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Dettum

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Wappen Deutschlandkarte
Dettum
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Dettum hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 52° 10′ N, 10° 40′ OKoordinaten: 52° 10′ N, 10° 40′ O
Bundesland:Niedersachsen
Landkreis: Wolfenbüttel
Samtgemeinde: Sickte
Höhe: 104 m ü. NHN
Fläche: 17,2 km²
Einwohner: 1168 (31. Dez. 2025)[1]
Bevölkerungsdichte: 68 Einwohner je km²
Postleitzahl: 38173
Vorwahl: 05333
Kfz-Kennzeichen: WF
Gemeindeschlüssel: 03 1 58 009
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Kamp 12
38173 Sickte
Website: www.sickte.de
Bürgermeister: Ole Jahnke (UWB)
Lage der Gemeinde Dettum im Landkreis Wolfenbüttel
KarteSachsen-AnhaltBraunschweigLandkreis GoslarLandkreis HelmstedtLandkreis HildesheimLandkreis PeineSalzgitterAm Großen RhodeBarnstorf-WarleVoigtsdahlumVoigtsdahlumBaddeckenstedtBörßumBörßumBurgdorf (Landkreis Wolfenbüttel)CrammeCremlingenDahlumDahlumDenkteDettumDorstadtElbe (Niedersachsen)ErkerodeEvessenEvessenFlötheSchladen-WerlaHaverlahHedeperHeereHeereHeiningen (Niedersachsen)KissenbrückKneitlingenKneitlingenOhrumRemlingen-SemmenstedtRoklumSchöppenstedtSehldeSickteUehrdeVahlbergVeltheim (Ohe)WinnigstedtWittmarWolfenbüttel
Karte
Dettum von Südosten
St. Johannes Baptista in Dettum

Dettum ist eine Gemeinde im Landkreis Wolfenbüttel in Niedersachsen. Sie wurde 1226 erstmals urkundlich erwähnt und ist Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Sickte.

Die Gemeinde Dettum besteht aus den Ortsteilen: (Einwohnerzahlen Stand Dezember 2022[2])

  • Dettum, mit 984 Einwohnern der größte Ort der Gemeinde
  • Mönchevahlberg mit Mönchevahlberg-Zuckerfabrik, 167 Einwohner
  • Weferlingen, 79 Einwohner

Der Ort Dettum liegt am nördlichen Talrand der Altenau und wird von dem aus dem Elmrand kommenden Hachumer Bach durchflossen, der sich oberhalb des Ortes teilt. Der rechte, westliche Arm mäandert als Krumme Beeke durch den Siedlungskern, der linke Arm passiert die Siedlung östlich. Beide vereinen sich am Beekendamm wieder und fließen zur ehemaligen Zuckerfabrik. Westlich von Dettum liegt das Landschaftsschutzgebiet Vilgensee, östlich eine ehemalige Deponie. Der Vilgensee wurde um 1800 als Villisee bezeichnet und hatte eine Größe von 1¼ Morgen. Das Dettumer Bruch reichte einst von Ahlum bis Dettum.[3] Die Feldmark von Dettum galt als eine der ertragreichsten der Gegend, bekannt für Roggen- und Erbsenanbau.[3]

Die Kirche in Dettum liegt auf einer Höhe von etwa 93 m ü. NHN.

Der Ortsname geht auf einen Bachnamen der ältesten, voreinzelsprachlichen Namenschicht zurück. Die urkundlichen Formen lauten 1226 Thitene, 1277 Dhetthene und 1349 Dettene. Die heutige Endung -um entstand durch Angleichung an benachbarte Ortsnamen auf -heim/-em (latinisiert -um), wie auch bei Börßum.[4]

Dettum war schon früh besiedelt, was durch Grabungsfunde aus der Stein- und frühen Bronzezeit belegt ist. Bei den Funden handelt es sich um einen Depotfund großer dreieckiger Dolche, von denen der längste 37,5 cm bei ergänzter Spitze misst. Die Bruchstücke befinden sich in Braunschweiger Museen und zählen zu den ältesten Bronzetypen, die durch Fernhandel in die Region gelangten.[3] 2026 führten Ausgrabungen vor der Errichtung von Windenergieanlagen in den Gemarkungen von Dettum und Ahlum zu zahlreichen prähistorischen Funden. Sie deuten auf eine Erstbesiedlung der Region in der Mitte des 6. Jahrtausends v. Chr. hin. So wurden Hausgrundrisse der Linearbandkeramischen Kultur als der ersten bäuerlichen Kultur im heutigen Niedersachsen entdeckt. Der bedeutendste Fund war ein bronzezeitlicher Hort mit weiblichem Schmuck, der in den Zeitraum zwischen 1500 und 1300 v. Chr. datiert wird. Zu ihm gehörten ein verzierter Halskragen, Armspiralen, Blechschmuck, zwei Scheibennadeln und eine Kette aus 156 Bernsteinperlen.[5] Es fanden sich auch Siedlungsstellen aus den Jahrhunderten nach Christi Geburt. Aus dieser Zeit stammen Erdgruben, in denen sich ein Ensemble aus bestatteten Hunden nach römischem Vorbild fand.[6] Ein besonderer Fund dabei war ein Dreilagenkamm aus Knochen aus dem 4./5. Jahrhundert n. Chr. mit Kreisaugenzier und Bronzenieten.[7]

Dettum wurde im Jahr 1226 erstmals urkundlich als Thitene erwähnt und 1280 als Dettene. Die Kirche St. Johannis-Baptista wurde erstmals im Jahr 1300 erwähnt. Bereits im späten Mittelalter hatte Dettum Bedeutung, da es an einer Heerstraße lag.

Dettum war Sitz einer der größeren landesherrlichen Grundherrschaften im Braunschweigischen. Nach einem Einkünfteverzeichnis von ca. 1365 umfasste der als ammecht bezeichnete Güterkomplex 32 Hufen.[8] In einer Steuerliste des 15. Jahrhunderts wurde Dettum im Richte to Euessem (Gericht Evessen) mit 40 Pfund veranschlagt – einer der höchsten Beträge im Gerichtsbezirk.[9]

Im Jahr 1358 setzte der in der Braunschweiger Neustadt ansässige Gerber Jordan van Dettene sein Testament auf, in dem er Braunschweiger Kirchen und den Dominikanern Geldbeträge vermachte.[10]

Der frühe Ort besaß ein adliges Gut, das zum Aegidienkloster in Braunschweig gehörte und 1542 freigegeben wurde. Es gab zwischen Hachum und Dettum einen Ort Honroth, aus dem eine adelige Familie gleichen Namens stammte.

Am 4. April 1606 ließ die Stadt Braunschweig dem Herzog Heinrich Julius bei Dettum durch Reiter auflauern, als dieser von Schöningen nach Wolfenbüttel ritt. Ein Schäfer warnte den Herzog rechtzeitig; sein Geheimschreiber wurde jedoch getötet. Der Herzog erwirkte daraufhin die Reichsacht gegen die Stadt.[11]

Von 1773 bis 1797 lebte Hermann Bräß als evangelischer Pastor in Dettum. Er wurde vom Konsistorium in Wolfenbüttel ordiniert und heiratete dort Katharina Auguste Steinbrück. 1786 gründete er die Zeitung für Städte, Flecken und Dörfer, die erstmals auch Leserbriefe enthielt.[12] In der Rothen Zeitung berichtete Braess unter anderem über die Französische Revolution und beschrieb 1793 einen Brand in Dettum, bei dem fünf Höfe zerstört wurden. Mit seinem Sohn Karl unternahm er eine Fußwanderung zum Brocken, worüber Karl 1786 eine Reise nach dem Brocken veröffentlichte.[13] In der Kirche zu Dettum befindet sich eine Gedenktafel für Braess.[13]

Im Jahre 1800 beherbergte Dettum einen Schriftsassenhof, eine Kirche mit Pfarre und Pfarrwitwenhaus, die Opferei, drei Ackerhöfe, acht Halbspännerhöfe, 32 Kothöfe und drei Brinksitzerstellen mit 385 Einwohnern.[3]

Napoleonische Zeit und 19. Jahrhundert

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Gründeraktie der Actien-Zucker-Fabrik Dettum vom 1. März 1872[14]

Von 1807 bis 1813 gehörte Dettum zum Canton Wolfenbüttel im District Braunschweig des Königreichs Westphalen. Aus dieser Zeit sind fünf Bände Zivilstandsregister (1808–1814) sowie Grund- und Exemtensteuerrollen der „Commune Dettum“ (1811–1812) überliefert.[15] 1808 klagte die Gemeinde Groß Denkte gegen den Dettumer Kotsassen Johann Heinrich Alte wegen des Pferdetransports für die französische Armee.[16]

Bereits ab 1806 hatte auf dem Melkeberg westlich des Ortes eine erste Bockwindmühle gestanden, eine sogenannte Patentmühle aus der Französischen Zeit. Auf Protest umliegender Müller wurde sie 1843 abgerissen.[17]

1833 bis 1872 wurde die Straße von Wolfenbüttel über Ahlum nach Dettum (Schöppenstedter Straße) ausgebaut und instand gehalten.[18] Im Jahre 1843 erhielt Dettum einen eigenen Bahnhof auf der Bahnstrecke Wolfenbüttel–Oschersleben.

Zwischen 1854 und 1868 wurde im Rahmen der Separation die Feldmark Dettum vermessen und aufgeteilt; zwei Separationskarten im Maßstab 1:3.000 mit Flurnamen und Besitzstandsverzeichnis sind erhalten.[19] Archivalien des 18. und 19. Jahrhunderts belegen ein vielfältiges Dorfhandwerk mit Schuhmachern, Sattlern, Schneidern und Hufschmieden.[20]

Die heutige Bockwindmühle am Weg nach Mönchevahlberg wurde 1863 durch den Amtszimmermann Bracke aus Groß Denkte und die Mühlenbaufirma Luther & Peters aus Wolfenbüttel für den Müller Friedrich Roßmann errichtet.[17] In der Windmühle wurde das Korn der Bauern aus Dettum, Mönchevahlberg und Weferlingen gemahlen. 1976 restaurierte die Dorfgemeinschaft diese Mühle und gründete einen Verein zum kontinuierlichen Erhalt.[3][21][22]

Die 1843 eröffnete Bahnstrecke Wolfenbüttel–Oschersleben führte gut einen Kilometer südlich am Dorf vorbei und erhielt dort zunächst keinen Halt. Die Zuckerfabrik wurde 1871 von Landwirten aus Dettum und Umgebung als Actien-Zucker-Fabrik Dettum mit einem Kapital von 100.000 Thalern gegründet; 950 Aktien zu 100 Thalern wurden bei der Gründung ausgegeben.[23] Da die Fabrik auf die Transportmöglichkeiten der Eisenbahn angewiesen war, entstand sie nicht im Dorf selbst, sondern auf freiem Feld an der Bahnlinie – auf dem Gebiet von Mönchevahlberg. Erst der Fabrikbau führte dazu, dass Dettum einen Bahnhof erhielt.[23] Den Bau führte die Braunschweigische Maschinen-Bauanstalt aus; 1894 wurde die Fabrik durch das Zickerickwerk und die Firma Dippe in Schladen umgebaut.[23] Die Actien-Zucker-Fabrik Dettum wurde am 1. März 1872 mit Gründeraktien ausgegeben.

20. Jahrhundert

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Empfang des Herzogs Johann Albrecht vor der Kirche in Dettum, 21. August 1910

Am 21. August 1910 besuchte Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg, der als Regent des Herzogtums Braunschweig amtierte, im Rahmen einer Inspektionsreise die Gemeinde Dettum. Er wurde vor der Kirche von Honoratioren empfangen, darunter Mitglieder des örtlichen Landwehrvereins mit Fahnen. Der Herzog besichtigte auch die Zuckerfabrik, wo mit Zuckerrüben beladene Pferdefuhrwerke standen. Die Anreise erfolgte per Automobil.[24]

Im Jahr 1933 kam es in Dettum, Schöppenstedt und Weferlingen zu Verhaftungen und Misshandlungen politischer Gegner des Nationalsozialismus. Die Verantwortlichen wurden 1949 in einem Prozess wegen Freiheitsberaubung verurteilt.[25]

Nach dem Ersten Weltkrieg verfünffachte sich die Rohzuckerfabrikation von 70.000 Zentnern (Kampagne 1913/14) auf 360.000 Zentner (1928/29); 1935 wurde die Gesellschaft in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt.[23] 1953 fuhr die Zuckerfabrik ihre letzte Kampagne; anschließend gingen die Aktivitäten auf die Aktien-Zuckerfabrik Schöppenstedt über, die später in der Nordzucker aufging.[23] Ein Großteil der Fabrikgebäude im Ortsteil Mönchevahlberg-Zuckerfabrik steht noch heute.

In der Silvesternacht 1961 erfasste ein Sturm die Bockwindmühle, die Flügel zerbrachen.[17] 1976 fand sich ein Freundeskreis zusammen, aus dem 1978 der Verein zur Erhaltung der Dettumer Windmühle e. V. hervorging, der die Mühle restaurierte. 2015 ging sie in den Vereinsbesitz über. Die Mühle ist die einzige Bockwindmühle im Umfeld der Asse und zählt zu den letzten fünf funktionsfähigen Wind- und Wassermühlen der Region.[17]

Infolge der Aufnahme von Flüchtlingen und Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Einwohnerzahl des Ortsteils Dettum von 703 (1939) auf 1357 (1950) und verdoppelte sich nahezu. Bis 1964 sank sie auf 995 zurück.[26]

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Mönchevahlberg und Weferlingen eingegliedert.[27]

Einwohnerentwicklung

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Die Angaben beziehen sich bis 1964 auf den Ortsteil Dettum, ab 1968 auf die Gemeinde (ab 1974 einschließlich der eingemeindeten Ortsteile Mönchevahlberg und Weferlingen).

JahrEinwohnerAnmerkung
~1800385nur OT Dettum[3]
1939703nur OT Dettum[26]
19501.357nur OT Dettum, Anstieg durch Vertriebene[26]
19561.139nur OT Dettum[26]
1964995nur OT Dettum[26]
19681.510Gemeinde[28]
19741.378Eingemeindung Mönchevahlberg/Weferlingen[28]
19801.293[28]
19851.285[28]
19901.343[28]
19951.443Höchststand[28]
20001.386[28]
20051.331[28]
20101.184[28]
20151.231[28]
20201.174[28]
20241.204[28]

Der Einwohnersprung von 703 auf 1.357 im Ortsteil Dettum zwischen 1939 und 1950 belegt die Aufnahme von Flüchtlingen und Vertriebenen. Ein zweiter Anstieg Anfang der 1990er Jahre geht auf Zuzüge nach der Wiedervereinigung zurück. Seit Mitte der 2000er Jahre ist die Einwohnerzahl rückläufig.

Der Rat der Gemeinde Dettum setzt sich aus elf Mitgliedern zusammen. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt.

Bei der Kommunalwahl 2021 ergab sich folgende Sitzverteilung:[29]

Gemeinderat 2021
    
Insgesamt 11 Sitze
Gemeinderatswahl 2021[30]
Wahlbeteiligung: 70,97 %
 %
40
30
20
10
0
30,75 %
28,27 %
26,89 %
14,09 %
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen

Ehrenamtlicher Bürgermeister ist seit November 2021 Ole Jahnke (Unabhängiges Wählerbündnis Dettum; UWB). Er folgt damit auf Konrad Gramatte (CDU, 2016–2021).[31]

Blasonierung: „In Gold auf blauem Schildfuß darin drei goldene Zuckerrüben, eine blaue Bockwindmühle.“[32]
Wappenbegründung: Im Mittelpunkt des Wappens steht die 1867 erbaute Bockwindmühle. Sie weist auf die große Bedeutung der Landwirtschaft während der vergangenen Jahrhunderte hin. Die Zuckerrüben im Schildfuß charakterisieren insbesondere den Rübenanbau und sie wurden noch vor wenigen Jahren in der hiesigen Zuckerfabrik verarbeitet. Die Dreizahl symbolisiert die drei Dettumer Ortsteile Dettum, Weferlingen und Mönchevahlberg.

Das Wappen wurde von Eckhard Kuske gestaltet und vom Gemeinderat am 8. Oktober 1990 angenommen.

Die Gemeinde führt keine Flagge.[33]

Das Dienstsiegel enthält das Wappen der Gemeinde Dettum und die Umschrift „Gemeinde Dettum, Landkreis Wolfenbüttel“.[33]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

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Die Gemeinde gehört zum Gebiet der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig; die ev.-luth. Kirchengemeinde Dettum mit Mönchevahlberg ist der Propstei Schöppenstedt zugeordnet.

  • Die St.-Johannes-Baptista-Kirche mit dem mächtigen mittelalterlichen Turm enthält ein Kreuz mit einem 127 cm hohen Corpus, das auf etwa 1225 bis 1230 datiert wird und möglicherweise als Triumphkreuz geschaffen wurde.[34]
  • Die Bockwindmühle in Dettum ist ein Baudenkmal (siehe Geschichte). Im Herbst 2016 wurde die Mühle am alten Standort auf dem Grundstück des letzten Müllers Alfred Weste abgebaut und im Frühjahr 2017 rund 80 Meter weiter westlich auf einem eigenen Vereinsgrundstück wieder aufgebaut.[35] Fördermittel stellte der Zukunftsfonds Asse bereit.

Gemeinschaftsleben

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Der MTV Dettum von 1899 e. V. ist mit etwa 600 Mitgliedern der größte Verein der Gemeinde. Er wurde am 12. Januar 1899 gegründet und unterhält die Sparten Fußball, Tischtennis, Turnen und Schießen. Neben dem Sportplatz an der Elmstraße verfügt er über eine eigene Schießanlage.[36][37]

Der Tennisclub Dettum e. V. wurde 1985 gegründet und betreibt eine Anlage mit zwei Plätzen und Clubhaus an der Wolfenbütteler Straße.[38]

Die DLRG-Ortsgruppe Dettum bietet Schwimmausbildung und Wasserrettung an und nutzt im Sommer das örtliche Freibad, im Winter die Schwimmhalle in Schöppenstedt.[39]

Vereine und Verbände

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Die Gemeinde Dettum verfügt über ein für ihre Größe dichtes Vereinsleben. Der Förderverein Dettumer Freibad e. V. betreibt seit 2005 das Freibad und hat über 800 Mitglieder (siehe Freibad).[40] Der Verein zur Erhaltung der Dettumer Windmühle e. V. pflegt seit 1978 die Bockwindmühle (siehe Geschichte).[41]

Weitere Vereine sind der Kleingartenverein Gartenfreunde e. V., der Förderverein der Grundschule Dettum e. V., ein Ortsverein des DRK, der SoVD-Ortsverband, die evangelische Frauenhilfe sowie der Kirchenchor Dettum.[37]

In der Hauptstraße befindet sich das Kulturhaus Dettum mit Galeriebetrieb, das regelmäßig Ausstellungen und Veranstaltungen anbietet.[42]

Freiwillige Feuerwehr

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Die Freiwillige Feuerwehr Dettum wurde 1873 gegründet und feierte im August 2023 ihr 150-jähriges Bestehen.[43] Sie ist eine der drei Stützpunktfeuerwehren der Samtgemeinde Sickte und durchgehend mit einer Gruppe einsatzbereit gemeldet. Im Landkreis Wolfenbüttel übernimmt sie Aufgaben im Zug CBRN-Ost der Kreisfeuerwehrbereitschaft.[44]

Die Feuerwehr verfügt über rund 90 aktive, fördernde und ehemalige Mitglieder in fünf Abteilungen: Einsatzabteilung (49 Aktive), Jugendfeuerwehr, Kinderfeuerwehr, Alters- und Ehrenabteilung sowie Spielmannszug.[44] Für die Kinderfeuerwehr wurde mit Unterstützung der Stiftung Braunschweiger Land ein eigenes Feuerwehrauto beschafft.[45] Das 2004 errichtete Feuerwehrhaus befindet sich in der Kirschenallee. Neben der Ortswehr Dettum besteht im Gemeindegebiet die Ortsfeuerwehr Mönchevahlberg-Weferlingen.[44]

Wirtschaft und Infrastruktur

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In Dettum befinden sich die Kindertagesstätte Zwergen-Hus (Träger: Gemeinde Dettum), eine Grundschule sowie das Dorfgemeinschaftshaus Beeke-Hus (Wolfenbütteler Straße).

Die Grundschule Dettum ist neben der Grundschule Sickte eine von zwei Grundschulen der Samtgemeinde Sickte. Ihr Schulbezirk umfasst die Gemeinden Dettum, Erkerode, Evessen und Veltheim sowie die Sickter Ortsteile Apelnstedt und Volzum; gegenwärtig werden rund 180 Kinder beschult.[46][47] Die Schule erhielt 2024 einen Erweiterungsbau in Holzbauweise; für den ab 2026/27 geltenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ist der Neubau einer Mensa geplant.[48][49]

Das Freibad Dettum (Elmstraße) wurde am 24. Juni 1956 mit einem Volksfest eröffnet; erste Planungen für eine Badeanstalt reichen bis 1937 zurück.[50] Seit 2005 wird das Bad vom Förderverein Dettumer Freibad e. V. betrieben, der über 800 Mitglieder hat.[51] Das Freibad verfügt über ein Schwimmerbecken mit 3-Meter-Sprungturm und Startblöcken sowie ein Planschbecken.[52]

Verkehr

Der Haltepunkt Dettum liegt bei Streckenkilometer 21,6 an der Bahnstrecke Wolfenbüttel–Oschersleben, die am 16. Juli 1843 von der Herzoglich Braunschweigische Staatseisenbahn eröffnet wurde und Teil einer der ältesten Fernverbindungen Deutschlands war.[53] Die Zuckerfabriken der Region, darunter Dettum, benötigten die Eisenbahn insbesondere für die Kohleversorgung.[54] Zumindest bis in die 1980er-Jahre war die Betriebsstelle ein Bahnhof mit mindestens einer Weiche.[55] Seit 2007 ist nur noch das Teilstück Wolfenbüttel–Schöppenstedt in Betrieb; die Linie RB 45 (Braunschweig–Schöppenstedt) verkehrt im Stundentakt mit LINT 41-Triebwagen.[53]

Fiskalpolitik

Am 1. Oktober 2018 warnte der Bund der Steuerzahler vor einer Anhebungsspirale kommunaler Steuern und hob Dettum als Negativbeispiel beim Hebesatz der Grundsteuer B hervor, da es zwischen 2017 und 2018 zu einer Anhebung des Grundsteuer-Hebesatzes von 200 Prozentpunkten auf 600 Prozent gekommen war (Stand 2023); seitdem zählt die Gemeinde Dettum zu einer der teuersten Gemeinden Niedersachsens in Bezug auf Bodenzinsabgaben.[56]

Energie

Westlich von Dettum und östlich von Ahlum errichtete die SAB WindTeam GmbH 2024/2025 den Windpark Ahlum-Dettum, einen der größten Onshore-Windparks Deutschlands. Der Windpark umfasst 19 Windkraftanlagen (Vestas V162-6.2 MW und V136-4.2 MW) mit einer Gesamtleistung von 113,8 MW und einer prognostizierten Jahresproduktion von rund 300.000 MWh.[57][58] Die Anlagen stehen in den Gemarkungen Ahlum (Stadt Wolfenbüttel), Dettum und Volzum (Gemeinde Sickte); die Immissionsschutzrechtliche Genehmigung erteilte der Landkreis Wolfenbüttel im Juni 2023.[59] Eine der 19 Anlagen gehört der Stadt Wolfenbüttel und wird über die Stadtbetriebe Wolfenbüttel betrieben.[60] Die technische Betriebsführung des Gesamtparks übernimmt die SAB Betriebsführungs GmbH & Co. KG mit Sitz in Ahlum. Alle 19 Anlagen wurden 2025/2026 in Betrieb genommen; zugleich erfolgte die Aktivierung der gesetzlich vorgeschriebenen bedarfsgesteuerten Nachtkennzeichnung.[61]

Persönlichkeiten

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  • Otto Hahne: Siedlungsgeschichte und Verkehrsstraßen zwischen Elm und Asse auf Grund der Flurnamen des Dorfes Dettum. In: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte. Bd. 19, 1942, S. 187 ff. (online).
  • W. Busch: Ortsgeschichte von Dettum. 2 Bände. Selbstverlag der Gemeinde Dettum (o. J.).
  • Fritz Barnstorf: Pastor Hermann Braess (1738–1797), der Dettumer Bote und Braunschweigische Hausfreund mit seiner „Rothen Zeitung für die lieben Landleute“. In: Braunschweigische Heimat. Jg. 52, H. 3/4, 1966, S. 128–134.
  • Falko Rost: Die Kirche St. Johannes Baptista in Dettum – Bauliche Entwicklung, Raumeinrichtung und beteiligte Architekten in vier Stationen. In: Heimatbuch für den Landkreis Wolfenbüttel. Jg. 55, 2009, S. 140–150.
Commons: Dettum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Tabelle EVAS 12411, Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis des Zensus 2022, Stand 31. Dezember 2025 (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Dettum. Abgerufen am 21. Januar 2023.
  3. 1 2 3 4 5 6 Portrait Dettum. Samtgemeinde Sickte, abgerufen am 10. März 2026.
  4. Werner Flechsig: Beiträge zur Ortsnamenforschung im Raum Südostniedersachsen. In: Braunschweigische Heimat. Jg. 66, 1980, S. 17. (doi:10.24355/dbbs.084-201702071418-0)
  5. Bernstein aus dem Niemandsland? bei Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege
  6. Bernstein in Wolfenbüttel – so sieht Niedersachsens „größter Einzelfund“ aus in Wolfenbütteler Zeitung vom 30. März 2026
  7. Bernstein aus dem Niemandsland? bei Stadt Wolfenbüttel vom 27. März 2026
  8. Ulrich Schwarz: Ein Lehnsverzeichnis und Zinsregister der Herzöge von Braunschweig aus dem 14. Jahrhundert. In: Braunschweigisches Jahrbuch für Landesgeschichte. Bd. 90, 2009, S. 74. (doi:10.24355/dbbs.084-201105261135-0)
  9. Ulrich Schwarz: Steuerlisten des Amtes Asseburg. In: Braunschweigisches Jahrbuch für Landesgeschichte. Bd. 92, 2011, S. 36–44. (doi:10.24355/dbbs.084-201201271540-0)
  10. Philip Haas: Die Johanniskirche und ihre Stellung im kirchlichen Gefüge Braunschweigs. In: Braunschweigisches Jahrbuch für Landesgeschichte. Bd. 105, 2024, S. 27. (doi:10.24355/dbbs.084-202411041428-0)
  11. Ludwig Hänselmann, Heinrich Mack: Urkundenbuch der Stadt Braunschweig. S. 324. (PDF auf LeoPARD, S. 324)
  12. Eckart Roloff: Hermann Bräß – Ein Landpfarrer erschafft den Leserbrief. In: Eckart Roloff: Göttliche Geistesblitze. Pfarrer und Priester als Erfinder und Entdecker. Wiley-VCH, Weinheim 2010, ISBN 978-3-527-32578-8, S. 183–196.
  13. 1 2 Fritz Barnstorf: Pastor Hermann Braess (1738–1797), der Dettumer Bote und Braunschweigische Hausfreund mit seiner „Rothen Zeitung für die lieben Landleute“. In: Braunschweigische Heimat. Jg. 52, H. 3/4, 1966, S. 128–134. (doi:10.24355/dbbs.084-201702241609-0)
  14. Aktiensammler 04/10, S. 24, ISSN 1611-8006
  15. Niedersächsisches Landesarchiv, Abt. Wolfenbüttel: NLA WO 30 W R II Nr. 178–182 (Zivilstandsregister); NLA WO 13 W Nr. 508, 509, 715, 996, 997 (Steuerakten). (Arcinsys).
  16. NLA WO 9 W Nr. 215. (Arcinsys).
  17. 1 2 3 4 Historie der Dettumer Windmühle. Verein zur Erhaltung der Dettumer Windmühle e. V., abgerufen am 10. März 2026.
  18. NLA WO 34 N Nr. 4043, 4048. (Arcinsys).
  19. NLA WO K 5333 und K 19168: Karte von dem Dorfe und der Feldmark Dettum, vermessen vom Landesökonomie-Geometer Koch, revidiert von Bentenschneider (Arcinsys).
  20. NLA WO 34 N Nr. 2270, 2374, 2402, 2404; NLA WO 34 N Nr. 2100, 2149 (Arcinsys).
  21. Heinz Eichhorn: Windmühlen im Braunschweiger Land. 1. Auflage. Appelhans, Braunschweig 1998, ISBN 3-930292-13-0, Besuch in Dettums Segel-Bockwindmühle, S. 28–29.
  22. Heinz Eichhorn: Von der großen und kleinen Dettumer Bockwindmühle. Alfred Westes gelungene Überraschung. In: Wolfenbütteler Zeitung. Band 197, Nr. 148, 29. Juni 1983.
  23. 1 2 3 4 5 Actien-Zucker-Fabrik Dettum – Firmengeschichte. Deutsche Wertpapierauktionen, 11. Januar 2024, abgerufen am 7. April 2026.
  24. NLA WO 18 Slg 1 Nr. 298–303, 1117–1124, 320: Fotodokumentation der Inspektionsreise, Glasplatten-Negative. (Arcinsys).
  25. Norddeutsche Zeitung, Ausgabe Braunschweig, Jg. 2, 1949, S. 91, 106. (LeoPARD, doi:10.24355/dbbs.084-202507221009-0, Public Domain)
  26. 1 2 3 4 5 Braunschweigische Heimat. Bd. 51, 1965, S. 43. (PDF auf LeoPARD, S. 43)
  27. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 273.
  28. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online, Tabelle Z100001G, Gemeinde Dettum (03158009).
  29. Ergebnis Gemeinderatswahl 2021. Abgerufen am 13. Juli 2022.
  30. https://votemanager.kdo.de/20210912/031585406/praesentation/ergebnis.html?wahl_id=225&stimmentyp=0&id=ebene_8_id_1523
  31. Gemeinderat Dettum
  32. Arnold Rabbow: Neues Braunschweigisches Wappenbuch. Die Wappen der Gemeinden und Ortsteile in den Stadt- und Landkreisen Braunschweig, Gifhorn, Goslar, Helmstedt, Peine, Salzgitter, Wolfenbüttel, Wolfsburg. Hrsg.: Braunschweiger Zeitung, Salzgitter Zeitung und Wolfsburger Nachrichten. Joh. Heinr. Meyer Verlag, Braunschweig 2003, ISBN 3-926701-59-5, S. 185.
  33. 1 2 Hauptsatzung § 2 (PDF; 3,1 MB).
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