Cichy (Świętajno)
| Cichy auch: Cichy Młyn | |||
|---|---|---|---|
| ? | |||
| Basisdaten | |||
| Staat: | |||
| Woiwodschaft: | Ermland-Masuren | ||
| Powiat: | Olecko | ||
| Gmina: | Świętajno | ||
| Geographische Lage: | 54° 6′ N, 22° 19′ O | ||
| Einwohner: | |||
| Postleitzahl: | 19-411[1] | ||
| Telefonvorwahl: | (+48) 87 | ||
| Kfz-Kennzeichen: | NOE | ||
| Wirtschaft und Verkehr | |||
| Straße: | Dunajek/DW 655 ↔ Sokółki – Kowale Oleckie/DK 65 | ||
| Duły/DW 655 – Olszewo ↔ Swałk – Czerwony Dwór | |||
| Nowiny → Cichy | |||
| Eisenbahn: | kein Bahnanschluss | ||
| Nächster int. Flughafen: | Danzig | ||
| Name | Änderungsname 1938 bis 1945 | Polnischer Name | Bemerkungen |
|---|---|---|---|
| Barannen | Barnen | Barany | |
| Czukten | Schuchten | Czukty | |
| Czychen (Dorf) | Bolken | Cichy | |
| Czychen (Gut) | 1928 in die Landgemeinde Czychen eingegliedert | ||
| Diebowen | Diebauen | Dybowo | |
| Jurken | Jürgen (Ostpr.) | Jurki | |
| vor 1908: | |||
| Klein Schwalg | Schwalg | Swałk | vorher Amtsbezirk Schwalg[11] |
| Sawadden | Schwalgenort | Zawady Oleckie | vorher Amtsbezirk Schwalg |
Religionen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Kirchengebäude
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die evangelische Kirche in Czychen wurde 1566 errichtet.[12][13] Es handelt sich um einen Bau aus verputztem Feldstein mit eingezogenem Westturm. Die Kriege hat das Gotteshaus im Wesentlichen gut überstanden, 1975 wurde es renoviert und ist heute katholische und nach der Gottesmutter von Tschenstochau benannte Pfarrkirche.
Kirchengemeinde
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Evangelisch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zwischen der Reformationszeit und 1945 bestand in Czychen lediglich eine evangelische Kirchengemeinde. Der Pfarrkirche war ein weitflächiges Kirchspiel zugeordnet,[14] das zeitweise von zwei Geistlichen gleichzeitig betreut wurde. So waren im Jahr 1925 insgesamt 5.200 Gemeindeglieder eingepfarrt. Die Pfarrei gehörte zum Kirchenkreis Oletzko/Treuburg in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union.
Flucht und Vertreibung der einheimischen Bevölkerung brachten evangelisches Gemeindeleben in dem jetzt Cichy genannten Ort zum Erliegen. Heute ist die Region nach Gołdap (Goldap) hin orientiert, dessen Gotteshaus Filialkirche der Pfarrei in Suwałki in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen ist.
Römisch-katholisch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die katholischen Kirchenglieder in Czychen resp. Bolken war bis 1945 in die Pfarrei in Marggrabowa (1928–1945 Treuburg, polnisch Olecko) im Bistum Ermland einbezogen.[10] Die Neuansiedlung polnischer Bürger nach 1945 ließ in Cichy 1952 einen katholischen Seelsorgebezirk entstehen, der 1962 in eine Pfarrgemeinde umgewandelt wurde. Heute hat die Pfarrei Cichy drei Filialkirchen in: Mazury (Masuhren, 1938–1945 Masuren), Sokółki (Sokolken, 1938–1945 Halldorf) und Czerwony Dwór (Rothebude). Sie ist Teil des Bistums Ełk (Lyck) der Römisch-katholischen Kirche in Polen.
Mit dem Ort verbunden
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Philipp von Gehren (1868–1931), deutscher Verwaltungsbeamter und Rittergutsbesitzer, lebte seit 1919 auf seinem Gut in Czychen, und hier starb er am 12. September 1931.
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Cichy liegt an einer Nebenstraße, die den Ort sowohl mit der polnischen Landesstraße DK 65 (einstige deutsche Reichsstraße 132) (Nord-Süd-Richtung) als auch mit der Woiwodschaftsstraße DW 655 (West-Ost-Richtung) verbindet und auch den Anschluss an die Nachbarwoiwodschaften Masowien und Podlachien herstellt. Eine untergeordnete Nebenstraße vermittelt die Anbindung an die Kreisstadt und auch in das Gebiet der Puszcza Borecka (auch Borker Heide, Borkener Forst). Mit dem kleinen Nachbarort Nowiny (Neusaß) ist Cichy über einen Landweg verbunden.
Eine Bahnanbindung besteht nicht mehr, seit die Bahnstrecke Kruglanken–Marggrabowa (Oletzko)/Treuburg (polnisch Kruklanki–Olecko) mit der nächstgelegenen Bahnstation Griesen (polnisch Gryzy) in Kriegsfolge aufgegeben wurde.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materalien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und anderer amtlicher Quellen. I.: Provinz Ostpreußen. Hrsg.: Königliches Statistisches Bureau. Berlin 1888, S. 340 f.; google.de/books
- Adolf Boetticher: Die Bau- und Kunstdenkmäler in Masuren. In: Die Bau-und Kunstdenkmäler der Provinz Ostpreußen, Königsberg, 1896, Heft 4, S. 31; Hrsg.: Ostpreußischer Provinzial-Landtag, Druck Emil Rautenberg, Komm.-Verlag Bern. Teichert; Textarchiv – Internet Archive.
- Hans Wehner: Landwirtschaftliches Adreßbuch Provinz Ostpreußen 1932. Verzeichnis der Domänen, Rittergüter und Höfe, in: Niekammer’s Adreßbücher (Paul Niekammer Nachf.), Band III, 5. Auflage, Selbstverlag von Niekammer’s Adreßbüchern GmbH, Leipzig 1932, S. 283. Reprint: Facsimile Edition. In: Historische Adressbücher. Klaus D. Becker, Potsdam 2021, ISBN 978-3-88372-345-7.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Polnisches Postleitzahlenverzeichnis 2022. ( vom 26. Oktober 2022 im Internet Archive; PDF) poczta-polska.pl, S. 163 (polnisch).
- ↑ Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Bolken, Stand 1. 1. 2024.
- 1 2 3 Gut und Gutshaus von Cichy – Czychen/Bolken. Hrsg.: Informationszentrum Ostpreussen.
- ↑ Bruno Melcher, Alfred Melcher: Handbuch des Grundbesitzes im Deutsche Reiche. Dritte Lieferung: Provinz Ostpreussen. 4. Auflage. Nicolaische Verlags-Buchhandlung R. Stricker, Berlin 1903, S. 376 f.; martin-opitz-bibliothek.de
- 1 2 Amtsbezirk Czychen/Bolken. In: Rolf Jehke: Territoriale Veränderungen in Deutschland und deutsch verwalteten Gebieten 1874–1945. Herdecke, zuletzt geändert am 29. Februar 2004.
- ↑ Landkreis Oletzko. In: gemeindeverzeichnis.de, Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900. Uli Schubert, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 23. April 2025; abgerufen am 4. Dezember 2025.
- ↑ Herbert Marzian, Csaba Kenéz: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreußischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Hrsg.: Göttinger Arbeitskreis. Göttingen 1970, S. 63.
- ↑ Michael Rademacher: Landkreis Treuburg (Oletzko). Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com.
- ↑ Walter von Hueck, Friedrich Wilhelm Euler u. a.: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser B (Briefadel) 1986, Band XVII, Band 89 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1986, S. 142. ISSN 0435-2408
- 1 2 Czychen, Hrsg. Verein für Computergenealogie (CompGen) e. V. Köln, Stand 1.1.2024.
- ↑ Amtsbezirk Schwalg / Borkener Heide (teilw.). In: Rolf Jehke: Territoriale Veränderungen in Deutschland und deutsch verwalteten Gebieten 1874–1945. Herdecke, zuletzt geändert am 29. Februar 2004.
- ↑ Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens. Band 2: Bilder ostpreussischer Kirchen. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1968, S. 115, Abb. 518.
- ↑ Die Kirche Czychen. Hrsg.: Informationszentrum Ostpreussen. Stand 2018.
- ↑ Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens. Band 3. Dokumente, Göttingen 1968, S. 484.



