Clara Mattei
Clara Elisabetta Mattei (* 1988[1] in den USA) ist eine italienisch-US-amerikanische Ökonomin,[2] die in den Vereinigten Staaten als Hochschullehrerin tätig ist.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Clara Mattei wuchs als Kind zweier Rechtswissenschaftler und Professoren in Italien und den Vereinigten Staaten auf.[2] Mattei machte ihren Bachelorabschluss in Philosophie an der University of Cambridge, gefolgt von einem Masterstudium in Pavia.[3] Sie promovierte mit einer Arbeit über historische Austeritätspolitik, in der sie die diesbezügliche britische und italienische Politik der 1920er verglich.[1] Das hieraus entstandene Buch wurde in zehn Sprachen übersetzt und wurde 2023 von der American Historical Association mit dem Herbert Adams Baxter Prize ausgezeichnet.[3] Sie lehrte an der The New School im Bereich Ökonomie. Mattei ist Leiterin des Center for Heterodox Economics an der University of Tulsa, das im Februar 2025 eröffnet wurde.[4][5] Sie ist Gründerin des Forum for Real Economic Emancipation (FREE), das als Plattform gegen ökonomische Mythenbildung dienen soll.[6] Im April 2026 wurde sie für ihr Buch Die Ordnung des Kapitals mit dem Hans-Matthöfer-Preis für Wirtschaftspublizistik ausgezeichnet, der mit 12.000 Euro dotiert ist.[7]
Mattei forscht zur Politischen Ökonomie und der Geschichte des Kapitalismus, wobei sie sich insbesondere für die Verbindung von ökonomischen Ideen und deren politischer Umsetzung interessiert. Ferner schreibt sie für verschiedene Zeitungen.[3]
Sie ist die Großnichte der kommunistischen Widerstandskämpfer Gianfranco und Teresa „Chicci“ Mattei,[8] die am Attentat auf den faschistischen Vordenker Giovanni Gentile beteiligt gewesen sein sollen.[9]
Veröffentlichungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- The Capital Order: How Economists Invented Austerity and Paved the Way to Fascism, University of Chicago Press, Chicago 2022, ISBN 978-0-226-81839-9.
- Deutsche Übersetzung: Die Ordnung des Kapitals. Wie Ökonomen die Austerität erfanden und dem Faschismus den Weg bereiteten. Brumaire Verlag, Berlin 2025, ISBN 978-3-948608-56-9.
- L’economia è politica: Tutto quello che non vediamo dell’economia e che nessuno racconta, Fuori Scena, Mailand 2023, ISBN 979-1-22250-00-03.
- Escape from Capitalism. Economics is Political, and Other Liberating Truths. Allen Lane, London 2026, ISBN 978-0-24174-21-81.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Clara Mattei: »Austerität soll Druck ausüben«, Interview veröffentlicht am 29. November 2024 auf nd-aktuell.de.
- 1 2 Tilo Jung et al.: Ökonomin Clara Mattei über die Geschichte von Austeritätspolitik – Jung & Naiv: Folge 822. In: YouTube. Jung & Naiv, 21. April 2026, abgerufen am 27. April 2026 (englisch, deutsch, 33. Minute ff.).
- 1 2 3 Eintrag auf www.newschool.edu
- ↑ Eintrag auf zeitschrift-luxemburg.de
- ↑ 2025 CHE Inaugural Conference. In: sites.utulsa.edu. Abgerufen am 8. März 2025 (englisch).
- ↑ Forum for Real Economic Emancipation | FREE. Abgerufen am 17. März 2026 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Hans-Matthöfer-Preis für Wirtschaftspublizistik 2026. Friedrich-Ebert-Stiftung, abgerufen am 26. April 2026.
- ↑ Clara Mattei - Anti-Capitalism. Abgerufen am 4. März 2025.
- ↑ Die vergessene Geschichte der Frauen, die im Widerstand gegen den Nazifaschismus in Italien mitgespielt haben. In: Infobae. 25. April 2022, abgerufen am 27. April 2026.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Mattei, Clara |
| ALTERNATIVNAMEN | Mattei, Clara Elisabetta (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | italienisch-US-amerikanische Ökonomin und Hochschullehrerin |
| GEBURTSDATUM | 1988 |
| GEBURTSORT | Vereinigte Staaten |