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Cozonac

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Cozonac mit Sultaninen, geflochten und mit Hagelzucker bestreut.
Kosunak

Cozonac [kozoˈnak (rumänisch) oder Kozunak (bulgarisch козунак/?) ist ein süßes Hefegebäck der rumänischen und bulgarischen Küche.

Es ist ein traditionelles Feiertagsgebäck, das in Bulgarien zu Ostern (ähnlich dem Osterzopf) und in Rumänien zu unterschiedlichen Feierlichkeiten zubereitet wird.[1][2] Es ähnelt dem italienischen Panettone, unterscheidet sich von diesem aber durch die Form und durch die Vielzahl der Varianten.[3][4]

Man nimmt an, dass der Begriff vom griechischen κοσωνάκι (kosōnáki, ein Diminutiv von κοσώνα, kosṓna, „Puppe“) oder von κωδουνάκη (kōdunáki, ein Diminutiv von κουδούνι, kudúni, „Glocke“) kommt.[5] Die rumänische Ernährungshistorikerin Simona Lazăr führt das Wort kozunak auf kosṓna zurück und erklärt dies mit einer metaphorischen Vorstellung eines Babys, das in einer Wiege liegt.[6] Die Namen vieler ritueller Brote enthielten im Altertum einen Bezug auf den menschlichen Körper.

Cozonac wird aus einem Hefeteig mit Milch, Zucker, Eiern, Butter und Rosinen zubereitet.[2] In Bulgarien werden dem Teig zusätzlich Zitronenzesten zugegeben. In Rumänien unterscheiden sich die Rezepte in den verschiedenen Regionen[4][7]: Statt der Rosinen werden auch Rahat, geriebene Orangen- oder Zitronenschale, Haselnüsse oder Walnüsse, Vanille oder Rum zugegeben.

Sehr verbreitet ist auch eine Rezeptvariante mit einer Füllung aus gemahlenen Walnüssen: Dazu wird der Teig flach ausgerollt, mit der Füllung bestrichen und vor dem Backen zu einer Roulade aufgerollt – im gebackenen Brot ist die Füllung beim Anschneiden als Spirale zu sehen.[7]

Bei der Kulturinitiative Café d’Europe des Instituts der Regionen Europas (IRE) während der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft 2006 wurde Cozonac als rumänischer Beitrag präsentiert.[8]

Commons: Cozonac – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Cristina Rebiere, Olivier Rebiere: Discover the world differently n°2: Travel with your child and open his/her mind! Brazil, Canada, Romania, Thailand, Egypt, Australia. Rebiere (google.com [abgerufen am 30. August 2022]).
  2. a b Cozonac. Abgerufen am 30. August 2022.
  3. Timothy G. Roufs Ph.D, Kathleen Smyth Roufs: Sweet Treats around the World: An Encyclopedia of Food and Culture: An Encyclopedia of Food and Culture. ABC-CLIO, 2014, ISBN 978-1-61069-221-2, S. 283 (google.com [abgerufen am 30. August 2022]).
  4. a b Thede Kahl, Peter Mario Kreuter, Christina Vogel: Culinaria balcanica. Frank & Timme, 2015, ISBN 978-3-7329-0138-8, S. 166 (google.com [abgerufen am 30. August 2022]).
  5. Електронна библиотека Българско езикознание. Abgerufen am 18. April 2025.
  6. Irina Georgescu: Cozonac, a baking tradition and superstition in Romania. In: Recipes and Stories from Eastern Europe. 15. Dezember 2024, abgerufen am 18. April 2025.
  7. a b Red Berry Books: Transylvanian Desserts. Red Berry Books, 2005, ISBN 978-0-9770333-0-0, S. 48 ff. (google.com [abgerufen am 30. August 2022]).
  8. De ziua Europei servim cozonac moldovenesc la "Café d'Europe", hotnews.ro 27. April 2006