Deepa Malik

Deepa Malik (Hindi दीपा मलिक; * 30. September 1970 in Haryana) ist eine indische Paraathletin, frühere Schwimmerin und Motorsportlerin sowie Sportfunktionärin.[1] Sie wurde bei den Paralympischen Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro durch Silber im Kugelstoßen der Klasse F53 die erste Inderin mit einer Medaille bei Paralympischen Spielen.[2]
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Malik fuhr als Jugendliche gern Motorrad und spielte Cricket.[1] Nach einer Operation wegen eines spinalen Tumors war sie ab 1999 unterhalb der Taille gelähmt und dauerhaft auf einen Rollstuhl angewiesen.[2] Sie ist mit einem früheren Armeeoffizier verheiratet und Mutter zweier Töchter.[3] Nach der Lähmung betrieb sie zunächst ein Gartenrestaurant, bevor Kontakte zur lokalen Motorradszene sie wieder zu Sport und Abenteueraktivitäten führten.[1]
In den Jahren vor ihrem paralympischen Erfolg wurde sie auch als erste körperlich behinderte Person in Indien mit einer offiziellen Rallye-Lizenz der Federation of Motor Sports Clubs of India bekannt und nahm an anspruchsvollen Rallyes wie Raid de Himalaya und Desert Storm (2010) teil.[4]
Wirken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Malik begann nach ihrer Lähmung mit Para-Sport, nahm zunächst Schwimmen und Speerwurf auf und gewann später auch Medaillen in internationalen Wettbewerben.[2]
Mit 36 Jahren trat sie im Schwimmen auf nationaler Ebene an, schwamm im Yamuna gegen die Strömung und schaffte es damit ins Limca Book of Records.[1] In der Leichtathletik stellte sie einen offiziellen IPC-Asienrekord im Speerwurf auf und hielt nationale Rekorde im Diskuswurf.[1] Bei den Weltmeisterschaften 2011 gewann sie Silber im Kugelstoßen.[5]
Am 12. September 2016 gewann sie bei den Paralympischen Spielen in Rio de Janeiro mit persönlicher Bestleistung von 4,61 Metern Silber im Kugelstoßen F53; Gold ging an Fatema Nedham aus Bahrain, Bronze an Dimitra Korokida aus Griechenland.[5] Nach dem Medaillengewinn wurde sie in Indien als historische Vorreiterin des Para-Sports gefeiert, während sie selbst mehr Anerkennung für das Potenzial des indischen Para-Sports einforderte.[2] Im Jahr 2018 gewann sie beim Para Athletics Grand Prix in Dubai Gold im Speerwurf der Klasse F53/54.[6]
Für ihre sportlichen Leistungen erhielt sie 2012 den Arjuna Award, 2017 den Padma Shri und 2019 den Rajiv Gandhi Khel Ratna Award.[6] 2019 zeichnete das Internationale Paralympische Komitee sie mit der International Women’s Day Recognition aus.[7] 2020 erklärte Malik ihren Rückzug aus dem aktiven Leistungssport, um als Präsidentin des Paralympic Committee of India für den indischen Para-Sport zu arbeiten.[6]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 4 5 Ten Indian women who made history. In: The Hindu. 8. März 2026, abgerufen am 31. Mai 2026 (englisch).
- 1 2 3 4 Deepa Malik: First Indian woman to win Paralympics medal. In: BBC News. 13. September 2016, abgerufen am 31. Mai 2026 (englisch).
- ↑ Gurgaon’s daughter Deepa Malik gets rousing welcome. In: Hindustan Times. 19. September 2016, abgerufen am 31. Mai 2026 (englisch).
- ↑ Deepa Malik’s zest for life lands her Paralympic shot put silver. In: Hindustan Times. 12. September 2016, abgerufen am 31. Mai 2026 (englisch).
- 1 2 Rio Paralympics: Deepa Malik wins silver in shot put. In: The Hindu. 17. November 2021, abgerufen am 31. Mai 2026 (englisch).
- 1 2 3 Time to serve para-sports: Deepa Malik announces retirement. In: Hindustan Times. 11. Mai 2020, abgerufen am 31. Mai 2026 (englisch).
- ↑ Deepa Malik given International Women's Day Recognition. In: International Paralympic Committee. 8. März 2019, abgerufen am 31. Mai 2026 (englisch).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Malik, Deepa |
| ALTERNATIVNAMEN | दीपा मलिक (Hindi) |
| KURZBESCHREIBUNG | indische Paraathletin, Schwimmerin, Motorsportlerin und Sportfunktionärin |
| GEBURTSDATUM | 30. September 1970 |
| GEBURTSORT | Haryana, Indien |