Daniel Zerbin
Daniel Zerbin (* 1. Februar 1973 in Gelsenkirchen) ist ein deutscher Kriminalwissenschaftler und Politiker (AfD). Seit 2025 ist er Mitglied des Deutschen Bundestages. Zuvor war er von 2022 bis 2025 Abgeordneter im Landtag Nordrhein-Westfalen.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zerbin wuchs in Dorsten auf und legte im Jahre 1992 das Abitur an der Gesamtschule in Wulfen ab.
Er trat anschließend in die Bundeswehr ein und war bis 2006 zwölf Jahre lang Offizier der Feldjägertruppe, gegenwärtig im Dienstgrad eines Oberstleutnants der Reserve. Während dieser Zeit nahm Zerbin an Auslandseinsätzen in Afghanistan und in Kosovo teil. Parallel zu seiner Tätigkeit als Offizier studierte an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg Betriebspädagogik (Abschluss: Diplom-Pädagoge, 2002) und an der Universität Hamburg Kriminologie (Abschluss: Diplom-Kriminologe, 2004).
Von 2007 bis 2010 war er Dozent an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen und arbeitete selbstständig in der Sicherheitsbranche. Von 2010 bis 2011 war Zerbin als Leiter des Sicherheitsdienstes der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin tätig. Von 2011 bis 2013 war er wissenschaftlicher Angestellter bei der Polizei Hamburg. Schließlich wurde er an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg mit einer Dissertation über die Analyse religiös motivierter Selbstmordattentate am Beispiel der Anschläge der Hamburger Zelle vom 11.09.2001 promoviert. Ab 2013 war er als Dozent an der Northern Business School in Hamburg tätig. Im Jahr 2017 übernahm er an der NBS schließlich die Professur für Kriminalwissenschaften.
Zerbin wohnt in Dorsten und hat zwei Kinder.
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zerbin war von 1991 bis 1993 Mitglied der FDP und von 1998 bis 2006 Mitglied der CDU, bevor er 2016 in die AfD eintrat.
Bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2022 trat er im Landtagswahlkreis Recklinghausen III und auf Platz elf der Landesliste der AfD an. Er zog über die Landesliste in den nordrhein-westfälischen Landtag ein. Bei der konstituierenden Sitzung am 1. Juni 2022 kandidierte er für die AfD als 2. Vizepräsident, verlor jedoch die Abstimmung.[1]
Bei der Bundestagswahl 2025 kandidierte Zerbin im Bundestagswahlkreis Herne – Bochum II und auf Platz 13 der AfD-Landesliste. Er zog über die Landesliste in den Deutschen Bundestag ein. Im Zuge dessen legte er sein Landtagsmandat nieder; für ihn rückte Thomas Röckemann in den Landtag Nordrhein-Westfalens nach.[2]
Im Zusammenhang mit seiner Kandidatur zur Oberbürgermeisterwahl 2025 in Herne wurde öffentlich thematisiert, dass Zerbin als Bundestagsabgeordneter kein Wahlkreisbüro in Herne eröffnet habe. Nach eigenen Angaben sei es bislang nicht möglich gewesen, ein für die Öffentlichkeit gut erreichbares und zugleich bezahlbares Büro anzumieten. Grund dafür seien nach seiner Darstellung Zurückhaltungen von Vermietern infolge von gesellschaftlichen und medialen Protestaufrufen gegen die AfD.[3]
Zerbin kandidierte bei der Oberbürgermeisterwahl 2025 in Herne, unterlag jedoch dem Amtsinhaber Frank Dudda (SPD).[4] Zerbin kandidierte bei den Kommunalwahlen gleichzeitig für den Rat der Stadt Münster. Dort stand er auf Platz 5 der AfD-Reserveliste.[5] Da die AfD jedoch nur bis Listenplatz 3 Mandate erhielt, verfehlte Zerbin den Einzug in den Stadtrat.[6]
Die gleichzeitige Kandidatur Zerbins in Herne und Münster wurde in den lokalen Medien und von politischen Mitbewerbern kritisch bewertet. Während die Herner AfD darin keinen Widerspruch sah und auf die rechtliche Zulässigkeit verwies, sprachen Vertreter anderer Parteien von politischer Unglaubwürdigkeit und stellten seine Verankerung in Herne infrage. Nach Einschätzung des Wahlamtes der Stadt Herne war die Kandidatur rechtlich zulässig, auch wenn ein solcher Fall als unüblich gilt.[5]
Sport
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zerbin gewann dreimal die deutsche Meisterschaft im Muay-Thai-Boxen. 2006 beendete er seine aktive Karriere. Er ist Vorsitzender des Kampfsportvereins Sparta Gym in Marl und erster Vorsitzender des Muay-Thai-Bundes von Nordrhein-Westfalen.
Veröffentlichungen (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Mit Monika Pientka und Norbert Wolf: Kriminalwissenschaften 1 – Grundstudium. Verlag C. H. Beck, München 2021.
- Mit Monika Pientka: Kriminalwissenschaften 2 – Hauptstudium 1 Verlag C. H. Beck, München 2021.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Landtag NRW: Konstituierende Sitzung. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 1. Juni 2022; abgerufen am 1. Juni 2022.
- ↑ Wechsel in AfD-Fraktion: Röckemann rückt für Zerbin nach. 27. März 2025, abgerufen am 27. März 2025.
- ↑ Michael Muscheid: OB-Wahl 2025 in Herne: Das will Daniel Zerbin (AfD). 10. August 2025, abgerufen am 18. September 2025.
- ↑ Kai-Hendrik Hass: Kommunalwahlen 2025: Entscheidung in Herne. In: www1.wdr.de. 14. September 2025, abgerufen am 15. September 2025.
- 1 2 Lars-Oliver Christoph: AfD-Politiker: OB-Kandidat in Herne, Ratskandidat in Münster. 10. September 2025, abgerufen am 18. September 2025.
- ↑ Ergebnis. Abgerufen am 18. September 2025.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Zerbin, Daniel |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Kriminalwissenschaftler und Politiker (AfD) |
| GEBURTSDATUM | 1. Februar 1973 |
| GEBURTSORT | Gelsenkirchen |