Das Schiff wurde ursprünglich als halb-tauchendesKranschiff (SSCV, Semi-Submersile Crane Vessel) konstruiert, aber 2001 von der niederländischen Werft Verolme Botlek (heute Keppel Verolme) in ein Tiefsee-Arbeitsschiff umgebaut. Während des Umbaus wurde auch ein System zur dynamischen Positionierung (DP-System) der KlasseIII installiert. Hermod und Balder waren zum Zeitpunkt ihres Entwurfes aufgrund ihres Aufbaus und Leistungsfähigkeit wegweisend für viele Nachfolgeentwürfe und revolutionierten den Schiffbau für Arbeitsschiffe.
Der Rumpf der Balder besteht aus zwei Schwimmern, die über je drei Säulen mit dem Decksaufbau verbunden sind. Der Tiefgang, der bei der Überführung rund 12Meter (m) beträgt, wird während der Arbeit auf rund 28m abgesenkt, um die Einflüsse von Wellen und Oberflächenströmungen zu verringern.
MLD-Winsch der Balder
Das Schiff hat zwei Kräne mit einer Kapazität von 3600 und 2700Tonnen (t) und kann daher im Tandemhub bei einer Ausladung von 33,5m bis zu 6300t schwere Lasten heben. Der größere der beiden Kräne kann eine Last von 360t bis in eine Tiefe von 3000m absenken.
Der Antrieb erfolgt über zwei elektrisch angetriebene Verstellpropeller mit einer Leistung von je 4400Kilowatt (kW), die in einer kurzen Düse eingebaut sind. Sieben Strahlantriebe des Typs LIPS FS3500-571/NU haben eine Leistung von je 3.500kW. Die sechs Strahlantriebe des DP-Systems werden von sechs Dieselgeneratoren mit je 4.000kW Leistung (5.000 kVA) angetrieben. Die Stromversorgung erfolgt über sechs Dieselgeneratoren mit je 2765kW.
2001 wurde auch die größte Verlegewinde für Mooringleinen der Welt (engl. Mooring Line Deployment Winch, kurz MLD-Winch), mit einem Durchmesser von 10,5m eingebaut. Mit ihr ist die Errichtung von Ankerplätzen bis zu einer Wassertiefe von 3500m möglich. Im Jahre 2002 wurde auf der Backbord-Seite ein 98m hoher J-Lay-Turm installiert, mit dem es möglich ist Pipelines bis 3000m Tiefe zu verlegen.[1]
Zur Verankerung des Schiffes sind zwölf 22,5t schwere „Delta-Flipper“-Anker vorhanden, die an 4500m langen Stahlseilen mit einer Mindestbruchfestigkeit von 386t befestigt sind.
Das Schiff bot bis Januar 2007 beheizte und klimatisierte Kabinen für 367 Personen. Mit dem folgenden Umbau stieg die Kapazität auf 392 Personen. Das Helikopterdeck ist in der Lage Hubschrauber bis zur Größe einer Sikorsky S-61 aufzunehmen.
Die Balder hielt den Tiefenrekord für das Verlegen von Pipelines. 2005 wurden in einer Tiefe von 2200m Teile einer Pipeline im Rahmen des Mardi Gras-Projektes verlegt.[2] Die Pipeline wurde direkt an die Thunder Horse angeschlossen. Sie brach damit den Rekord der Saipem 7000, die für das Blue Stream-Projekt eine Pipeline im Schwarzen Meer in 2150m Tiefe verlegt hatte. Der Rekord der Balder wurde von der Solitaire, dem größten Rohrleger der Welt, gebrochen, die eine Pipeline in 2775m Tiefe verlegte.[3]
Im Jahr 2005 wurde mit der Balder die Thunder Horse, die größte verankerte, halb-tauchende Ölplattform der Welt, installiert. Sie unterstützte ebenfalls das Aufrichten der Plattform aus ihrer Schräglage, die durch den Hurrikan Dennis beinahe gekentert wäre.
2007 verankerte die Balder die Independence Hub Facility, eine Verteilungsplattform, in einer Rekordtiefe von 2438m (8000ft). Dabei wurden „Suction Piles“, eine besondere Art der Pfahlgründung, in einer Rekordtiefe von 2438m gesetzt. Bei diesem Projekt wurde auch die Rücklaufleitung der Bohrung in einer Rekordtiefe von 2743m (9000ft) installiert.[4]