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Cappuccine

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Hauptfassade der Kirche, 2011

Als Cappuccine oder Santa Maria del Redentore wird eine Kirche nebst abgerissenem Kloster im Norden des venezianischen Sestiere Cannaregio bezeichnet, die südwärts auf den Rio di San Girolamo und die Fondamenta de le Capuzine blickt, während sich an der Westseite die Calle de le Capuzzine erstreckt. Im Jahr 1612 wurde einer Gruppe von Kapuzinerinnen ein Grundstück überlassen, auf dem diese 1614 mit dem Bau einer Kirche begannen. Sie stand unter dem Patrozinium Mariens, der Mutter Jesu, und des Franz von Assisi. Ein kleines Kloster sowie ein Gemüsegarten schlossen sich nordwärts an, bis an den seinerzeitigen Rand der Lagune. Das Gebäude wurde 1623 geweiht. Unter Napoleon wurde das Kloster geschlossen und bald abgerissen. Die Kirche hingegen blieb erhalten und ist seit 1952 eine Filialkirche der benachbarten Kirche San Girolamo. Sie ist nicht mit der Kirche Santa Maria della Concezione zu verwechseln, die auch Chiesa delle Cappuccine di Castello genannt wurde.

Zunächst jedoch sollte eine Einrichtung des Ordens, den Franz von Paola gegründet hatte, entstehen. Unter der Leitung der Patrizierin Marianna Tron sammelten sich einige Frauen, unter denen sich auch Francesca Triaca Marasca, eine Adlige aus Mantua, und Angela Crasso befanden, die beide zwei Jahre zuvor dem Orden beigetreten waren. Sie wollten der Regel der hl. Chiara folgen. Sie fanden zunächst ein Haus. 1590 unterstützte sie der Ministro Generale des Ordens, Girolamo da Perugia, indem er die nötigen Kontakte anbahnte, vor allem zu Lorenzo Priuli, der ihr Vorhaben unterstützte. Doch am Ende verblieb von den jungen Frauen nur Angela, die das Projekt weiter vorantreiben wollte. Gemeinsam mit einer anderen Frau zog sie daher zunächst in das kleine Oratorium Santa Maria della Fava.

Angela wandte sich an den neuen Patriarchen von Venedig, an Matteo Zane. Er riet ihnen, sich zunächst eine Superiorin zu wählen, ein Amt, das Angela nur ungern übernahm; ihre geistlichen Übungen sollten sie in San Zanipolo und in Santa Maria dei Derelitti vornehmen. Sie wohnten also während der nächsten drei Jahre in einem Haus mit nur zwei Räumen. Den zwölf Frauen erlaubte der Große Rat am 26. Juni 1605, ein Haus zur Gründung einer Kirche und eines Klosters zu erwerben. Ein geeigneten Haus fanden die inzwischen 20 Frauen in einem Quintavalle genannten Gebiet im nördlichen Cannaregio. Am 21. Januar 1609 (more veneto) entschied der Senat, dass ein Kloster für 30 Kapuzinerinnen errichtet werden sollte, womit die Widerstände, die Flaminio Corner nicht näher ausführt, beendet waren.[1]

Die Frauen baten den Patriarchen Francesco Vendramin, zwei Ordensangehörige aus Brescia zu ihnen zu senden, um die genaue Anwendung der Regel zu gewährleisten. So kamen die Venezianerin Maria Zuccaro und die Brescianerin Eufrasìa Nasini am 15. September 1609 nach Venedig. Angela und ihre Mitstreiterinnen übernahmen nun den Ordenshabit und änderten ihre Namen. So hieß Angela nunmehr Francesca. Erste Leiterin des Klosters wurde Maria Zuccata.

Neben der Kirche erhebt sich der Palazzo Grimani Mayer aus dem 16. Jahrhundert[2]

Der Patriarch entschied sich bald gegen den zu abgelegenen Standort und wählte den Ort beim Kloster San Girolamo, an den zu dieser Zeit noch Fondamenta de la Crose genannten Ufern, den die Kapuzinerinnen am 4. Juni 1612 bezogen. Am 7. August 1614 legte der Patriarch den Grundstein für die zugehörige Kirche, sein Nachfolger Giovanni Tiepolo weihte das Bauwerk am 1. Oktober 1623. Am 5. März 1625 starb Francesca Crasso im Alter von 66 Jahren.

1629 und 1633 unterstützten Nonnen aus dem venezianischen Kloster bereits andere Gründerinnen, nämlich in Vicenza und Padua. Von dem Kloster ging zudem eine Neugründung aus, nämlich das Kloster Santa Maria delle Grazie auf der gleichnamigen Insel. Die Gründung erfolgte durch Maria Felice Spinelli, die auch erste Äbtissin des Inselklosters wurde.[3]

Unter Napoleon, der die Auflösung der religiösen Orden anordnete, wurde das Kloster geschlossen und später abgerissen, um Platz für ein Schulgebäude zu schaffen. Die Kirche blieb hingegen für den Gottesdienst geöffnet. Sie wurde zunächst zu einer Filialkirche der Pfarrei Madonna dell’Orto und später zu einer der Pfarrei San Girolamo, als diese 1952 wieder für den Gottesdienst geöffnet wurde.

  • Cesare Augusto Levi: I campanili di Venezia. Notizie storiche, Ferdinando Ongania, Venedig 1890, n. 25, S. 23 (Cappuccine a S. Girolamo).
  • Flaminio Corner: Notizie storiche delle Chiese e Monasteri di Venezia, Padua 1758, S. 321–324. (Digitalisat)
Commons: Cappuccine – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  1. Flaminio Corner: Notizie storiche delle Chiese e Monasteri di Venezia, Padua 1758, S. 321–324, hier: S. 323.
  2. J.-Ch. Rößler: Palazzo Grimani Mayer.
  3. Flaminio Corner: Notizie storiche delle Chiese e Monasteri di Venezia, Padua 1758, S. 321–324.

Koordinaten: 45° 26′ 48,1″ N, 12° 19′ 27,2″ O