Der Nebelmann
| Film | |
| Titel | Der Nebelmann |
|---|---|
| Originaltitel | La ragazza nella nebbia |
| Produktionsland | Italien |
| Originalsprache | Italienisch |
| Erscheinungsjahr | 2017 |
| Länge | 128 Minuten |
| Altersfreigabe | |
| Stab | |
| Regie | Donato Carrisi |
| Drehbuch | Donato Carrisi |
| Produktion | |
| Musik | Vito Lo Re |
| Kamera | Federico Masiero |
| Schnitt | Massimo Quaglia |
| → Besetzung und Synchronisation | |
Der Nebelmann (italienisch La ragazza nella nebbia ‚Das Mädchen im Nebel‘) ist ein italienischer Kriminalfilm und erschien 2017. Donato Carrisi gab damit sein Regiedebüt, von ihm stammen auch die gleichnamige Romanvorlage und das Drehbuch.
In einem abgelegenen italienischen Bergdorf soll ein prominenter Ermittler, verkörpert von Toni Servillo, das plötzliche Verschwinden eines jungen Mädchens aufklären. Seine Methoden sind jedoch äußerst umstritten. Alessio Boni, Jean Reno und Lorenzo Richelmy sind in tragenden Rollen besetzt.
Handlung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach einem Autounfall in den Bergen wird der Sonderermittler Vogel, der sich den Befragungen durch die Polizei widersetzt, von dem Psychiater Augusto Flores begutachtet und befragt. In Rückblenden wird dann die Geschichte einer Entführung geschildert, zu deren Aufklärung Vogel in das abgelegene Bergdorf Avechot gereist ist, wo er mit der örtlichen Polizei zusammenarbeiten muss.
Auf ihrem Weg zur Kirche ist die sechzehnjährige Anna Lou Kastner spurlos verschwunden. Sonderermittler Vogel leitet die Untersuchung, in die er, wie stets bei seinen Ermittlungen, auch die Medien massiv einbezieht, indem er ihnen mit Absicht und ohne Skrupel ein „Monster“ präsentiert, um in Ruhe ermitteln zu können. Dadurch erhofft er sich, dass der Entführer nervös wird und Fehler macht. Er arbeitet, wie auch in früheren Fällen, mit der investigativen Journalistin Stella Honer zusammen, wobei beide versuchen, den anderen zu manipulieren. Honer geht es mehr um ihre Karriere, als um den jeweiligen Fall selbst. Wieder einmal gerät auch Vogel mit seinen zweifelhaften Methoden selbst in den Fokus der journalistischen Neugierde. In einem seiner früheren Fälle hatte er einen Mann als Mörder beschuldigt, der daraufhin vier Jahre im Gefängnis saß. Als sich seine Unschuld herausstellt, ist er ein gebrochener Mann, seine Ehe ist gescheitert und seine bürgerliche Existenz zerstört. Allerdings hat er vom Staat eine großzügige Entschädigung bekommen.
Die Eltern des Mädchens, die einer fundamentalistischen Sekte angehören, wenden sich über das Fernsehen an die Öffentlichkeit und bitten um Hilfe. In Amateurvideos, die der autistische Schüler Mattia, ein jugendlicher Verehrer Anna Lous, gemacht hat, taucht wiederholt ein weißer Geländewagen auf, der dem Lehrer Loris Martini gehört. Martini ist erst vor einem knappen Jahr mit seiner Familie offenbar wegen seiner prekären finanziellen Situation in den entlegenen Ort gezogen. Vogel lässt durch die Journalistin den Verdacht durchsickern, dass der Lehrer, der für die Tatnacht kein Alibi hat, der gesuchte Mörder sein könnte. Das Dorf wird nun überschwemmt von Reportern und Fernsehteams, die gierig auf neue Informationen sind, die Eltern des Mädchens belästigen, und der Lehrer, seine Frau und seine Tochter stehen unter massivem psychischen Druck. Es finden sich zwar immer weitere Indizien, die ihn in Zusammenhang mit dem Fall bringen. Allerdings handelte es sich um Indizien, die zu keiner Zeit stichhaltig genug sind, um ihn überführen zu können.
Es entsteht der Verdacht, dass es einen Zusammenhang mit einem Serienmörder aus der Gegend gibt, dem „Nebelmann“. Alle seine Opfer waren rothaarige Mädchen im Teenageralter, deren Leichen nie gefunden wurden. Nachdem den Medien Beweise zugespielt wurden, sieht es so aus, als habe Vogel selbst etwas mit dem Verschwinden Anna Lous zu tun. Zu einer Fernsehtalkshow sind sowohl Vogel als auch Martini eingeladen, um sich den Fragen der investigativen Journalistin zu stellen. Während Vogel noch hinter den Kulissen wartet, trifft er auf Martini und entdeckt an dessen Handgelenk einen echten Beweis für dessen Täterschaft. Daraufhin beschließt er für Gerechtigkeit zu sorgen und lockt Martini in sein Auto, wo er ihn tötet. Zwar wird diese Szene nicht gezeigt, dafür jedoch die Szene, in der Martini Anna Lou, die er vergiftet hat, beim Sterben zuschaut. Martini hat die Tat einzig aus dem Grund begangen, um sich selbst als Opfer zu inszenieren und an Geld zu kommen.
Als das Gespräch mit Psychiater Flores beendet ist, bittet dieser die wartenden Polizeibeamten herein, die Vogel verhaften. Flores kehrt nach Hause zurück, öffnet in einem Versteck eine Blechdose, in der sich sechs rote Haarsträhnen befinden. Flores war also der gesuchte Täter, der „Nebelmann“, der bereits vor 30 Jahren aktiv war.
Produktion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Produktionsnotizen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Figur | Darsteller | Deutscher Sprecher |
|---|---|---|
| Agente Vogel | Toni Servillo | Jürgen Heinrich |
| Prof. Loris Martini | Alessio Boni | Peter Flechtner |
| Augusto Flores | Jean Reno | Joachim Kerzel |
| Agente Borghi | Lorenzo Richelmy | Tobias Schmidt |
| Stella Honer | Galatea Ranzi | Ghadah Al-Akel |
| Agente Mayer | Michela Cescon | |
| Clea | Lucrezia Guidone | Laura Preiss |
| Maria Kastner | Daniela Piazza | |
| Bruno Kastner | Thierry Toscan | Marko Bräutigam |
| Anna Lou Kastner | Ekaterina Buscemi | Isabella Vinet |
| Giorgio Levi, Rechtsanwalt | Antonio Gerardi | Hans Hohlbein |
| Beatrice Leman | Greta Scacchi | Traudel Sperber |
| Monica | Marina Occhionero | |
| Mattia, autistischer Schüler | Jacopo Olmo Antinori | |
| Priscilla | Sabrina Martina | |
| Romeo | Pietro Faiella | Christian Intorp |
| Polizist | Massimo Rigo | |
| Restaurantbesitzer | Massimo Sacilotto |