Zum Inhalt springen

Cubocephalus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Cubocephalus

Cubocephalus anatorius

Systematik
Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)
Unterordnung: Taillenwespen (Apocrita)
Familie: Schlupfwespen (Ichneumonidae)
Unterfamilie: Cryptinae
Tribus: Hemigasterini
Gattung: Cubocephalus
Wissenschaftlicher Name
Cubocephalus
Ratzeburg, 1848
Flügel von Cubocephalus anatorius

Cubocephalus ist eine Schlupfwespengattung aus der Tribus Hemigasterini (Aptesini) innerhalb der Unterfamilie der Cryptinae. Sie wurde von Julius Theodor Christian Ratzeburg im Jahr 1848 eingeführt.[1][2] Der Gattungsname setzt sich aus den altgriechischen Begriffen κύβος (kúbos) für „würfelförmig“ und κεφαλή (kephălḗ) für „Kopf“ zusammen. Typusart ist Cryptus fortipes Gravenhorst, 1829.[1]

Es handelt sich bei Cubocephalus nach Townes & Gupta (1962) um die artenreichste Gattung im Tribus und eine deren schwierigste.[3] Townes & Gupta (1962) beschreiben die Gattung Cubocephalus u. a. anhand folgender Merkmale:[3] Die Vorderflügel sind zwischen 3,5 und 11,5 mm lang. Die Schlupfwespen weisen einen schlanken Körper auf. Der Clypeus ist breit und ziemlich flach, etwa 1,9 bis 3,5 mal so breit wie lang, die Enden abgestutzt. Das Areolet (kleine Flügelzelle im Vorderflügel) ist fünfeckig. Der Legebohrer der Weibchen ist zwischen 0,25 bis 1,4 mal so lang wie der Vorderflügel. Weiterhin ist der Legebohrer leicht bis kräftig nach oben gebogen.

Die Arten der Gattung Cubocephalus kommen in der Holarktis vor.[3][2] In Mitteleuropa kommen u. a. folgende Arten vor: C. anatorius, C. associator, C. fortipes, C. sperator und C. sternocerus.[4]

Die Schlupfwespen der Gattung Cubocephalus sind solitäre Ektoparasitoide von Larven Echter Blattwespen (Tenthredinidae), die sich in Pflanzengewebe verpuppen.[3][5] C. anatorius und C. distinctor sind als Parasitoide von Strongylogaster multifasciata und Strongylogaster xanthocerta bekannt.[5] Die Larven dieser beiden Wirtsarten nutzen als Nahrungspflanze ausschließlich Adlerfarn und sind weiterhin an ältere Kiefern gebunden, in deren Borke sie sich zur Überwinterung einbohren.[5] Sie verpuppen sich gewöhnlich später in der Puppenwiege.[5] Das Schlupfwespenweibchen legt mit Hilfe ihres Legebohrers ein Ei an der Wirtslarve im Pflanzengewebe, im Falle von Strongylogaster-Wirtslarven in der Borke, ab.[5]

Der Gattung Cubocephalus werden etwa 73 beschriebene gültige Arten (GBIF, Stand 2025) zugeordnet.[2] Im Folgenden eine Artenliste (Auswahl):[2]

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. 1 2 J. T. C. Ratzeburg: Die Ichneumonen der Forstinsecten in forstlicher und entomologischer Beziehung; Zweiter Band. 1848, abgerufen am 22. Dezember 2025 (Seiten 121–122).
  2. 1 2 3 4 Cubocephalus Ratzeburg, 1848. In: www.gbif.org. Global Biodiversity Information Facility (GBIF), abgerufen am 22. Dezember 2025 (englisch).
  3. 1 2 3 4 Henry Townes, Virendra K. Gupta: Ichneumon-Flies of America North of Mexico: 4. Subfamily Gelinae, Tribe Hemigasterini. In: United States National Museum Bulletin 216 (3). 1962, abgerufen am 22. Dezember 2025 (englisch).
  4. Konrad Schmidt, Franz Zmudzinski: Beiträge zur Kenntnis der badischen Schlupfwespenfauna (Hymenoptera, Ichneumonidae) 6. Unterfamilie Cryptinae. (PDF; 9,27 MB) In: Carolinea - Beiträge zur naturkundlichen Forschung in Südwestdeutschland – 65. 2007, S. 189–224, abgerufen am 13. Dezember 2025.
  5. 1 2 3 4 5 Christian Welker: Zur Kenntnis von Strongylogaster xanthoceros (Steph.) und Strongylogaster lineata (Christ) und ihrer Parasiten (Hymenoptera: Tenthredinidae & Ichneumonidae; Diptera: Larvaevoridae). (PDF; 37,8 MB) In: Beiträge zur Entomologie, Band 9. Juni 1959, S. 233–292, abgerufen am 27. Dezember 2025.
Commons: Cubocephalus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien