Die ersten fünf Class 59 – später als 59/0 bezeichnet – wurden in La Grange im US-amerikanischen Bundesstaat Illinois gebaut. Vier davon wurden im Januar 1986 an die Baufirma Foster Yeoman nach Großbritannien geliefert.[1] Sie erhielten die Namen „Yeoman Endeavour“ (59001), „Yeoman Enterprise“ (59002), „Yeoman Highlander“ (59003) und „Yeoman Challenger“ (59004); die nachbestellte, am 4.Juni 1989 im Hafen Felixstowe gelöschte 59005 bekam abweichend davon den Namen des Yeoman-Bahnchefs KennethJ. Painter.[2] Alle weiteren Class59 entstanden in der kanadischen Stadt London (Ontario).
59 001 in ursprünglicher Lackierung bei der Ablieferung in Southampton (1986)59 104 der ARC mit geändertem Spitzenlicht in Reading (1991)
Die Yeoman-Lokomotiven waren für den Einsatz vor Steinzügen in Südwestengland bestimmt. 1993 gründete Foster Yeoman mit der Amalgamated Roadstone Corporation (ARC) das Bahnunternehmen Mendip Rail und brachte die fünf Maschinen in diesen Betrieb ein, blieb aber deren Eigentümer. Die 59003 wurde 1997 für den Einsatz auf dem Kontinent überarbeitet, wofür mit der Deutschen Bahn das Joint-Venture DB Yeoman GmbH ins Leben gerufen wurde. 2001 wurde die fortan auf deutschen Gleisen verkehrende Maschine von Heavy Haul Power International (HHPI) übernommen, 2014 kehrte sie zu GB Railfreight auf die Insel zurück.[1]
1990 wurden für das britische Baustoffunternehmen ARC in London (Kanada) vier als 59/1 bezeichnete Class 59 (59101 bis 59104) gebaut. Von den Vorgängern unterschieden sie sich optisch durch ein geändertes Spitzenlicht, veränderte Stoßdämpfer erlaubten die Heraufsetzung der Höchstgeschwindigkeit auf 60 auf 75mph.
Umfangreichere Änderungen wurden bei der Serie 59/2 vorgenommen. Von diesem Typ wurden in den Jahren 1994/95 sechs Lokomotiven (59201 bis 59206) für Kohletransporte an das Energieunternehmen National Power nach Großbritannien geliefert. Unter anderem erhielten sie automatische Kupplungen, wurden später jedoch auf Schraubenkupplungen umgebaut.
Die Lokomotiven haben zum Teil wiederholt den Eigentümer gewechselt. Zu jenen gehörten u.a. auch die Unternehmen English, Welsh & Scottish Railway (EWS, seit 2007 DB Cargo UK) und Hanson. Sämtliche Maschinen der Class 59 sind seit 2016 wieder auf britischen Gleisen unterwegs. Die Loks der Bauserien 59/0 und 59/1 gehören mit einer Ausnahme zum Unternehmen Mendip Rail, lediglich die aus Deutschland zurückgekehrte 59003 wurde von GB Railfreight erworben. Die sechs von National Power angeschafften 59/2 laufen heute im Güterverkehr bei der Bahngesellschaft Freightliner.
59 002 in den Farben von Mendip Rail (2004)
59 202 vor einem Kohlenzug in der National-Power-Lackierung mit automatischer Kupplung (1996)
Die Deutsche Bahn AG hatte 1997 eine dieselelektrische Lokomotive vom Typ JT26CW-SS übernommen und in ihren Nummernplan als 259003 eingereiht. Die Lokomotive war zuvor in Großbritannien von Foster Yeoman als 59003 eingesetzt. Nach dem Einsatzende bei der Deutschen Bahn wurde die Lokomotive an die Heavy Haul Power International für den Betrieb auf deutschen Bahnstrecken abgegeben. Dort war sie von 2001 bis 2014 im Einsatz, bevor sie von GB Railfreight übernommen wurde und seit 2015 wieder Transportdienstleistungen in Großbritannien erfüllt.[4]