Fabrikneue 1140 zu einem Fototermin (Februar 1878)Crewe Works um 1890Fabrikneue 6220 „Coronation“ zu einem Fototermin (März 1937)8F 48133 auf dem Werksgelände (Mai 1948)40123 zur Zerlegung in einer der Werkhallen (Mai 1982)90050 und 91020 bei der Endmontage (Juli 1990)
1862 übernahmen die Crewe Works die Lokomotivproduktion der Wolverton Works. Aufgrund des steigenden Platzbedarfs entstanden weitere Werkstätten entlang der North Wales Coast Line.[1] Die ursprünglichen, nun als Crewe Old Works bezeichneten Anlagen nutzte die LNWR weiterhin für die Reparatur von Lokomotivkesseln.[1] Zur Versorgung der Crewe Works entstanden eigens ein Stahlwerk und eine Ziegelei. Die Stahlerzeugung erfolgte ab 1864 nach dem Bessemer-Verfahren, ab 1868 nach dem Siemens-Martin-Verfahren und später mit Lichtbogenöfen. Auf den Antrag privater Lokomotivhersteller hin wurde 1876 eine Verfügung erlassen, welche der LNWR die Belieferung fremder Eisenbahngesellschaften verbot.
1923 ging die LNWR in der London, Midland and Scottish Railway (LMS) auf, woraufhin verstärkt die Erfahrungen anderer Vorgängergesellschaften wie der Midland Railway (MR) in die Lokomotivkonstruktion der Crewe Works einflossen, so zum Beispiel bei den Klassen 2P und 4F. 1932 wurde William Stanier Chief Mechanical Engineer der LMS und wählte den Standort Crewe als Hauptproduktionsstätte für Lokomotiven. Neben modernen und leistungsfähigen Güterzuglokomotiven der Klasse 8F, Mehrzwecklokomotiven der Klasse 5 „Black Five“ sowie Schnellzuglokomotiven der Klassen 5XP „Jubilee“, 7P „Princess Royal“ und 7P „Coronation“ lieferten die Crewe Works Kessel und Schmiedeteile für alle Neubaulokomotiven der LMS. Während des Zweiten Weltkriegs produzierte das Werk über 150 Kampfpanzer des Typs Cruiser MkV Covenanter.[2] Darüber hinaus wurden Stahlteile für den Streckenbau hergestellt.
Nach der Gründung der British Railways (BR) im Jahr 1948 entwarf Robert Riddles als Chief Mechanical Engineer die BR-Standardklassen. In den folgenden Jahren waren die Crewe Works an der Fertigung der Standardklassen 2MT2-6-2T, 6, 7, 8P und 9F beteiligt. Die letzte von über 7000 in Crewe gebauten Dampflokomotiven, die 9F92250, verließ im Dezember 1958 das Werk.[3]
Ab 1957 produzierten die Crewe Works dieselelektrischeRangierlokomotiven der Klasse D3/2, dieselelektrische Streckenlokomotiven der Klassen D11/3, D12/1, D25/1, 27/2 und 56, dieselhydraulische der Klasse D27/1 sowie elektrische der Klassen 87, 89, 90 und 91. Hinzu kamen die dieselelektrischen HST-Triebköpfe der Klassen 41 und 43. Neben der Herstellung und Instandhaltung war das Werk für die Zerlegung ausgemusterter Fahrzeuge zuständig. 1984 verließen die letzten Diesellokomotiven der Klasse 56 und 1991 die letzten elektrischen Lokomotiven der Klasse 91 die Crewe Works.