Deutsche Mark
| Deutsche Mark 21. Juni 1948 bis 31. Dezember 2001 | |||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
1-DM-Stück von 1967 | |||||||||||||||
| Staat: | |||||||||||||||
| Unterteilung: | 100 Deutsche Pfennig (abgekürzt: Dpf.; oft kurz Pfennig bzw. Pf.) | ||||||||||||||
| ISO-4217-Code: | DEM | ||||||||||||||
| Abkürzung: | DM, DEM, D-Mark | ||||||||||||||
| Wechselkurs: (fix) |
1 EUR = 1,95583 DEM | ||||||||||||||
| Jahr | 1 USD | 1 GBP[B 1] | 1 CHF | Jahr | 1 USD | 1 GBP | 1 CHF | 100 JPY[B 2] | Jahr | 1 USD | 1 GBP[B 1] | 1 CHF | 100 JPY | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1948/49 | 3,33 | – | – | 1970 | 3,6463 | 8,736 | 0,84601 | 1,0183 | 1990 | 1,6161 | 2,877 | 1,16501 | 1,1183 | ||
| 1950/52 | 4,2 | – | – | 1971 | 3,4795 | 8,505 | 0,84578 | 0,9996[B 3] | 1991 | 1,6612 | 2,926 | 1,1574 | 1,2346 | ||
| 1972 | 3,1889 | 7,974 | 0,83537 | 1,0534 | 1992 | 1,5595 | 2,753 | 1,11198 | 1,2313 | ||||||
| 1953 | 4,2 | 11,702 | 0,97861 | 1973 | 2,659 | 6,514 | 0,84005 | 0,9795 | 1993 | 1,6544 | 2,483 | 1,11949 | 1,4945 | ||
| 1954 | 4,1993 | 11,7353 | 0,97929 | 1974 | 2,5897 | 6,055 | 0,8701 | 0,8888 | 1994 | 1,6218 | 2,4816 | 1,18712 | 1,587 | ||
| 1955 | 4,2107 | 11,7376 | 0,98247 | 1975 | 2,4631 | 5,449 | 0,95232 | 0,8301 | 1995 | 1,4338 | 2,262 | 1,2124 | 1,5293 | ||
| 1956 | 4,2027 | 11,708 | 0,98073 | 1976 | 2,5173 | 4,553 | 1,00747 | 0,85 | 1996 | 1,5037 | 2,3478 | 1,21891 | 1,3838 | ||
| 1957 | 4,2012 | 11,732 | 0,98018 | 1977 | 2,3217 | 4,051 | 0,96843 | 0,8671 | 1997 | 1,7348 | 2,841 | 1,19508 | 1,4378 | ||
| 1958 | 4,1919 | 11,715 | 0,97794 | 1978 | 2,0084 | 3,853 | 1,12924 | 0,9626 | 1998 | 1,7592 | 2,9142 | 1,21414 | 1,3484 | ||
| 1959 | 4,1791 | 11,738 | 0,96717 | 1979 | 1,833 | 3,888 | 1,10229 | 0,8424 | Ab 1999 Wechselkurse in Euro | ||||||
| 1960 | 4,1704 | 11,709 | 0,96564 | 1980 | 1,8158 | 4,227 | 1,08478 | 0,8064 | |||||||
| 1961 | 4,0221 | 11,271 | 0,93133 | 1981 | 2,261 | 4,556 | 1,15252 | 1,0255 | |||||||
| 1962 | 3,9978 | 11,225 | 0,92461 | 1982 | 2,4287 | 4,242 | 1,19721 | 0,9766 | |||||||
| 1963 | 3,9864 | 11,162 | 0,92249 | 1983 | 2,5552 | 3,871 | 1,21614 | 1,0764 | |||||||
| 1964 | 3,9748 | 11,098 | 0,92035 | 1984 | 2,8456 | 3,791 | 1,21181 | 1,1974 | |||||||
| 1965 | 3,9943 | 11,167 | 0,92309 | 1985 | 2,9424 | 3,785 | 1,20016 | 1,2338 | |||||||
| 1966 | 3,9982 | 11,167 | 0,92421 | 1986 | 2,1708 | 3,184 | 1,20918 | 1,2915 | |||||||
| 1967 | 3,9866 | 10,961 | 0,92111 | 1987 | 1,7982 | 2,941 | 1,20588 | 1,2436 | |||||||
| 1968 | 3,9923 | 9,558 | 0,92507 | 1988 | 1,7584 | 3,124 | 1,2006 | 1,3707 | |||||||
| 1969 | 3,9244 | 9,381 | 0,91002 | 1989 | 1,8813 | 3,081 | 1,15042 | 1,3658 | |||||||
- 1 2 GBP: Ab 1993 sowie 1954 und 1955 wurden die Kurse mit vier Nachkommastellen notiert.
- ↑ JPY: Die Angaben bis 1970 fehlen, da zwischen Yen und US-Dollar ein fester Wechselkurs bestand.
- ↑ JPY: Vom 7. September 1971 bis 5. Januar 1972 Notierung ausgesetzt.

Die Wechselkurse von der DM zum US-Dollar und zu anderen Währungen wurden bis etwa 1971 im Rahmen des Bretton-Woods-Systems festgelegt. In dieser Zeit wurde die Mark gesteuert allmählich aufgewertet. Später erreichte sie ihren historischen Höchststand zum US-Dollar am 19. April 1995, als 1 US-Dollar nur noch 1,3620 DM wert war (umgerechnet 1 € = 1,4360 $).[35] Ihren Tiefststand zum Dollar hatte die D-Mark vom 3. bis zum 9. April 1956, als 1 US-Dollar 4,2161 DM kostete (umgerechnet 1 € = 0,4639 $).[35] Auch gegenüber dem Britischen Pfund gewann die D-Mark deutlich an Wert.[36] Wurde das Pfund am 1. März 1955 noch für 11,881 DM gehandelt, so wurden am 17. November 1995 nur noch 2,1845 DM für 1 Pfund gezahlt.
Anders hingegen die Situation beim Schweizer Franken[37] und dem Japanischen Yen:[38] Lange Zeit war eine D-Mark mehr wert als ein Schweizer Franken; den Höchstwert erreichte die Mark am 31. Oktober 1973, als für 100 Schweizer Franken lediglich 79 DM gezahlt wurden. Am 16. Dezember 1975 fiel der Wert einer D-Mark erstmals unter den des Schweizer Frankens. Nach einer kurzen Erholung der Mark sackte diese im zweiten Halbjahr 1977 erneut ab und notierte am 17. Oktober 1977 zuletzt höher als der Schweizer Franken (100 CHF = 99,97 DM). Schon kurze Zeit später, am 26. September 1978, notierte der Schweizer Franken bei 132,70 DM für 100 CHF, dem historischen Höchststand gegenüber der D-Mark. Zum Vergleich: am 9. August 2011 erreichte der Schweizer Franken mit 1,0070 fast die Parität zum Euro.[39] In D-Mark umgerechnet, entspräche das einem Kurs von 194,22 DM für 100 Schweizer Franken.
Nachdem die Kursbindung zwischen US-Dollar und Japanischem Yen aufgehoben wurde, blieb das Kursverhältnis zwischen DM und Yen ein paar Jahre bei ungefähr 100 Yen zu 1 DM. Im Jahr 1974 setzte die DM jedoch zum Höhenflug an und erreichte am 3. Dezember 1979 den Höchststand bei 100 YEN = 0,6875 DM. Danach ging es stetig bergab. Der Tiefststand zum Yen wurde am 10. April 1995 bei 100 YEN = 1,6909 DM erreicht.
Auswirkung auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit
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Die im Wesentlichen in den Vereinigten Staaten geplante Währungsreform von 1948 hatte zu einer künstlichen Unterbewertung der D-Mark geführt, was die internationale Wettbewerbsfähigkeit der jungen Bundesrepublik steigerte.[40] Das Bundesbankgesetz von 1957 gab der Deutschen Bundesbank zwar Preisniveaustabilität als wichtigstes Ziel vor; allerdings führte die Teilnahme am Bretton-Woods-System von 1949 bis 1973 dazu, dass die Deutsche Bundesbank häufig zur Stützung der darin vereinbarten festen Wechselkurse Devisenankäufe tätigen musste, was die Geldmenge erhöhte, gleichzeitig aber zu einer Stabilisierung der Unterbewertung der DM und damit zu günstigen Exportbedingungen für Deutschland führte.[41] So trug die chronische Unterbewertung der D-Mark bis 1973 etwa stark zum Aufstieg der deutschen Automobilindustrie bei.[42]
Nach dem Ende des Bretton-Woods-Systems Anfang der 1970er Jahre wurde weltweit grundsätzlich ein Regime flexibler Wechselkurse eingeführt. Es kam zu starken Aufwertungstendenzen der DM und somit zu einer Verschlechterung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit. Dabei zeigte sich, dass die Kostenvorteile durch die im internationalen Vergleich unterdurchschnittliche Lohnentwicklung in Deutschland durch die Wechselkursaufwertungen der DM aufgezehrt wurden.[43] Die deutschen Hersteller antworteten darauf mit einer Erhöhung der Qualität; dennoch verringerte sich das Wachstum.[42] Ökonomen sehen eine Verschlechterung der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands nach der Deutschen Wiedervereinigung, da sich die Deutsche Bundesbank aufgrund vermuteten Inflationsdrucks und steigender Staatsverschuldung zu einer restriktiven Geldpolitik veranlasst sah, was den Wechselkurs der DM steigen ließ. Um das Preisniveau zu korrigieren, sei eine innere Abwertung insbesondere durch Reallohnverluste erforderlich gewesen.[44][45][46]
Insgesamt kann man sagen, dass die Auf- und Abwertungen der DM mit einem time lag von etwa einem Jahr zu einer Verringerung oder Erhöhung der deutschen Exporte führten.[42]
1972 trat Deutschland anstelle des Bretton-Woods-Systems dem Europäischen Wechselkursverbund bei, der die Kursschwankungen innerhalb der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft auf ±2,25 % begrenzte. 1979 wurde dieser durch das Europäische Währungssystem ersetzt.
Geldwert
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Land | Verbl. Geldwert 1977 geg. 1950 |
|---|---|
| Großbritannien | 18 % |
| Japan | 19 % |
| Frankreich | 21 % |
| Italien | 22 % |
| Schweden | 23 % |
| Niederlande | 27 % |
| Belgien | 35 % |
| USA | 40 % |
| Schweiz | 42 % |
| Deutschland (Bundesrepublik) |
44 % |
Die DM hatte einen Ruf als „harte“ Währung. Dieser begründet sich aus Vergleichen des „verbliebenen Geldwerts“ der DM mit anderen Währungen.[47] Für die Binnenkaufkraft der DM und der Währungen einiger anderer Länder im Jahr 1977, verglichen mit 1950, wurden die in der nebenstehenden Tabelle aufgeführten Werte ermittelt.
Danach hatte sich zwar der Geldwert der D-Mark – um mehr als die Hälfte – verringert; dies war jedoch weniger als bei wichtigen Referenzwährungen. In den rund 50 Jahren von ihrer Einführung 1948 bis zur Einführung des Euro Anfang 1999 sank der Geldwert der D-Mark auf etwa ein Viertel. Die Inflationsrate betrug in diesem Zeitraum durchschnittlich knapp drei Prozent pro Jahr; das ist höher als bisher (Stand 2012) beim als eher „weich“ empfundenen Euro.
Die Entwicklung der Kaufkraft der D-Mark lässt sich aus der jährlich aktualisierten Aufstellung der Bundesbank „Kaufkraftäquivalente historischer Beträge in deutschen Währungen“[48] ersehen.
Bedeutung der Deutschen Mark
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In anderen Staaten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In den 1960er Jahren etablierte sich die D-Mark in den Ländern des Balkans als Parallelwährung. Gastarbeiter aus dem damaligen Jugoslawien brachten das Geld zurück in ihre alte Heimat. Nach dem Ausbruch der gewaltsamen Konflikte in dieser Region verlor der Jugoslawische Dinar stark an Wert. War nach der Währungsreform im Jahr 1994 ein Dinar genau eine Mark wert, lag der offizielle Kurs 1999 schon bei 6:1, während auf dem Schwarzmarkt und in den Wechselstuben zwischen 10 und 16 Dinar für eine D-Mark gezahlt wurden.[49]
In Bosnien und Herzegowina war die D-Mark eine Parallelwährung, die gleichzeitig mit der 1:1 gekoppelten lokalen Währung, der Konvertiblen Mark, zirkulierte.[49] Auch Montenegro führte am 2. November 1999 die D-Mark als Parallelwährung ein; am 13. November 2000 wurde die D-Mark sogar zur alleinigen Währung des Landes erklärt.[50] Im Kosovo war die D-Mark zeitweise als offizielle Währung im Umlauf.[51]
Im Jahr 1997 wurde der Bulgarische Lew zum Kurs von 1:1 an die D-Mark gekoppelt.[52] In anderen europäischen Ländern, wie Polen, Tschechien, Serbien, Kroatien und Türkei wurde die D-Mark als stabile Währung angesehen und von der Bevölkerung gehortet. Gerne wurde dazu der 1000-D-Mark-Schein verwendet.[49][53]
In der DDR wurde die D-Mark als inoffizielle Parallelwährung genutzt. Mit „blauen Fliesen“ konnte in Kleinanzeigen angedeutet werden, dass man bereit war, mit den blauen 100-D-Mark-Scheinen oder allgemein mit Westgeld zu zahlen.[54]
Die D-Mark galt neben dem Schweizer Franken als stabilste Währung in Europa. Die durchschnittliche Inflationsrate zwischen 1970 und 1980 lag in der Schweiz bei 3,39 %, in Deutschland bei 5,1 %, in Frankreich und Großbritannien bei 14,2 % bzw. 8,08 %.[55]
Die zunehmende Funktion als Reservewährung zeigt folgende Grafik:
| Währung | 1970 | 1972 | 1976 | 1980 | 1984 | 1995 | 1998 | 1999 | 2002 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| US-Dollar | 77,2 % | 78,6 % | 76,6 % | 67,2 % | 65,8 % | 59,0 % | 69,3 % | 70,9 % | 66,5 % |
| Euro | – | – | – | – | – | – | – | 17,9 % | 24,2 % |
| Deutsche Mark | 1,9 % | 4,6 % | 8,8 % | 14,8 % | 12,1 % | 15,8 % | 13,8 % | – | – |
| Pfund Sterling | 10,4 % | 7,1 % | 1,9 % | 2,9 % | 2,8 % | 2,1 % | 2,7 % | 2,9 % | 2,9 % |
| Yen | – | 0,1 % | 2,1 % | 4,3 % | 5,4 % | 6,8 % | 6,2 % | 6,4 % | 4,5 % |
| Französischer Franc | 1,1 % | 0,9 % | 1,6 % | 1,7 % | 1,0 % | 2,4 % | 1,6 % | – | – |
| Schweizer Franken | 0,7 % | 1,0 % | 2,2 % | 3,2 % | 2,0 % | 0,3 % | 0,3 % | 0,2 % | 0,4 % |
| Sonstige | 8,7 % | 7,7 % | 6,8 % | 5,9 % | 10,9 % | 13,6 % | 6,1 % | 1,6 % | 1,4 % |
Deshalb war die DM lange Zeit inoffizielle Leitwährung in vielen Ländern, vor allem innerhalb der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft.[59]
In Deutschland nach der Euro-Einführung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Umrechnungswährung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach der Euro-Einführung wurde die D-Mark von den Deutschen noch häufig als Vergleichswährung zum Einschätzen von Preisen herangezogen.
Die übliche Rundung von 1 € = 1,95583 DM auf 1 € ≈ 2 DM im Alltag führte zunächst zu einem relativ geringen Fehler von 2,2 % zu Gunsten des Euro. Zum Vergleich galt in Portugal 1 € = 200,482 Escudos, mit einem Fehler von nur 0,2 % bei der Näherung 1 € ≈ 200 Escudos, während 1 € auf 13,7603 österreichische Schilling = 6,55957 französische Francs = 2,20371 niederländische Gulden festgelegt wurde.
Eine im November 2004 veröffentlichte TNS-Emnid-Studie kam zu dem Ergebnis, dass 66 % der Bundesbürger Euro-Beträge in D-Mark bewerteten. Bei den Männern waren es 54 %, bei den Frauen 74 %. Jüngere Leute rechneten noch zu 41 % in D-Mark um, die über 50-Jährigen zu 71 %. Dies führte zu einem allgemeinen Eindruck einer Teuerung der meisten Waren, da die Inflation nicht berücksichtigt und die Preise mit denen von 2001 verglichen wurden.
Wahrnehmung der Deutschen Mark als stärkeres Geld als der Euro
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Die Deutsche Mark wird von vielen Deutschen im Vergleich zum Euro nach wie vor als „stärkere“ Währung angesehen.[61] Dies hängt damit zusammen, dass die Mark als Symbol für das Wirtschaftswunder in Deutschland steht. Diese Einstellung hat den Begriff „Teuro“ entstehen lassen. In diesem Zusammenhang wird häufig angeführt, dass viele Waren mittlerweile in Euro einen ähnlich hohen Betrag kosten wie seinerzeit in D-Mark. Dies liegt daran, dass die jährliche Teuerungsrate nicht einbezogen wird. Tatsächlich war dieser Effekt auch zu DM-Zeiten zu beobachten; jedoch gab es keinen Fixpunkt durch ein Basisjahr. Dennoch sehen laut einer Umfrage des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) aus dem Jahr 2008 etwa die Hälfte der Befragten (53 %) die Einführung des Euro als Hauptgrund für die Preissteigerungen der letzten Jahre.[62]
Tatsächlich gab es unmittelbar nach der Euro-Einführung in vielen für den Verbraucher alltäglichen Sparten drastische Preissteigerungen: So verteuerten sich etwa Bienenhonig von 2001 bis 2003 um 39 %, Eier um 15 % und Kinobesuche um 8 %. Preise, mit denen man im Alltag seltener direkt zu tun hat, veränderten sich nicht oder sanken sogar. Die Wohnungsmieten oder Versicherungsbeiträge etwa (die in der Berechnung der Inflationsrate zudem eine höhere Gewichtung haben) haben sich nach der Euro-Einführung kaum verändert; sinkende Preise gab es beim Gas (−2,7 %), Heizöl (−16 %) und Telefonieren (−1,6 %). Dinge, die man seltener kauft, wurden häufig günstiger, wie Computer, die etwa 17 % billiger wurden.[63]
Durch die unterschiedliche Gewichtung der einzelnen Faktoren (siehe Warenkorb) und die gegenläufige Entwicklung der Preise in verschiedenen Bereichen ist die gesamte Inflationsrate mit durchschnittlich unter 2 % seit der Währungsunion relativ gering; der Euro gehört somit zu den stabilsten Währungen und ist der D-Mark in dieser Hinsicht überlegen. Aus nebenstehendem Diagramm lässt sich außerdem entnehmen, dass es unmittelbar nach der Einführung des Euro keinen Zuwachs der Verteuerungsrate gab; eher das Gegenteil ist der Fall. Dennoch wünschen sich 34 % der Befragten oben erwähnter Umfrage eine Abschaffung des Euro und eine Wiedereinführung der D-Mark.[62]
Im Zuge der Eurokrise ist in Deutschland eine wachsende Skepsis gegenüber der gemeinsamen Währung zu verzeichnen; in verschiedenen Medien wird diskutiert, ob eine Rückkehr zur Deutschen Mark möglich oder sinnvoll sei. Nach einer Umfrage von Infratest dimap aus dem Dezember 2010 sind über die Hälfte der Befragten der Auffassung, dass Deutschland die Deutsche Mark besser behalten hätte, anstatt den Euro einzuführen.[64] Allerdings ist eine Abschaffung des Euro eher unwahrscheinlich, da damit ein Austritt Deutschlands aus der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EWU) verbunden wäre und die mit dem Euro eingetretene Wechselkurssicherheit aufgehoben würde, was nach Meinung einiger Ökonomen negative Folgen für die Wirtschaft haben würde.[61]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Erik Hahn, Marcus Reif: Sie lebt noch, stirbt nicht – Die D-Mark ist noch immer als Gegenleistung geeignet. JURA 2008, S. 569–573.
- Jens Peter Paul: Zwangsumtausch. Wie Kohl und Lafontaine die D-Mark abschafften, Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main 2010, ISBN 978-3-631-57658-8.
- Holger Rosenberg: Die deutschen Banknoten ab 1871. ISBN 3-924861-73-0. („Rosenberg-Katalog“, Standardwerk für Sammler deutscher Banknoten, alle Banknoten abgebildet, einschließlich Probedrucke und nicht ausgegebenem Militärgeld der DDR).
- Bundeswirtschaftsministerium: Zehn Jahre Deutsche Mark – Berichte, Reden, Kommentare, Bonn 1958, DNB 453220304. Nur 500 Exemplare gedruckt.
- Helmut Kahnt et al.: Die Geschichte der Deutschen Mark in Ost und West. Gietl, Regenstauf 2003, ISBN 3-924861-68-4. Chronik von den 1940er Jahren bis zur Euro-Bargeldeinführung, volkswirtschaftliche und währungspolitische Aspekte, Details zur Produktion der Münzen und Banknoten.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ „Mit Wirkung vom 21. Juni 1948 gilt die Deutsche-Mark-Währung. Ihre Rechnungseinheit bildet die Deutsche Mark“, § 1 Abs. 1 Erstes Gesetz zur Neuordnung des Geldwesens/Gesetz Nr. 61 der alliierten Militärregierung vom 20. Juni 1948 (Text ( vom 5. Februar 2009 im Internet Archive))
- ↑ Björn Hoffmann, Georg Müller-Loeffelholz: Währungsreform (1948). In: Website. Duden Learnattack GmbH, abgerufen am 13. Juni 2023.
- 1 2 Gesetz über die Beendigung der Zahlungsmitteleigenschaft der auf Deutsche Mark lautenden Banknoten und der auf Deutsche Mark oder Deutsche Pfennig lautenden Bundesmünzen. Abgerufen am 19. November 2011.
- ↑ Informationen der Deutschen Bundesbank zum ausstehenden DM-Bargeld. (PDF) Deutsche Bundesbank, 30. April 2021, abgerufen am 18. Mai 2021.
- 1 2 Stefan Merx: Ein junger US-Leutnant zog die Fäden. In: Welt am Sonntag. 15. Juni 2008, abgerufen am 19. November 2011.
- ↑ Wolfgang Benz: Auftrag Demokratie: die Gründungsgeschichte der Bundesrepublik und die Entstehung der DDR 1945–1949. Metropol, Berlin 2009, ISBN 978-3-940938-42-8, S. 275, 279–280.
- ↑ Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte, Bd. 4: Vom Beginn des Ersten Weltkriegs bis zur Gründung der beiden deutschen Staaten: 1914–1949. C. H. Beck, München 2003, S. 971.
- ↑ Werner Abelshauser: Deutsche Wirtschaftsgeschichte seit 1945. Beck, München 2004, ISBN 3-406-51094-9, S. 122, 124.
- 1 2 DM-Umlaufmünzen. In: bundesbank.de. Deutsche Bundesbank, abgerufen am 25. April 2021.
- ↑ Beschädigtes Geld. Abgerufen am 20. März 2024.
- ↑ Thomas Jansen: 60 Jahre Währungsreform. Das Startkapital: Sechs Milliarden D-Mark. In: faz.net. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20. Juni 2008, abgerufen am 21. Juni 2018.
- ↑ Weser Kurier, 31. Mai 1995, S. 7.
- ↑ Seit 25 Jahren „braune Riesen“, Weser Kurier, 20. Juli 1989, S. 5.
- ↑ Deutsche Bundesbank (Hrsg.): Von der Baumwolle zum Geldschein. Eine neue Banknotenserie entsteht. 2. Auflage. Verlag Fritz Knapp GmbH, Frankfurt am Main 1996, ISBN 3-611-00222-4, S. 8.
- ↑ Brennpunkt Falschgeld. In: Focus Magazin. Nr. 37, 1997 (focus.de [abgerufen am 19. November 2011]).
- 1 2 Erstes Gesetz zur Neuordnung des Geldwesens ( vom 5. Februar 2009 im Internet Archive)
- 1 2 Zweites Gesetz zur Neuordnung des Geldwesens ( vom 22. Oktober 2007 im Internet Archive)
- 1 2 Drittes Gesetz zur Neuordnung des Geldwesens ( vom 4. Februar 2009 im Internet Archive)
- 1 2 Viertes Gesetz zur Neuordnung des Geldwesens ( vom 7. Februar 2009 im Internet Archive)
- ↑ Gesetz zur Errichtung der Bank deutscher Länder ( vom 18. Januar 2009 im Internet Archive)
- 1 2 3 Michael Heim: Der Teuro von 1948. In: Spiegel Online, einestages. Abgerufen am 19. November 2011.
- ↑ Wirtschaftsleben West-Berlins durch Währungsumstellung gelähmt. In: Österreichische Zeitung. Frontzeitung für die Bevölkerung Österreichs / Österreichische Zeitung. Zeitung der Roten Armee für die Bevölkerung Österreichs / Österreichische Zeitung. Zeitung der Sowjetarmee für die Bevölkerung Österreichs, 24. März 1949, S. 1 (online bei ANNO).
- ↑ D-Mark Kennzeichnungen
- 1 2 3 Michael Schmidt-Klingenberg: Der schwere Abschied. In: Der Spiegel. Nr. 18, 1998, S. 100 ff. (online).
- ↑ Mitteilung der BdL Nr. 7031/54 vom 22. März 1954 und Nr. 7043/54 vom 29. April 1954.
- ↑ Bundesbahndirektion Mainz (Hg.): Amtsblatt der Bundesbahndirektion Mainz, 2. November 1956, Nr. 46. Bekanntmachung Nr. 649, S. 307.
- ↑ „Dann bricht alles zusammen“. In: Der Spiegel. Nr. 19, 1990 (online).
- ↑ Deutscher Bundestag, Drucksache 13/5064 vom 26. Juni 1996 Antwort der Bundesregierung auf die Große Anfrage der Abgeordneten Werner Schulz, Franziska Eichstädt-Bohlig, Steffi Lemke, Oswald Metzger und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen ( vom 5. März 2016 im Internet Archive)
- ↑ Peter Bofinger: Wiedervereinigung: Währungsunion durch Währungsumstellung ( vom 10. November 2014 im Internet Archive). Website der Konrad-Adenauer-Stiftung, 21. Januar 2014.
- ↑ Arvid Kaiser: Das D-Mark-Desaster. manager magazin, 1. Juli 2010.
- ↑ Chronik der Wende 17. November 1989
- ↑ Werner Abelshauser: Deutsche Wirtschaftsgeschichte. Von 1945 bis zur Gegenwart. 2011, ISBN 978-3-406-51094-6, S. 445–449.
- ↑ Archivierte Kopie ( vom 12. April 2019 im Internet Archive)
- ↑ Historische DM-Devisenkurse der Frankfurter Börse; Jahresdurchschnitte. Archiviert vom am 11. November 2011.
- 1 2 Zeitreihe WJ5009: Devisenkurse der Frankfurter Börse / 1 USD = … DM / Vereinigte Staaten. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 10. Februar 2013.
- ↑ Zeitreihe WJ5005: Devisenkurse der Frankfurter Börse / 1 GBP = … DM / Vereinigtes Königreich. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 1. Januar 2014.
- ↑ Zeitreihe WJ5016: Devisenkurse der Frankfurter Börse / 100 CHF = … DM / Schweiz. Archiviert vom am 5. Oktober 2013.
- ↑ Zeitreihe WJ5014: Devisenkurse der Frankfurter Börse / 100 JPY = … DM / Japan. Archiviert vom am 8. März 2012.
- ↑ Starker Franken: Euro und Dollar im Aufwind. In: handelszeitung.ch. 15. August 2011, abgerufen am 2. November 2011.
- ↑ Werner Abelshauser: Deutsche Wirtschaftsgeschichte. Von 1945 bis zur Gegenwart. 2011, ISBN 978-3-406-51094-6, S. 445–449.
- ↑ Georg Altmann: Aktive Arbeitsmarktpolitik: Entstehung und Wirkung eines Reformkonzepts in der Bundesrepublik Deutschland. Franz Steiner Verlag, 2004, ISBN 3-515-08606-4, S. 194.
- 1 2 3 Willi Diez: Die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Automobilindustrie – Herausforderungen und Perspektiven. Oldenbourg Verlag, 2012, ISBN 978-3-486-71398-5, S. 77–78.
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- ↑ Lisa Nienhaus: Kommt bald die D-Mark zu uns zurück? In: FAZ.NET. 11. Dezember 2010, abgerufen am 19. November 2011.







