöss: Das Parteiensystem Brandenburg. In: Uwe Jun, Melanie Haas, Oskar Niedermayer (Hrsg.): Parteien und Parteiensysteme in den deutschen Ländern. VS Verlag, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-531-15439-8, S. 176.
- ↑ Hajo Funke: Rechtsextreme Ideologien, strategische Orientierungen und Gewalt. In: Stephan Braun, Alexander Geisler, Martin Gerster (Hrsg.): Strategien der extremen Rechten. Hintergründe – Analysen – Antworten. VS Verlag, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-531-15911-9, S. 29.
- ↑ Oskar Niedermayer: Die brandenburgische Landtagswahl vom 27. September 2009: Die Landes-SPD trotzt dem Bundestrend. In: Zeitschrift für Parlamentsfragen 41 (2010) 2, S. 256 (258).
- ↑ Bastian Bullwinkel, Felix Kalvelage, Iris Krimmel, Lothar Probst, Johannes Stracke, Johanna Vogt: Wahlen im Bundesland Bremen. In: Lothar Probst (Hrsg.): Politische Institutionen, Parteien und Wahlen im Bundesland Bremen (= Politik und Partizipation. Bd. 5). Lit Verlag, Berlin [u. a.] 2011, ISBN 978-3-643-11145-6, S. 123.
- ↑ Christoph Kopke: Rechtsextremismus und Demokratiein Brandenburg — Ein Vorwort. In: Ders. (Hrsg.): Die Grenzen der Toleranz. Rechtsextremes Milieu und demokratische Gesellschaft in Brandenburg. Bilanz und Perspektiven. Universitätsverlag, Potsdam 2011, ISBN 978-3-86956-038-0, S. 19.
- ↑ Siehe: Bundesamt für Verfassungsschutz (Hrsg.): „Deutsche Volksunion“ (DVU). Strukturanalyse einer rechtsextremistischen Partei. Bundesamt für Verfassungsschutz, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Köln 1998.
- ↑ Jürgen Hoffmann, Norbert Lepszy: Die DVU in den Landesparlamenten: inkompetent, zerstritten, politikunfähig. Eine Bilanz rechtsextremer Politik nach zehn Jahren (= Interne Studien. 163). Hrsg. von der Konrad-Adenauer-Stiftung, Bereich Forschung und Beratung, Sankt Augustin 1998, ISBN 3-931575-77-2, S. 15.
- ↑ Bundesministerium des Innern (Hrsg.): Verfassungsschutzbericht 2011. 2. Auflage, Berlin 2013, S. 101 f.
- 1 2 Die Deutsche Volksunion (DVU) ( vom 8. August 2007 im Internet Archive)
- ↑ Gründungsbekanntmachung der Jungen Rechten ( vom 8. Juli 2009 im Internet Archive)
- ↑ Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen über das Jahr 2007 ( vom 2. März 2026 im Internet Archive)
- ↑ Verfassungsschutzbericht 1999 - II. Rechtsextremismus ( vom 21. Mai 2006 im Internet Archive)
- ↑ Bundesdrucksache: 16/5230 Bekanntmachung von Rechenschaftsberichten politischer Parteien für das Jahr 2005 (2. Teil – Übrige anspruchsberechtigte Parteien) (PDF-Datei; 28,1 MB)
- ↑ Bundesdrucksache: 16/12551 Bekanntmachung von Rechenschaftsberichten politischer Parteien für das Jahr 2007 (2. Teil – Übrige anspruchsberechtigte Parteien) (PDF-Datei; 17,3 MB)
- 1 2 Studie der SPD Brandenburg zur DVU (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Februar 2018. Suche im Internet Archive )
- ↑ Annette Linke: Der Multimillionär Frey und die DVU
- ↑ Christoph Seils: Die Rechtsradikalen profitieren nicht vom Niedergang der CDU. In: Berliner Zeitung. 3. Februar 2000, abgerufen am 10. Juli 2015.
- ↑ DVU – Frey-Partei pleite?, Spiegel, 22. November 1999
- ↑ Verfassungsschutzbericht des Landes Sachsen-Anhalt 2001: Seite 55 (PDF-Dokument). ( vom 30. September 2007 im Internet Archive)
- ↑ NPD-Blog: Frey zieht sich zurück: DVU bald unter neuer Führung ( vom 13. Januar 2009 im Internet Archive)
- ↑ Maerkische Allgemeine:Rechtsextreme: Landtag ohne DVU und NPD ( vom 29. September 2009 im Internet Archive)
- ↑ n-tv.de am 9. Juni 2010
- ↑ Das Votum der Mitglieder ( vom 27. Juli 2010 im Internet Archive)
- ↑ abgeordnetenwatch.de: 1 Mio. Euro-Spende ebnet Weg für Parteifusion von DVU und NPD ( vom 1. November 2010 im Internet Archive)
- ↑ Deutsche Neonazi-Partei DVU stimmt für Fusion mit NPD. 7. November 2010, abgerufen am 13. April 2025.
- ↑ Aktuelles vom Parteitag 2010 ( vom 15. Dezember 2010 im Internet Archive)
- 1 2 tagesschau.de Verschmelzung unter Vorbehalt ( vom 31. Dezember 2010 im Internet Archive)
- ↑ NPD beschließt Fusion mit DVU, n-tv
- ↑ NPD beschließt Fusion mit der DVU, spiegel.de
- ↑ Homepage von Die Rechte ( vom 22. Juni 2012 im Internet Archive)
- ↑ Nürnberger Nachrichten, 11. Februar 2003 ( vom 21. Oktober 2007 im Internet Archive)
- ↑ Der Sturm der Neonazis auf die Parlamente ( vom 27. September 2007 im Internet Archive)
- ↑ Bundeszentrale für politische Bildung ( vom 13. August 2009 im Internet Archive)
- ↑ Hamburger Abendblatt, 14. August 2004
- ↑ „Alles Gnatzwähler!“ von Ute Semkat, Welt Online
- ↑ Reinhard Mohr: Ein Slibowitz auf Ahmadinedschad. www.spiegel.de, 27. Juni 2009

