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Curtis Bernhardt

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Curtis Bernhardt (* 15. April 1899 in Worms als Kurt Bernhardt; † 22. Februar 1981 in Pacific Palisades, Kalifornien) war ein deutscher Filmregisseur.

Kurt Bernhardt besuchte während des Ersten Weltkriegs die Schauspielschule in Mainz. Mit 18 Jahren wurde er eingezogen, um als Soldat in Verdun zu kämpfen. Er begann nach dem Krieg seine künstlerische Laufbahn als Schauspieler in Heidelberg. Danach besuchte er noch einmal die Schauspielschule, diesmal in Frankfurt am Main. Es folgten Engagements als Schauspieler in Darmstadt und Recklinghausen, bevor er 1922 nach Berlin ans Renaissance-Theater kam. 1924 führte er in Berlin erstmals Regie und debütierte im selben Jahr auch als Filmregisseur mit der Produktion Namenlose Helden. Mit seinen ambitionierten Spielfilm-Produktionen um historische und soziale Themen (u. a. Schinderhannes nach einer Vorlage seines Freundes Carl Zuckmayer) avancierte Bernhardt zu einem gefragten Regisseur der Stummfilmzeit.

Nach der Machtübernahme der Nazis emigrierte Bernhardt 1933 in die USA, wo er seinen Namen von Kurt in Curtis änderte. 1946 nahm er die amerikanische Staatsbürgerschaft an. In Hollywood drehte er mit Stars wie Bette Davis (Die große Lüge, Die Ehrgeizige), Charles Laughton und Jane Wyman (jeweils Das Herz einer Mutter), Ronald Reagan (Der Dollarregen), Humphrey Bogart (Konflikt, Sirocco – Zwischen Kairo und Damaskus), Joan Crawford (Hemmungslose Liebe), Lana Turner (Die lustige Witwe), Rita Hayworth (Fegefeuer), Elizabeth Taylor und Peter Ustinov (jeweils in Beau Brummell). Bernhardt war in den verschiedensten Genres tätig, erwarb sich aber durch seine häufige Inszenierung von Melodramen eine Reputation als Regisseur von „Women’s Pictures“, also Filmen mit vor allem weiblicher Zielgruppe.[1] Sein letzter von insgesamt über 40 Filmen als Regisseur war 1964 die Komödie Prinzgemahl im Weißen Haus über die erste weibliche US-Präsidentin.

Vor seiner Emigration war er mit Trude von Molo verheiratet, die Ehe wurde geschieden. 1936 heiratete er die Primaballerina Pearl Argyle (1910–1947), die Ehe hielt bis zu ihrem frühen Tod. In letzter und dritter Ehe war er bis zu seinem Tod mit Anna-Maria Wickert verheiratet.[2] Sein Sohn Steven Bernhardt (1937–1999) arbeitete als Produzent und Regieassistent.[3] Seine Schwester, die Schauspielerin Erna Bernhardt, Künstlername: Boyar, war mit dem Filmproduzenten Eugen Tuscherer verheiratet, mit dem Kurt Bernhardt wiederholt zusammenarbeitete.

Filmografie (Auswahl)

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  • 1970: Filmband in Gold für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film
  • Aufruhr der Gefühle (Internationale Filmfestspiele, Berlin, 32 / Stiftung Deutsche Kinemathek). Mit Beiträgen von Frank Arnold u. a. Redaktion: Helga Belach. München [u. a.]: Bucher 1982, ISBN 9783765803833
  • Kay Weniger: „Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben …“. Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. S. 101 ff., ACABUS-Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86282-049-8

Einzelnachweise

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  1. Vincent Brook: Driven to Darkness: Jewish Emigre Directors and the Rise of Film Noir. Rutgers University Press, 2009, ISBN 978-0-8135-4833-3 (google.de [abgerufen am 11. Februar 2026]).
  2. Curtis Bernhardt - Biografie. Abgerufen am 11. Februar 2026 (deutsch).
  3. L. A. Times Archives: Steven Bernhardt; Film Producer and Director. 26. August 1999, abgerufen am 11. Februar 2026 (amerikanisches Englisch).