Karte der Bucht mit den Inseln Buchhorst im Westen und Plönswerder im Osten
Karte der Bucht mit den Inseln Buchhorst im Westen und Plönswerder im Osten
Der Dassower See ist trotz seines Namens kein Binnensee, sondern eine Seitenbucht (Wiek) der Traveförde, fünf Kilometer oberhalb der Travemündung zur Ostsee.
Der Dassower See ist eine Brackwasser-Bucht im Fluss Trave, die zusammen mit der Pötenitzer Wiek von der offenen See der Lübecker Bucht durch die Halbinsel Priwall abgetrennt wird. Der etwa 8km² große Dassower See hat von der Mündung des Flusses Stepenitz im Südosten ausgehend eine trichterartige Form, die sich im Nordwesten (Mündung in die Pötenitzer Wiek) wieder auf etwa 300 Meter verengt. An der Mündung der Stepenitz befindet sich bei der Dassower Brücke ein kleiner Anleger für die Fischerboote aus Dassow.
Die Bucht mit ihren beiden Inseln gehört zum Stadtgebiet von Lübeck, Stadtteil Travemünde, Stadtbezirk Priwall. Die gesamte Uferlinie bildet dabei die Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern. Die namengebende Kleinstadt Dassow im Landkreis Nordwestmecklenburg ist die einzige größere Ansiedlung am Dassower See. Am nördlichen Ufer befindet sich die ehemalige Gutsanlage des Schlosses Johannstorf.
Bis zur deutschen Wiedervereinigung war der gesamte Seeuferbereich Sperrgebiet und somit dem Tourismus und jeglicher Bebauung entzogen. Am Ufer befand sich auf DDR-Gebiet eine mehrere Meter hohe Mauer aus Betonelementen, so dass der See von der DDR-Seite aus nicht eingesehen werden konnte. Das Betreten der Sperrzone war nur mit Sondergenehmigung möglich. Die Wasserfläche des Sees konnte von der Trave aus befahren werden (die Grenze verlief entlang der Hochwasserlinie, so dass bei normalem Wasserstand ein schmaler Uferstreifen zu Schleswig-Holstein und somit zur Bundesrepublik gehörte).
Manfred Diehl, Dorothea Diehl: Naturschutzgebiete an der Ostseeküste Schleswig-Holsteins. In: Berichte des Vereins „Natur und Heimat“ und des Naturhistorischen Museums zu Lübeck, Heft 19/20, 1986, ISSN0067-5806