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Chant des Partisans

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Der Chant des Partisans („Lied der Partisanen“) war das populärste Lied der französischen Forces françaises libres und der Résistance im Zweiten Weltkrieg.

Das Lied entstand in London 1943. Anna Marly, die Exilrussin war, bezog sich dabei auf eine russische Melodie, die sie bereits 1941 kennengelernt hatte.[1] Joseph Kessel und Maurice Druon verfassten den Text. Anna Marly trug das Lied in den französischsprachigen Sendungen der BBC vor. Der Text ruft zum Kampf um Leben und Tod für die Befreiung Frankreichs auf. Das Lied war insbesondere nach Ende der deutschen Besatzung sehr populär und teilweise auch als Ersatz für La Marseillaise im Gespräch. Das Manuskript ist nationales Kulturdenkmal und wird im Musée national de la Légion d’Honneur aufbewahrt.[2] Zu den Interpreten gehörten unter anderem Jean Ferrat, Yves Montand, Catherine Ribeiro, Johnny Hallyday sowie Catherine Sauvage, Mireille Mathieu, Philippe Léotard und Giovanni Mirabassi.

In Korea wurde das Lied unter anderem von der Korean Liberation Army, den Truppen der Provisorischen Regierung der Republik Korea, als Marsch intoniert.

Anna Marly schrieb ebenso ein etwas lyrischeres und getrageneres Lied ähnlichen Inhalts, La Complainte du Partisan (Klage des Partisanen).

Neben den oben erwähnten (und weiteren) zahlreichen französischen Interpretinnen und Interpreten, die Versionen des Songs aufgenommen und veröffentlicht haben, ist weltweit bekannt vor allem die musikalisch und textlich deutlich abweichende englische Adaption von Hy Zaret (vor allem als Texter von „Unchained Melody“ bekannt). Der kanadische Singer-Songwriter Leonard Cohen nahm seine Version unter Verwendung von Zarets Adaption auf und veröffentlichte sie 1969 auf seinem Album Songs from a Room sowie als Single in Europa. Cohens Version machte den Song erneut populär (und führte zum verbreiteten Missverständnis, dass der Song von Cohen geschrieben wurde), hat jedoch wiederum andere Künstler dazu inspiriert, Versionen des Liedes aufzuführen, aufzunehmen und zu veröffentlichen, darunter die Amerikanerin Joan Baez auf ihrem 1972 erschienenen Album Come from the Shadows und unter dem Titel „Song of the French Partisan“ die Kanadierin Buffy Sainte-Marie und die Israeli Esther Ofarim.

  • Richard Raskin: Le Chant des Partisans: Functions of a Wartime Song. In: Folklore [U.K.], 102, 1 (Summer, 1991), pp. 62–76.
  1. « Anna Marly (1917–2006) » (Geschichte des Chant des partisans), auf der Webseite cheminsdememoire.gouv.fr
  2. Eintrag zur Schutzwürdigkeit des Manuskripts