Courrendlin
| Courrendlin | |
|---|---|
| Staat: | |
| Kanton: | |
| Bezirk: | Delémont |
| BFS-Nr.: | 6708 |
| Postleitzahl: | 2830 Courrendlin 2830 Vellerat 2832 Rebeuvelier |
| Koordinaten: | 595087 / 243117 |
| Höhe: | 436 m ü. M. |
| Höhenbereich: | 415–1299 m ü. M.[1] |
| Fläche: | 21,55 km²[2] |
| Einwohner: | 3687 (31. Dezember 2024)[3] |
| Einwohnerdichte: | 171 Einw. pro km² |
| Ausländeranteil: (Einwohner ohne Schweizer Bürgerrecht) | 22,8 % (31. Dezember 2024)[4] |
| Website: | www.courrendlin.ch |
Aussicht über Courrendlin | |
| Lage der Gemeinde | |
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1850 | 731 |
| 1900 | 1908 |
| 1910 | 2098 |
| 1930 | 1921 |
| 1950 | 2218 |
| 1960 | 2418 |
| 1970 | 2656 |
| 1980 | 2435 |
| 1990 | 2411 |
| 2000 | 2435 |
Mit 3687 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2024) gehört Courrendlin zu den grossen Gemeinden des Kantons Jura. Von den Bewohnern sind 88,4 % französischsprachig, 5,2 % deutschsprachig und 1,8 % italienischsprachig (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Courrendlin ist in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts um fast das Dreifache angestiegen. Nach einem vorläufigen Höchststand um 1970 wurde während der Wirtschaftskrise der 1970er-Jahre ein Rückgang um fast 10 % registriert. Seither gab es nur noch geringe Bevölkerungsschwankungen.
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Courrendlin hat sich Mitte des 19. Jahrhunderts vom Bauerndorf zur Industriegemeinde entwickelt. Ein wichtiger Arbeitgeber im Dorf ist das Eisenwerk der Firma Von Roll, die 1843 in Choindez gegründet wurde. Weitere Arbeitsplätze gibt es in den Bereichen Maschinenbau und Kunststoffproduktion. Nördlich des Dorfes in der Ebene befindet sich ein grösseres Kiesabbaugebiet, und ausgangs der Schlucht von Choindez wird in einem bedeutenden Steinbruch Jurakalkstein abgebaut.
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gemeinde ist verkehrsmässig gut erschlossen. Sie liegt an der rege befahrenen Durchgangsstrasse von Delémont nach Moutier. Die 2017 fertiggestellte Autobahn beziehungsweise Autostrasse A16 schliesst sowohl an das schweizerische Nationalstrassennetz als auch an das französische Autobahnnetz an, sie umfährt östlich das Dorf und die Schlucht von Choindez in einem 3 km langen Tunnel. Am 16. Dezember 1876 wurde die Eisenbahnstrecke Delémont–Moutier mit einem Bahnhof in Courrendlin eröffnet, welcher heute jedoch stillgelegt ist.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Erste Erwähnung findet der Ort im Jahre 866 als Rendelana Corte. Er gehörte bereits im 9. Jahrhundert zum Grundbesitz der Propstei Moutier-Grandval. 1179 erschien erstmals der heutige Name Courrendlin, in der folgenden Zeit kamen aber auch die Namen Corrandlain oder Rellendorf (1184), der deutsche Name Rennendorf (1285), Corrandelinim (1438) sowie Curraldin, Correndlin (1461) vor.
Courrendlin behielt auch nach der Reformationszeit den katholischen Glauben bei. Von 1797 bis 1815 gehörte es zu Frankreich und war anfangs Teil des Département Mont-Terrible, ab 1800 mit dem Département Haut-Rhin verbunden. Durch den Entscheid des Wiener Kongresses kam der Ort 1815 an den Kanton Bern zum Amtsbezirk Moutier. Die Bewohner von Courrendlin votierten in den Juraplebisziten stets für die Schaffung des Kantons Jura. Als Grenzgemeinde im Amtsbezirk Moutier entschied sich Courrendlin in der Volksabstimmung vom 7. September 1975 für den Kanton Jura, trat 1976 in den Distrikt Delémont über und kam mit diesem am 1. Januar 1979 an den neu gegründeten Kanton Jura.
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Das älteste Gotteshaus auf der Gemarkung Courrendlin ist die Kapelle Saint-Barthélemy, die ausserhalb des Dorfes steht. Sie stammt aus dem 9. Jahrhundert und wurde mehrmals wieder aufgebaut und 1977 renoviert.
- Die Pfarrkirche Saint-Germain-et-Randoald (benannt nach zwei Märtyrern der Region) wurde 1755 bis 1758 errichtet. Sie enthält eine der schönsten barocken Innenausstattungen des Kantons Jura. Im Jahre 1923 wurde der Kirchturm durch einen Orkan stark beschädigt. Zur Pfarrei Courrendlin gehörten auch Rossemaison, Châtillon und Vellerat.
- Ein «Gekreuzigter» aus der Kirche von Courrendlin, von Martin Hoffmann um 1525 geschaffen, befindet sich heute im Historischen Museum Basel.[5]
- Im Dorfzentrum steht die Tour de l’Horloge, ein spätgotischer Gefängnis- und Archivturm mit Treppengiebeln, der 1697 erbaut wurde.
Bilder
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Pfarrkirche
- Reformierte Kirche
- Turnhalle und Sekundarschulhaus
- Autobahnbrücke im Ortsteil Choindez
- Dorfzentrum
- Wohnsiedlung an der Rue en Solé
- Historisches Luftbild vom Stahlwerk "Von Roll" (Choindez) von Walter Mittelholzer zwischen 1918 und 1937
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- François Kohler: Courrendlin. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
- Website der Gemeinde Courrendlin
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
- ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
- ↑ Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991–2024. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 28. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst).
- ↑ Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit (Kategorie), Geschlecht und Alter, 2010-2024. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst. Abruf am 28. August 2025
- ↑ Hoffmanns «Gekreuzigter» von Courrendlin ( vom 4. Januar 2016 im Internet Archive) auf der Website des Historischen Museums Basel; abgerufen am 19. Februar 2024.



