Cevio
| Cevio | |
|---|---|
| Staat: | |
| Kanton: | |
| Bezirk: | Bezirk Vallemaggia |
| Kreis: | Kreis Rovana |
| BFS-Nr.: | 5310 |
| Postleitzahl: | 6675 Cevio 6676 Bignasco 6690 Cavergno 6690 S. Carlo (Val Bavona) |
| Koordinaten: | 689604 / 130175 |
| Höhe: | 421 m ü. M. |
| Höhenbereich: | 387–3273 m ü. M.[1] |
| Fläche: | 151,31 km²[2] |
| Einwohner: | 1111 (31. Dezember 2024)[3] |
| Einwohnerdichte: | 7 Einw. pro km² |
| Ausländeranteil: (Einwohner ohne Schweizer Bürgerrecht) | 13,2 % (31. Dezember 2024)[4] |
| Gemeindepräsidentin: | Wanda Dadò (Alleanza Moderata) |
| Website: | www.cevio.ch |
Cevio | |
| Lage der Gemeinde | |
| Bevölkerungsentwicklung Cevio seit 2005 (Fusion 22. Oktober 2006) |
|---|
1.500 1.000 500 0 1.264 2005 1.251 2006 1.230 2007 1.218 2008 1.222 2009 1.203 2010 1.174 2011 1.155 2012 1.163 2013 1.186 2014 1.185 2015 1.177 2016 1.177 2017 1.159 2018 1.146 2019 1.142 2020 1.118 2021 1.110 2022 1.109 2023 1.111 2024 |
| Quelle: Einwohnerzahlen:[12] |
Cevio (inkl. Bignasco und Cavergno; Eingemeindung 22. Oktober 2006)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Cevio fusionierte am 22. Oktober 2006 mit den Gemeinden Bignasco und Cavergno.
Die kumulierte Einwohnerzahl der drei ehemaligen Gemeinden entwickelte sich folgendermassen:
| Bevölkerungsentwicklung Cevio ab 1769 (inkl. Bignasco und Cavergno; Eingemeindung 22. Oktober 2006) |
|---|
1.500 1.000 500 0 1.148 1769 1.214 1799 1.191 1808 1.245 1860 1.224 1870 1.137 1880 1.106 1888 965 1900 952 1910 881 1930 893 1941 1.089 1950 1.169 1960 1.273 1970 1.174 1980 1.119 1990 1.271 2000 1.264 2005 |
| Quelle: Volkszählungsdaten[13][14] |
Ehemalige Gemeinde Cevio (heutiger Ortsteil Cevio)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zwischen 1801 und 1850 wuchs die Bevölkerung stark an, vor allem wegen der Funktion von Cevio als Oberzentrum des Tales.[15] Bis 1888 ging die Einwohnerzahl zwar zurück, jedoch geringer als in anderen Gemeinden des Maggiatals. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts setzte die grosse Auswanderungswelle in die Zentren des Tessins und nach Übersee (Kalifornien, Australien) ein (1888–1920: − 36 %).
In den 1940er- und 1960er-Jahren gab es erneut ein Bevölkerungswachstum (1941–1970: + 61 %), dem zwischen 1970 und 1990 eine weitere grosse Auswanderungswelle (1970–1990: − 27 %) in urbanere Regionen des Tessins folgte. Einem starken Wachstum in den 1990er-Jahren (1990–2000: + 20 %) folgte wiederum ein Bevölkerungsrückgang kleineren Umfangs (2000–2005: − 4,6 %).
| Bevölkerungsentwicklung Cevio 1769 bis 2005 |
|---|
700 600 500 400 300 200 100 0 566 1769 523 1799 516 1808 602 1860 570 1870 535 1880 511 1888 398 1900 387 1910 326 1920 356 1930 350 1941 504 1950 504 1960 562 1970 438 1980 413 1990 497 2000 474 2005 |
| Quelle: Volkszählungsdaten[16][17] |
Sprachen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Cevio wird eine lombardische Mundart gesprochen, die sich stark vom Standarditalienisch unterscheidet. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 77,87 % (1970 noch 95,73 %) Italienisch als Hauptsprache an. Weitere 10,87 % (1970 noch 1,42 %) sprachen Deutsch, 4,23 % (1970 noch 2,31 %) Spanisch.
Religionen – Konfessionen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In früherer Zeit gehörte die gesamte Einwohnerschaft der römisch-katholischen Kirche an. Im Jahr 2000 waren 78,27 % römisch-katholische (Bistum Lugano), 7,66 % evangelisch-reformierte (Chiesa evangelica riformata nel Ticino) und 1,61 % orthodoxe Christen. 5,63 % bezeichneten sich als konfessionslos und 1,81 % als Muslime. 4,62 % der Einwohner machten keine Angabe zu ihrem Glaubensbekenntnis. Die Muslime sind bosnischer und albanischer Herkunft.
Herkunft – Nationalität
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ende 2020 waren 85,3 % Schweizer Bürger.[18] Die grössten Einwanderergruppen kommen aus Italien, Spanien, Portugal, Bosnien-Herzegowina und Sri Lanka. Der für die Region relativ hohe Anteil von Zugewanderten ist auf die grosse Zahl von Arbeitsplätzen in Industrie (Steinbrüche) und Gesundheitswesen (Spital) zurückzuführen.
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Gemeinderat (consiglio comunale) bildet die Legislative und besteht aus 25 Personen.
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Cevio ist einer der wenigen Orte im Maggiatal mit einer Minderheit von Berufspendlern. 120 Erwerbstätige (= 57,4 %) arbeiten in der eigenen Gemeinde. Von den 89 Wegpendlern verdient die Mehrheit ausserhalb des Maggiatals ihr Geld – vor allem in Locarno, Losone, Bellinzona und Minusio. Cevio könnte unschwer allen Arbeitssuchenden der Gemeinde einen Erwerb bieten, denn den 89 Wegpendlern stehen nicht weniger als 235 Zupendler gegenüber. So sind von den 355 Erwerbstätigen in Cevio nur ein Viertel (25,1 %) Einheimische. Die Steinbrüche, das Bezirksspital und die öffentliche Verwaltung bieten vielen Menschen einen Arbeitsplatz. Die Landwirtschaft (Ackerbau, Weinbau und Viehzucht) ist kaum noch von Bedeutung.
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gemeinde lag von 1907 bis 1965 an der Linie der Locarno-Ponte Brolla-Bignasco-Bahn. Seit der Umstellung auf Busbetrieb ist Cevio auf der Hauptstrasse 407 durch die Linie 315 der FART, Locarno – Cavergno, ans Netz des öffentlichen Verkehrs angeschlossen. Die ehemalige Eisenbahn-Fachwerkbrücke bei Visletto wurde restauriert und dient seither als Fussgänger- und Velobrücke.
Cevio ist Ausgangspunkt der Postautolinien Cevio – Bosco/Gurin und Cevio – Cimalmotto. Die Strasse von Locarno ins Maggiatal ist wintersicher.
Bei einem extremen Hochwasser der Maggia am 30. Juni 2024 fiel ein Teil der Strassenbrücke bei Visletto zusammen.[19] Die Schweizer Armee baute danach eine Mabey-Johnson-Hilfsbrücke auf, um den Strassenverkehr in das obere Maggiatal wieder zu ermöglichen.
- Am 30. Juni 2024 teilweise zerstörte Maggiabrücke von Visletto
- Hilfsbrücke der Armee
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Cevio Vecchio
- Pfarrkirche Santi Maria Assunta e Giovanni Battista, Zentralbau aus dem 16. Jahrhundert mit Erweiterungen und Umbauten aus dem 17., 19. und frühen 20. Jahrhundert; Beinhaus von 1739[20]
- Case Franzoni, stattliche Gruppe herrschaftlicher Häuser aus dem 16. bis 18. Jahrhundert[20]
- Palazzo Franzoni (heute Museum des Maggiatals, 1. Ausstellungsgebäude), erbaut 1630, mit Wand- und Sgraffito-Malereien von 1688[20]
- Casa Franzoni, mit zweiarmiger Treppe und Portal sowie freskierten Wappen aus dem 18. Jahrhundert[20]
- Casa Respini-Moretti (heute Museum des Maggiatals, 2. Ausstellungsgebäude), erbaut im 17. und umgebaut im 18. Jahrhundert[20][21]
Cevio Piazza
- Dorfplatz, erbaut nach dem Baureglement von 1833[20]
- Casa Calanchini-Respini già Franzoni, erbaut im 17. Jahrhundert, früherer Wohnsitz der Landvögte[20][22]
- Villa Respini, erbaut 1890, mit raffinierter Dekorationsmalerei[20]
- Pretorio, ehemaliges Vogteigebäude aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, mit freskierten Wappen der Kantone und der Landvögte aus dem 17. und 18. Jahrhundert[20][23]
Rovana
- Kirche Beata Vergine del Ponte, 1615 erbaut, enthält eine der reichsten Stuckdekorationen des Sopraceneri[20][24]
Visletto
- Ponte di Visletto
- Denkmal für die Opfer des Eisenbahnunfalls von Visletto von 1931, enthält ein Bronzerelief von Remo Rossi
Kultur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bilder
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Pretorio
- La Piazza (Dorfplatz)
- Pfarrkirche San Giovanni Battista
- Nördlicher Dorfeingang
- Weiler Roseto
- Weiler Fontana
- Oratorium Madonna della Cintura in Fontana
- Splüi (Grotte) di Inselmitt in Sabbione
- Oratorium Beata Vergine Maria in Foroglio
- Wasserfall Foroglio
- Oratorium Santa Maria delle Grazie in Gannariente
- Oratorium Gannariente, Fresken (1595)
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Giovanni Bianconi: Vallemaggia. Edizioni L.E.M.A., Agno 1969.
- Daniela Pauli Falconi: Cevio. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 23. September 2022.
- Kunstführer durch die Schweiz. Vollständig neu bearbeitete Ausgabe, hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Band 2. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 2005, ISBN 3-906131-96-3, S. 652–655.
- Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, S. 248–251.
- Agostino Robertini u. a.: Cevio. In: Il Comune. Edizioni Giornale del Popolo, Lugano 1978, S. 73–94.
- Martino Signorelli: Storia della Valmaggia. Tipografia Stazione SA, Locarno 1972, S. 4, 8, 25, 42, 54, 56, 63, 67, passim
- Celestino Trezzini: Cevio. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 2: Basel – Egnach. Attinger, Neuenburg 1924, S. 528 (Digitalisat [PDF; 28,1 MB]).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Cevio auf der Plattform ETHorama
- Offizielle Website der Gemeinde Cevio
- Bundesamt für Kultur: Bignasco (Cevio) im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (italienisch)
- Bundesamt für Kultur: Boschetto im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (italienisch)
- Bundesamt für Kultur: Cevio/Rovana (Cevio) im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (italienisch)
- Bundesamt für Kultur: Val Bavona (Cevio) im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (italienisch)
- Amt für Statistik des Kantons Tessin: Cevio (italienisch)
- Cevio: Kulturgüterinventar des Kantons Tessin
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
- ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
- ↑ Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991–2024. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 28. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst).
- ↑ Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit (Kategorie), Geschlecht und Alter, 2010-2024. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst. Abruf am 28. August 2025
- ↑ Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol, Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 227.
- ↑ Objektblatt «Maggia» im Bundesinventar der Auengebiete von nationaler Bedeutung.
- ↑ Regionalporträts 2021. Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, abgerufen am 7. Mai 2024.
- ↑ Daniela Pauli Falconi: Cevio. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 11. Januar 2017.
- ↑ Bundesamt für Statistik: Angekündigte Änderungen seit der Mutationsmeldung Nr. 81 zum Amtlichen Gemeindeverzeichnis der Schweiz, Ausgabe 20. Januar 2006
- ↑ Patriziato di Cevio-Linescio (italienisch) auf ti.ch/di/sel/patriziati (abgerufen am 27. August 2024).
- ↑ Patriziato di Cevio e Linescio (italienisch) auf patriziatoceviolinescio.ch (abgerufen am 27. August 2024).
- ↑ Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991-2024. Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 27. August 2025, abgerufen am 1. Mai 2026.
- ↑ Martin Schuler: Cantone Ticino – L’effettivo della popolazione a livello locale prima del 1850. (CSV; 34 KB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 16. Juni 2023, abgerufen am 1. Mai 2026.
- ↑ Daten der Eidgenössischen Volkszählungen ab 1850 nach Gemeinden. (XLSX; 10 MB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 12. Juli 2024, abgerufen am 1. Mai 2026 (Öffnung in Excel nur über "Anhang/Excel-Datensatz" möglich).
- ↑ Daniela Pauli Falconi: Cevio. In: Historisches Lexikon der Schweiz HLS. 23. September 2022, abgerufen am 26. März 2025.
- ↑ Martin Schuler: Cantone Ticino – L’effettivo della popolazione a livello locale prima del 1850. (CSV; 34 KB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 16. Juni 2023, abgerufen am 1. Mai 2026.
- ↑ Daten der Eidgenössischen Volkszählungen ab 1850 nach Gemeinden. (XLSX; 10 MB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 12. Juli 2024, abgerufen am 1. Mai 2026 (Öffnung in Excel nur über "Anhang/Excel-Datensatz" möglich).
- ↑ Daten der Eidgenössischen Volkszählungen ab 1850 nach Gemeinden. (XLSX; 10 MB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 12. Juli 2024, abgerufen am 26. März 2025 (Öffnung in Excel nur über "Anhang/Excel-Datensatz" möglich).
- ↑ ValleMaggia, maltempo tragico: tre morti in Bavona, un disperso, giù il ponte a Visletto. In: Giornale del Ticino, 30. Juni 2024.
- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Kunstführer durch die Schweiz. Vollständig neu bearbeitete Ausgabe, hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Band 2. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 2005, ISBN 3-906131-96-3, S. 652–655.
- ↑ Museum des Maggiatals (Foto) auf ti.ch/dt/dstm/sst/ubc
- ↑ Casa Calanchini-Respini già Franzoni (Foto) auf ti.ch/dt/dstm/sst/ub
- ↑ Pretorio (Foto) auf ti.ch/dt/dstm/sst/ubc
- ↑ Kirche Beata Vergine del Ponte (Foto) auf ti.ch/dt/dstm/sst/ubc
- ↑ Associazione per la Protezione del Patrimonio Artistico e Architettonico di Valmaggia (APAV) auf portal.dnb.de
- ↑ Associazione del Museo di Valmaggia (mit Fotos) (italienisch) auf museovalmaggia.ch/



