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Corvo

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Koordinaten: 39° 42′ 10″ N, 31° 6′ 28″ W

Kreis Corvo
Flagge Karte
Flagge von Corvo Position des Kreises Corvo
Einwohner: 384 (Stand: 19. April 2021)[1]
Fläche: 17,11 km² (Stand: 1. Januar 2010)[2]
Bevölkerungsdichte: 22 Einwohner pro km²
Anzahl der Gemeinden: keine
Verwaltung
Adresse der Verwaltung: Câmara Municipal de Corvo
Rua do Jogo da Bola
9980-024 Vila do Corvo
Website: cm-corvo.pt
Kreis Corvo

Corvo ([ˈkoɾvu] ⓘ) ist die nordwestlichste und auch nördlichste und mit einer Fläche von 17,11 Quadratkilometern kleinste bewohnte Hauptinsel der Azoren. Zusammen mit der ca. 15 km entfernten Insel Flores bildet sie die Westgruppe der Azoren. Mit rund 430 Menschen ist die einzige Siedlung Vila do Corvo (auch: Vila Nova do Corvo) eine der kleinsten Städte Europas[3]. Corvo und Flores wurden 1452 von Diogo de Teive und seinem Sohn als letzte Inseln der Azoren entdeckt.[4]

Corvo (deutsch: Rabe) besteht aus einem erloschenen Vulkan, dem Monte Gordo, der eine 2 km weite und 300 m tiefe Caldera bildet, auf deren Grund ein See namens Lagoa do Caldeirão liegt.[4] Am Südrand der Caldera befindet sich mit dem 718 m hohen Morro dos Homens („Hügel der Menschen“) die höchste Erhebung der Insel. Bis auf den etwas flacheren Süden sind die Ufer der Insel von steilen Klippen geprägt.

2007 nahm die UNESCO die Insel in die Liste der Biosphärenreservate auf.[5] Vom Leben auf der Insel zeugt die Dokumentation É na terra não é na lua (2007).

Auf dieser Insel gibt es jedes Jahr eine großes Brutgebiet der Corysturmtaucher, die zur Gattung der Sepiasturmtaucher gehören. Im Oktober und November verlassen die jungen Seevögel nachts zum ersten Mal ihre Bruthöhlen, um aufs offene Meer hinauszufliegen. Hierbei wurden sie jedoch durch künstliche Lichtquellen der Inseln massiv gestört. Deshalb wird auf der Insel in dieser Zeit bis zu zwei Wochen jeden Abend um 21.00 Uhr die öffentliche Beleuchtung ausgeschaltet[6].

Wirtschaft und Verkehr

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Die Bewohner Corvos (Corvinos) leben hauptsächlich vom Tourismus und der Landwirtschaft.[4] Weiterhin stellen die Fischerei, der Fährverkehr sowie der öffentliche Dienst (Flughafen, Schule, Feuerwehr, Polizei, Museen, Verwaltung, Krankenstation) für viele Inselbewohner die Lebensgrundlage dar. Corvo ist dennoch auf finanzielle Unterstützung der portugiesischen und der Regionalregierung überaus stark angewiesen.[4]

Die Oberfläche besteht aus grünen, für die Insel typischen Kraterweiden, die von Kühen abgegrast werden. Das Fleisch und die sonstigen Produkte aus der Rinderhaltung werden in Lissabon verkauft und bilden die Einkommensgrundlage vieler Bewohner Corvos.

2024 wurden mehrere Windkraftanlagen an der Ostflanke der Insel installiert und in Betrieb genommen.[4]

Es existieren mehrere Unterkünfte für Touristen, ein kleiner Zeltplatz, ein ebenfalls eher kleines Hotel sowie mehrere – zumeist saisonal betriebene – Lokale. Ziele für die Touristen stellen die große Caldera im Innern der Insel sowie der Hauptort der Insel und hier insbesondere die Kirche dar. Diverse Aussichtspunkte, einige alte Windmühlen sowie ein paar Stellen, an denen man baden und schnorcheln gehen kann, stellen weitere der ansonsten recht wenigen Touristenziele dar. Es gibt Fahrradverleihe, mehrere Bankautomaten und einige wenige Geschäfte. Die Insel ist ein interessantes Ziel für Ornithologen. Es existiert dazu auch ein kleines Besucherzentrum.[4][7]

Der Caldeirão do Corvo, der Krater am Gipfel von Corvo

Es existiert ein Regionalflughafen mit einer 800 Meter kurzen Start- und Landebahn, der nur von verhältnismäßig kleinen Maschinen und nur bei bestimmten Wetterbedingungen angesteuert werden kann. Von Corvo aus werden Flores, Faial und Ponta Delgada, die Hauptstadt der Azoren auf der Insel São Miguel und seltener Lajes auf der Insel Terceira angeflogen.[8]

Es existiert inzwischen eine kleine lokale Autovermietung auf der Insel, allerdings sind die wenigen Ziele auf der Insel auch gut zu Fuß oder mit Taxis bzw. Minibussen erreichbar. Mehr als 2 etwas längere Straßen mit jeweils weniger als 7 km Länge gibt es außerhalb des Hauptortes nicht.

Es bestehen mindestens ein Mal pro Tag Bootsverbindungen nach Flores. Auch diese Verbindungen sind wetterabhängig. Ein Mal pro Woche wird Corvo – ebenso wie Flores – von einem Versorgungsschiff angelaufen.[4][7]

Karte von Corvo

Corvo ist der bevölkerungsärmste Kreis (Município) in Portugal. Er umfasst die gesamte Fläche der Insel und grenzt deshalb an keinen anderen Kreis, sondern nur an den Atlantischen Ozean. Er ist der einzige Kreis in Portugal, der keine Gemeinde (Freguesia) enthält. Die Gemeindeaufgaben werden vom Kreis miterledigt.

Entwicklung der Einwohnerzahl im Kreis Corvo
Jahr 1864 1878 1890 1900 1911 1920 1930 1940 1950 1960 1970 1981 1991 2001 2011 2021
Einwohner 883 880 806 808 746 661 667 691 728 681 485 370 393 425 430 384

Weltweite Aufmerksamkeit erlangte Corvo im März 2021, als sich fast alle erwachsenen Bewohner der Insel gegen COVID-19 impfen ließen.[9]

In diversen Quellen wird von Münzfunden am Strand von Corvo aus dem 18. Jahrhundert berichtet. Die Münzen selbst sollen deutlich älter sein und insgesamt würde der Fund womöglich bedeuten, dass Corvo deutlich früher als Ende des 15. Jahrhunderts erstmal betreten wurde. Bis heute sind aber die Herkunft, der Verbleib und weitere Details zum Münzfund weiterhin unklar und insgesamt wird die Authentizität der Geschichte von Wissenschaftlern stark angezweifelt, aber auch nicht generell ausgeschlossen.[7]

Einzelnachweise

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  1. ↑ www.ine.pt – Indikator Resident population by Place of residence and Sex; Decennial in der Datenbank des Instituto Nacional de Estatística
  2. ↑ Übersicht über Code-Zuordnungen von Freguesias auf epp.eurostat.ec.europa.eu
  3. ↑ Merlin Menze, Licht Aus , in: Mare, Nummer 178, 10/2026, S. 113
  4. 1 2 3 4 5 6 7 Michael Bussmann: Azoren. 9. Auflage 2025. Michael Müller Verlag, Lettland 2025, ISBN 978-3-96685-410-8.
  5. ↑ Liste aller UNESCO-Biosphärenreservate (Memento des Originals vom 25. Juli 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. auf der Homepage der Deutschen UNESCO-Kommission, abgerufen am 25. Juli 2018.
  6. ↑ Merlin Menze, Licht Aus , in: Mare, Nummer 178, 10/2026, S. 108–118
  7. 1 2 3 Susanne Lipps: Azoren. 1. Auflage. Dumont, Ostfildern 2019, ISBN 978-3-616-02007-5, S. 226 ff.
  8. ↑ Route Map. (PDF) In: Azores Airlines. Abgerufen am 23. September 2025.
  9. ↑ Corvo - Insel der Geimpften. FAZ, abgerufen am 30. Juli 2026.
Commons: Corvo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien