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Bürgerschaftsreferendum 2026 über die Bewerbung Hamburgs für die Olympischen Spiele

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Bürgerschaftsreferendum
Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele
gültige Stimmen
22.3% (45.1%)
27.2% (54.9%)
0.1%
50.4%
Ja
Nein
ungültig
Stimmverzicht
Mehrheit der gültigen Stimmen
20-%-Zustimmungsquorum (gemessen an der vorangegangenen Bürgerschaftswahl)
Anmerkung: Vorläufige Ergebnisse, das amtliche Endergebnis wird am 25. Juni 2026 bekanntgegeben.
Quelle: statistik-nord.de: Olympia-Referendum am 31. Mai 2026.
Mehrheiten nach Stadtteilen (vorläufige Ergebnisse)

Das Bürgerschaftsreferendum 2026 über die Bewerbung Hamburgs für die Olympischen Spiele war ein von der Hamburgischen Bürgerschaft beschlossenes Referendum, das am 31. Mai 2026 stattfand. Bei dem Plebiszit entschieden die Stimmberechtigten verbindlich über die Frage, ob sich Hamburg beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) für die Austragung der Olympischen Sommerspiele 2036, 2040 bzw. 2044 bewerben soll; das konkrete Jahr wurde nicht festgelegt.

Bei dem Plebiszit stimmte eine Mehrheit von 54,9 % gegen eine solche Bewerbung, während 45,1 % der gültig Abstimmenden sie befürworteten. Die Stimmbeteiligung lag bei 49,5 %.[1]

Es war das zweite Mal in der Geschichte Hamburgs, dass die Stimmberechtigten über eine mögliche Bewerbung für Olympische Sommerspiele abstimmen konnten. Ein erstes solches Referendum war im November 2015 abgehalten worden, die Bewerbung wurde abgelehnt. Seinerzeit hatte die Bewerbung den Anlass gebildet, die in der Verfassung bestehenden Instrumente der Volksgesetzgebung um das des „Bürgerschaftsreferendums“ zu ergänzen.

In Hamburg hatte bereits 1988 der damalige Erste Bürgermeister Henning Voscherau die Idee, dass sich Hamburg um die Austragung der Olympischen Spiele bewerben sollte. Allerdings konnte sich Hamburg mehrfach nicht gegen andere deutsche Bewerberstädte wie Berlin oder Leipzig durchsetzen.[2] Im Jahr 2014 schließlich beschloss der Senat von Hamburg, sich zusammen mit Kiel als Standort für die Segelwettbewerbe beim DOSB für eine gemeinsame Kandidatur für die Olympischen Sommerspiele 2024 zu bewerben.

Um die Bewerbung mit zusätzlicher Legitimation auszustatten, brachten die Fraktionen SPD, CDU und Die Grünen in die Hamburgische Bürgerschaft einen Antrag auf Ergänzung der Hamburger Landesverfassung ein, um das direktdemokratische Instrument des „Bürgerschaftsreferendums“ zu ermöglichen.[3] Während bis dahin Volksentscheide ausschließlich durch erfolgreiche Volksbegehren oder durch ein fakultatives Referendum ausgelöst werden konnten, also durch Sammlung von Unterstützungsbekundungen aus dem Stimmvolk heraus, wurde mit dem Bürgerschaftsreferendum die Möglichkeit geschaffen, dass auch die Hamburgische Bürgerschaft mit einer Zweidrittelmehrheit bei Zustimmung des Senats über eine Angelegenheit eine verbindliche Abstimmung der Stimmberechtigten herbeiführen kann. Die ursprünglich von der CDU angestrebte unverbindliche Volksbefragung wurde schließlich aufgrund verfassungsrechtlicher Bedenken fallen gelassen.

Nur kurz nach der Verfassungsänderung brachte der Senat Mitte Juni 2015 den Vorschlag für ein entsprechendes Bürgerschaftsreferendum in die Bürgerschaft ein.[4] Der Vorschlag, das Bürgerschaftsreferendum zur Bewerbung Hamburgs für die Olympischen Spiele für den 29. November 2015 anzusetzen, wurde von allen Fraktionen mit Ausnahme der Linken unterstützt.[5]

Der Hamburger Rechnungshof war in der Folge mit der Prüfung der Olympia-Bewerbung befasst und wies unter anderem in seiner Pressemitteilung vom 11. September 2015 auf erhebliche Risiken hin.[6] Neben den finanziellen Risiken der Olympia-Bewerbung äußerte der Rechnungshof zudem Bedenken zu dem mit dem Internationalen Olympische Komitee (IOC) beabsichtigten Vertrag, forderte eine transparente Darstellung von Kosten und Finanzierung und warnte angesichts des unsicheren Planungsstands vor einer bereits für November des Jahres angesetzten verbindlichen Befragung der Bevölkerung.[7]

Das erste Bürgerschaftsreferendum wurde am Sonntag, den 29. November 2015 abgehalten. Das Plebiszit war mit keiner anderen Wahl oder Abstimmung zusammengelegt, weswegen es einem 20-%-Zustimmungsquorum unterlag. Stimmberechtigt waren alle Hamburgerinnen und Hamburger mit deutscher Staatsbürgerschaft ab 16 Jahren. Eine knappe Mehrheit von 336.518 Abstimmenden (51,6 %) sprach sich gegen eine Bewerbung Hamburgs für die Olympischen Spiele aus, sie wurde damit abgelehnt. Dafür stimmten 315.181 Abstimmende, das waren 48,4 % der abgegebenen gültigen Stimmen und 24,2 % der Stimmberechtigten. Das auch bei Bürgerschaftsreferenden gültige 20-%-Zustimmungsquorum wäre somit überschritten worden, durch die Mehrheit der „Nein“-Stimmen blieb dies jedoch gegenstandslos.

Auch in Kiel, wo die Segelwettbewerbe stattfinden sollten, wurde zeitgleich per Bürgerentscheid abgestimmt. Dort stimmten 65,6 % der gültig Abstimmenden mit „Ja“, während 34,4 % eine Bewerbung ablehnten. Der Bürgerentscheid unterlag keinem Quorum, die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen entschied. Aufgrund der Ablehnung der Bewerbung in Hamburg war das Ergebnis in Kiel jedoch hinfällig.[8]

Der Weg zum erneuten Bürgerschaftsreferendum

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Erneute Bewerbung für Olympische Spiele

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Am 31. Mai 2025 gab die Freie und Hansestadt Hamburg öffentlich bekannt, dass sie sich erneut beim DOSB als deutscher Austragungsort für die Olympischen und Paralympischen Spiele bewerben wolle und dass sie hierzu ein Bürgerschaftsreferendum abzuhalten gedenke.[9] Noch am selben Tag gab das Bündnis NOlympia bekannt, dass es sich gegen eine solche Bewerbung engagieren werde.[10] Neben Hamburg kündigten auch Berlin, das Ruhrgebiet sowie München entsprechende Bewerbungen an. Der DOSB richtete in der Folge eine Informationsseite zum laufenden Bewerbungsprozess ein.[11]

Debatte über die Bewerbung

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Im weiteren Verlauf des Jahres wurde in der Öffentlichkeit kontrovers über die Sinnhaftigkeit einer solchen Bewerbung debattiert. Unterstützung für das Vorhaben kam unter anderem aus dem organisierten Sport sowie von Wirtschaftsverbänden. So bezeichnete der Präses der Handelskammer, Norbert Aust, Olympia als „eine außergewöhnliche Chance auf Innovation, Stadtentwicklung, Wissenschaft und gesellschaftlichen Zusammenhalt“ in Hamburg.[12] Viele Hamburger Sportvereine kündigten an, die Öffentlichkeitskampagne des Senats für die Bewerbung aktiv unterstützen zu wollen.[13]

Schon vor der offiziellen Entscheidung für eine Bewerbung waren jedoch auch kritische Stimmen zu vernehmen.[14] Diese mehrten sich insbesondere im Oktober 2025. Der erste Anlass war die Annahme des Volksbegehrens „Hamburger Zukunftsentscheid“ im Volksentscheid am 12. Oktober 2025, was verschiedentlich die Frage aufwarf, ob die Ausrichtung einer internationalen Sport-Großveranstaltung überhaupt in Einklang mit den vom Stimmvolk beschlossenen strengeren Klimaschutzzielen zu bringen sei.[15]

In der Hamburgischen Bürgerschaft lehnte die rot-grüne Bürgerschaftsmehrheit Anträge der Opposition ab, die – wie bei der Olympia-Bewerbung 2015 – eine unabhängige Prüfung des Finanzkonzepts durch den Hamburger Rechnungshof forderten. Auch eine Anhörung von Expertinnen und Experten im Haushaltsausschuss wurde zurückgewiesen. Während der Senat auf die bestehende Kostenschätzung von 4,8 Mrd. Euro verwies, kritisierte die Opposition mangelnde Transparenz bei den finanziellen Risiken.[16][17] Am 9. April 2026 debattierte die Bürgerschaft die Bewerbung für die Olympischen Spiele. Dabei sprachen sich die Fraktionen SPD, Grüne und CDU für die Bewerbung aus und verwiesen auf die Vorteile für die Stadt durch entsprechende Investitionen. Die Fraktion Die Linke lehnte die Bewerbung ab und bezweifelte die dargestellten Kosten-Nutzen-Rechnung. Die Fraktion AfD sprach hingegen dem Senat grundsätzlich die Fähigkeit zur Organisation von Olympischen Spielen ab.[18]

Kritik äußerte auch der Bund der Steuerzahler Hamburg. Dieser bemängelte am Finanzkonzept der Olympia-Bewerbung vor allem fehlende Angaben zu den Kosten für erforderliche Sicherheitsmaßnahmen sowie mangelnde Transparenz.[19] Deutlich gegen die Olympia-Bewerbung positionierte sich zudem die Hamburger Polizeigewerkschaft (DPolG) und rief dazu auf, beim Referendum mit Nein zu stimmen.[20]

Im April 2026 führten Medienberichte über eine von der Handelskammer Hamburg veröffentlichte Umfrage zu Irritationen. Die Erhebung sollte angeblich einen Stimmungsumschwung zugunsten der Olympia-Bewerbung belegen. Tatsächlich stammten die Daten jedoch bereits aus Februar/März des Jahres. Die aktuellere NDR-Umfrage aus Ende März 2026 hatte eine mehrheitliche Ablehnung der Bewerbung durch die Befragten gezeigt. Medien wie der NDR, die Tagesschau, das Hamburger Abendblatt und die Hamburger Morgenpost veröffentlichten daraufhin Korrekturen und Klarstellungen zur fehlerhaften Berichterstattung.[21]

Anfang Mai 2026 geriet der vom DOSB entwickelte „Olympi-O-Mat“ in den Verdacht, keine neutrale Orientierungshilfe zu bieten, sondern als Werbung und Instrument zur Meinungslenkung zu dienen. Während die Auswertung lediglich eine Zustimmung oder Unentschlossenheit zuließ, war eine Ablehnung der Olympia-Bewerbung nicht vorgesehen. Das Bündnis „Jugend Gegen Olympia“ entwickelte daraufhin mit dem „JGO-Mat“ eine alternative Online-Entscheidungshilfe, um auch Gegenargumente sichtbarer zu machen.[22] Der ursprüngliche, seit 2002 von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) angebotene Wahl-O-Mat dient im Vorfeld von Landtags-, Bundestags- und Europawahlen als Tool zur neutralen Entscheidungshilfe für eine ausgewogene Abwägung politischer Positionen.

Bürgerbeteiligung zur Bewerbung

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In der Zeit vom 26. Oktober bis 12. Dezember 2025 führte Hamburg im Rahmen des „Vorprojekts Olympia“ eine Online-Beteiligung sowie Vor-Ort-Veranstaltungen in allen Hamburger Bezirken durch. Interessierte konnten dabei das Bewerbungskonzept kommentieren und ihre Erwartungen und Hinweise übermitteln.[23] Auf diese Weise gingen etwa 800 Hinweise ein, wobei sich in allen Veranstaltungen zusammengerechnet etwa 3000 Personen beteiligten.[24]

Beschluss des Referendums und Gegenstellungnahme

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Im Rahmen eines Nachtragsbeschlusses zum Haushalt brachte der Senat die Bitte um ein Bürgerschaftsreferendum in die Bürgerschaft ein.[25] Am 14. Januar 2026 wurde die Vorlage in der Bürgerschaft einstimmig beschlossen. Als Tag des Bürgerschaftsreferendums wurde, wie vom Senat vorgeschlagen, der 31. Mai 2026 festgelegt.

Die Initiative NOlympia machte in der Zeit vom 31. Januar bis 20. Februar 2026 von der Möglichkeit Gebrauch, Unterstützungsbekundungen für eine ergänzende Stellungnahme in der Abstimmungsbroschüre zu sammeln. Eine entsprechende Anzeige wurde von der Präsidentin der Bürgerschaft am 3. Februar 2026 bekannt gemacht.[26] Nach Ablauf der Frist überreichte die Initiative nach eigenen Angaben 19.432 Unterstützungsbekundungen.[27] Am 17. März 2026 stellte der Senat fest, dass die benötigten 10.000 gültigen Unterstützungen vorgelegt werden konnten und ersuchte die Bürgerschaft entsprechend, die Stellungnahme von NOlympia in das Informationsheft mit aufzunehmen.[28]

Bewerbungen anderer Städte beim DOSB

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Zeitgleich mit Hamburg bewerben sich auch andere deutsche Städte beim DOSB als Austragungsort für die Olympischen und Paralympischen Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044. Konkret kündigten Berlin, München und das Ruhrgebiet ihr Interesse an, Hauptaustragungsort der Spiele in Deutschland zu sein. Sie bewerben sich jeweils mit weiteren Partnerstandorten für die Austragung einzelner Disziplinen.

Partnerstandort Kiel

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In Kiel könnten die Segelwettbewerbe und gegebenenfalls weitere Sportarten wie Freiwasserschwimmen, Küstenrudern, Handball oder Rugby stattfinden. Die Stadt kann sich eine Bewerbung mit verschiedenen Hauptaustragungsorten vorstellen. Hamburg hat bereits angekündigt, sich mit Kiel gemeinsam bewerben zu wollen, wie das auch 2015 bereits der Fall war. München und das Ruhrgebiet haben sich hierzu noch nicht geäußert. Berlin will sich hingegen mit Rostock-Warnemünde bewerben.[29]

Bei einem Bürgerentscheid in Kiel am 19. April 2026 sprach sich eine deutliche Mehrheit von 63,5 % der gültig Abstimmenden für die Mitwirkung Kiels bei einer möglichen Olympia-Bewerbung aus. Bei einer geringen Stimmbeteiligung von nur 29,0 % waren das 18,4 % der Stimmberechtigten, womit das geforderte 10-%-Zustimmungsquorum überschritten wurde.[30]

Hauptstandort München

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Die Landeshauptstadt München bewirbt sich ebenfalls als Hauptaustragungsort. In München wurde zu diesem Zweck bereits am 29. Oktober 2025 ein Bürgerentscheid (Ratsreferendum) über die Bewerbung für die Olympische Spiele abgehalten. Dabei sprachen sich 66,3 % der gültig Abstimmenden für eine solche Bewerbung aus, was gemeinhin als starkes Zeichen für eine breite Unterstützung in der bayerischen Landeshauptstadt betrachtet wurde.[31]

Bewerbung KölnRheinRuhr

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Beifall für die Resultate der Referenden in KölnRheinRuhr. In der Mitte von links nach rechts: Ex-Fechterin Britta Heidemann, NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst und der Kölner OB Torsten Burmester (2026)

Im Ruhrgebiet bewerben sich 17 Gemeinden gemeinsam als Austragungsort „KölnRheinRuhr“. Konkret geht es um die Städte Aachen, Bochum, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen, Herten, Köln, Krefeld, Leverkusen, Mönchengladbach, Monheim am Rhein, Oberhausen, Pulheim, Recklinghausen und Wuppertal. Bei siebzehn zeitgleichen Ratsbürgerentscheiden am 19. April 2026 unterstützte in allen Gemeinden eine Mehrheit der Abstimmenden die Mitwirkung ihrer Gemeinde an der Bewerbung. Lediglich in Herten scheiterte der Bürgerentscheid unecht am 15-%-Zustimmungsquorum, weswegen dort die Bewerbung nicht fortgeführt wird.[32]

Hauptstandort Berlin

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Auch die Bundeshauptstadt will sich als Hauptstandort bewerben. Da die verfassungsrechtlichen Grundlagen fehlen, wird es in Berlin kein Referendum zur Olympia-Bewerbung geben. Allerdings kündigte die Bürgerinitiative NOlympia für den 22. April 2026 den Sammlungsbeginn für einen Antrag auf ein Volksbegehren an. Sollte dieses und im Anschluss auch das eigentliche Volksbegehren erfolgreich sein, wird es auf diesem Weg einen Volksentscheid über die Olympia-Bewerbung Berlins geben.[33]

Vorläufiges Ergebnis

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Das Bürgerschaftsreferendum fand am Sonntag, den 31. Mai 2026 statt. Stimmberechtigt waren die etwas mehr als 1,3 Millionen Hamburgerinnen und Hamburger mit deutscher Staatsbürgerschaft ab 16 Jahren. Die Abstimmung unterlag einem 20-%-Zustimmungsquorum (gemessen an den Wahlberechtigten der letzten Bürgerschaftswahl), das waren 262.609 Stimmen. Die Abstimmungsfrage lautete:

„Ich bin dafür, dass sich der Deutsche Olympische Sportbund mit der Freien und Hansestadt Hamburg als Austragungsort um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele für die Jahre 2036, 2040 oder 2044 bewirbt.“

Drucksache 23/1562[34]

Nach vorläufigen Ergebnissen beteiligten sich 652.603 (= 49,2 %) der Stimmberechtigten. Von den gültig abgegebenen Stimmen sprach sich eine Mehrheit von 357.911 (= 54,9 %) gegen die Bewerbung für die Olympischen Spiele aus, 293.819 (= 45,1 %) befürworteten diese. In allen Hamburger Bezirken gab es eine Mehrheit an „Nein“-Stimmen, mit dem höchsten Anteil in Hamburg-Mitte (61,15 %) und Harburg (58,6 %). Die geringsten Anteil an „Nein“-Stimmen, aber immer noch eine Mehrheit, wurde in Wandsbek (52,6 %) und Hamburg-Nord (52,65 %) abgegeben.

Aufgrund der Mehrheit an „Nein“-Stimmen war das Zustimmungsquorum unerheblich. Die Zahl der ungültigen Stimmen fiel mit 0,1 % sehr gering aus.

Vorläufiges Ergebnis des Bürgerschaftsreferendums über die Bewerbung Hamburgs für die Olympischen Spiele vom 31. Mai 2026[35]
Bezirk Beteiligung Stimmverteilung
Stimmbe-

rechtigte (a)

Abstimm-

ende (b)

Gültige (c) Un-

gültige

Ja Nein
Anzahl Anzahl Anteil

(an a)

Anzahl Anteil

(an b)

Anzahl Anteil

(an b)

Anzahl Anteil

(an c)

Anteil

(an a)

Anzahl Anteil

(an c)

Wappen des Bezirks Hamburg-Mitte Hamburg-Mitte 182.019 73.919 40,61 % 73.812 99,86 % 107 0,14 % 28.677 38,85 % 15,75 % 45.135 61,15 %
Wappen des Bezirks Altona Altona 192.154 104.453 54,36 % 104.318 99,87 % 135 0,13 % 45.317 43,44 % 23,58 % 59.001 56,56 %
Wappen des Bezirks Eimsbüttel Eimsbüttel 196.625 107.978 54,92 % 107.838 99,87 % 140 0,13 % 49.929 46,30 % 25,39 % 57.909 53,70 %
Wappen des Bezirks Hamburg-Nord Hamburg-Nord 237.902 127.799 53,72 % 127.643 99,88 % 156 0,12 % 60.443 47,35 % 25,41 % 67.200 52,65 %
Wappen des Bezirks Wandsbek Wandsbek 312.650 155.258 49,66 % 155.073 99,88 % 185 0,12 % 73.570 47,44 % 23,53 % 81.503 52,56 %
Wappen des Bezirks Bergedorf Bergedorf 91.121 40.613 44,57 % 40.547 99,84 % 66 0,16 % 18.289 45,11 % 20,07 % 22.258 54,89 %
Wappen des Bezirks Harburg Harburg 103.329 42.583 41,21 % 42.499 99,80 % 84 0,20 % 17.594 41,40 % 17,03 % 24.905 58,60 %
 Hamburg 1.315.800 652.603 49,60 % 651.730 99,87 % 873 0,13 % 293.819 45,08 % 22,33 % 357.911 54,92 %

Mit der Niederlage im Bürgerschaftsreferendum ist die Bewerbung Hamburgs für die Olympischen und Paralympischen Spiele hinfällig, dem DOSB wurde vom Hamburger Senat noch am Abend der Abstimmung mitgeteilt, dass diese zurückgezogen wird. In einer ersten Stellungnahme äußerte der Erste Bürgermeister Peter Tschentscher sein Bedauern über das Ergebnis, aber dieses sei zu akzeptieren. Eckart Maudrich, der Sprecher der Bürgerinitiative NOlympia, die sich für eine Ablehnung eingesetzt hatte, zeigte sich zufrieden, „die Hamburgerinnen und Hamburger lieben ihre Stadt und lassen sich nicht von einer Million Euro teuren Werbekampagne hinter die Fichte führen“.[36]

  • Senat der Freien und Hansestadt Hamburg, Behörde für Inneres und Sport (Hrsg.): Hamburgs Pläne für Olympische und Paralympische Spiele. Hamburg 2025 (beteiligung.hamburg [PDF]).
  • Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (Hrsg.): Olympische und Paralympische Spiele 2024 in Hamburg. OlympiaCity und Sportstätten. Hamburg September 2015, DNB 1077126557 (Bildband).

Einzelnachweise

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  1. Nein beim Referendum: Hamburgs Olympia-Bewerbung gescheitert. In: NDR. 31. Mai 2026, abgerufen am 31. Mai 2026.
  2. Knut Benzner: Olympische Spiele als Indikator. In: Deutschlandfunk Kultur. Deutschlandradio, 4. Dezember 2014, abgerufen am 29. Dezember 2025.
  3. Fraktionen SPD, CDU, Grüne: Änderung der Verfassung – Bewährte Rechtsgrundlage zu Volksentscheiden um die Möglichkeit von „Bürgerschaftsreferenden“ erweitern. In: Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg (Hrsg.): Drucksachen der Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg. Band 21, 6. Mai 2015, ZDB-ID 345340-6 (buergerschaft-hh.de [PDF; 36 kB] Drucksache 21/417).
  4. Der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg: Mitteilung des Senats an die Bürgerschaft. Bürgerschaftsreferendum zur Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele. In: Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg (Hrsg.): Drucksachen der Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg. Band 21, 16. Juni 2015, ZDB-ID 345340-6 (buergerschaft-hh.de [PDF; 21 kB] Drucksache 21/793).
  5. Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg: 10. Sitzung. In: Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg (Hrsg.): Plenarprotokolle der Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg. Band 21, Nr. 10, 8. Juli 2015, ZDB-ID 2148087-4, S. 562–575 (buergerschaft-hh.de [PDF; 970 kB] Plenarprotokoll 10/21).
  6. Rechnungshof weist auf Risiken der Olympia-Bewerbung hin. (PDF; 75 kB) In: Rechnungshof Hamburg. 11. September 2015, abgerufen am 3. April 2026.
  7. Rechnungshof warnt vor Risiken bei Olympiabewerbung. In: Welt Online. 20. August 2015, abgerufen am 3. April 2026.
  8. Der Bürgerentscheid zur Olympiabewerbung in der Landeshauptstadt Kiel am 29. November 2015 – das amtliche Endergebnis. In: Landeshauptstadt Kiel. Bürger- und Ordnungsamt. Abteilung Statistik (Hrsg.): Statistischer Bericht. Nr. 242, 2015, ZDB-ID 2714555-4 (kiel.de [PDF; 2,0 MB]).
  9. Behörde für Inneres und Sport: Bewerbungskonzeption HAMBURG+ setzt auf ein Festivalerlebnis der kurzen Wege. In: hamburg.de. hamburg.de GmbH, 31. Mai 2025, abgerufen am 20. Januar 2026.
  10. Hamburg bleibt stabil: NOlympia! In: NOlympia Hamburg. NOlympia Hamburg, 31. Mai 2025, abgerufen am 20. Januar 2026.
  11. Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele. In: dosb.de. Deutscher Olympischer Sportbund e.V., abgerufen am 20. Januar 2026.
  12. „Eine außergewöhnliche Chance für Hamburg“: Wirtschaft unterstützt Olympia-Bewerbung. In: hamburger-wirtschaft.de. Handelskammer Hamburg, 22. September 2025, abgerufen am 20. Januar 2026.
  13. Redaktion NDR 90,3 Aktuell: Sport-Promis unterstützen Hamburgs Olympia-Bewerbung. In: ndr.de. Norddeutscher Rundfunk, 11. Januar 2026, abgerufen am 20. Januar 2026.
  14. Sebastian Tegtmeyer: Olympia sorgt wieder für Diskussionen in der Hamburger Politik. In: radiohamburg.de. Radio Hamburg GmbH & Co. KG, 6. Dezember 2022, abgerufen am 20. Januar 2026.
  15. Rainer Grünberg, Rupert Fabig und Alexander Laux: Hamburgs Olympia-Bewerbung: Das sind die Pros und Contras. In: abendblatt.de. Funke Medien Hamburg GmbH, 28. Oktober 2025, abgerufen am 20. Januar 2026.
  16. Linke setzt im Streit um Olympiabewerbung auf Rechnungshof. In: Welt. 18. Februar 2026, abgerufen am 12. April 2026.
  17. Hamburg: Linke fordert Kosteneinschätzung für Olympische Spiele. In: NDR. 26. Februar 2026, abgerufen am 12. April 2026.
  18. Schlagabtausch: Olympia-Bewerbung spaltet Bürgerschaft. In: Radio Hamburg. 9. April 2026, abgerufen am 12. April 2026.
  19. Olympia in Hamburg: Große Vision, aber keine ehrlichen Zahlen! In: BdSt Hamburg e.V. 23. April 2026, abgerufen am 18. Mai 2026.
  20. Olympia in Hamburg? Polizeigewerkschaft ruft zu Nein bei Olympia-Referendum auf. In: Die Zeit. 14. Mai 2026, abgerufen am 18. Mai 2026.
  21. Klarstellung des NDR zu Olympia-Umfragen in Hamburg. In: tagesschau. 21. April 2026, abgerufen am 18. Mai 2026.
  22. Hamburg: Olympi-O-Mat zu tendenziös? Zwei Olympia-Gegner entwickeln eigene Befragung. In: Hamburger Abendblatt / Paywall. 16. Mai 2026, abgerufen am 18. Mai 2026.
  23. Hamburg bewirbt sich für die Olympischen und Paralympischen Spiele // Hamburg is applying to host Olympic and Paralympic Games. In: olympiabewerbung.beteiligung.hamburg. Behörde für Inneres und Sport, abgerufen am 20. Januar 2026.
  24. Redaktion: Olympia in Hamburg? Finanzierungskonzept bis März geplant. In: welt.de. Axel Springer Deutschland GmbH, 20. Januar 2026, abgerufen am 20. Januar 2026.
  25. Der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg: Mitteilung des Senats an die Bürgerschaft. Haushaltsplan 2025/2026 Nachbewilligung gemäß § 35 Landeshaushaltsordnung für das Haushaltsjahr 2026 Einzelpläne 8.1 Behörde für Inneres und Sport, 9.2 Allgemeine Finanzwirtschaft und Vorbericht zu den Einzelplänen der Bezirksämter sowie Vorschlag zur Durchführung eines Bürgerschaftsreferendums über die Unterstützung der Bewerbung des Deutschen Olympischen Sportbundes um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Sommerspiele mit der Freien und Hansestadt Hamburg als Austragungsort. In: Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg (Hrsg.): Drucksachen der Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg. Band 23, 23. September 2025, ZDB-ID 345340-6, S. 2 (buergerschaft-hh.de [PDF; 21 kB] Drucksache 23/1562).
  26. Die Präsidentin der Bürgerschaft: Unterrichtung durch die Präisdentin. Betr.: Betr.: Anzeige der Durchführung der Sammlung von Unterschriften für die Aufnahme der Stellungnahme „NOlympia Hamburg“ zum Bürgerschaftsreferendum über die Bewerbung des Deutschen Olympischen Sportbundes um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 mit der Freien und Hansestadt Hamburg als Austragungsort. In: Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg (Hrsg.): Drucksachen der Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg. Band 23, 3. Februar 2026, ZDB-ID 345340-6 (buergerschaft-hh.de [PDF] Drucksache 23/2922).
  27. NOlympia erfolgreich: 19.423 Unterschriften für ein ausgewogenes Meinungsbild in den Wahlunterlagen fürs Olympiareferendum. In: nolympia-hamburg.de/. Klas Rühling, abgerufen am 1. März 2026.
  28. Der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg: Mitteilung des Senats an die Bürgerschaft. Feststellung des Ergebnisses der Sammlung von Unterstützungsunterschriften für eine weitere Stellungnahme im Informationsheft zum Bürgerschaftsreferendum zur Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele am 31. Mai 2026. In: Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg (Hrsg.): Drucksachen der Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg. Band 23, 17. März 2026, ZDB-ID 345340-6 (buergerschaft-hh.de [PDF] Drucksache 23/3464).
  29. Redaktion Schleswig-Holstein Magazin: Bürgerentscheid in Kiel – Klare Mehrheit für eine Olympia-Bewerbung. In: www.ndr.de. NDR, 20. April 2026, abgerufen am 20. April 2026.
  30. Bürger*innenentscheid Olympia 2026. In: Landeshauptstadt Kiel. 19. April 2026, abgerufen am 18. Mai 2026.
  31. Holger Gerska: Olympia-Bewerbung. So realistisch ist das Hamburger Konzept wirklich. In: ndr.de. Norddeutscher Rundfunk, 27. Oktober 2025, abgerufen am 20. Januar 2026.
  32. Überwältigender Rückhalt für Olympia in Nordrhein-Westfalen. In: olympiabewerbung.nrw. Land Nordrhein-Westfalen, 20. April 2026, abgerufen am 21. April 2026.
  33. NOlympia. Investieren statt abfackeln! In: nolympia.berlin. NaturFreunde Landesverband Berlin e.V., abgerufen am 21. April 2026.
  34. Der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg: Mitteilung des Senats an die Bürgerschaft. Haushaltsplan 2025/2026 Nachbewilligung gemäß § 35 Landeshaushaltsordnung für das Haushaltsjahr 2026 Einzelpläne 8.1 Behörde für Inneres und Sport, 9.2 Allgemeine Finanzwirtschaft und Vorbericht zu den Einzelplänen der Bezirksämter sowie Vorschlag zur Durchführung eines Bürgerschaftsreferendums über die Unterstützung der Bewerbung des Deutschen Olympischen Sportbundes um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Sommerspiele mit der Freien und Hansestadt Hamburg als Austragungsort. In: Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg (Hrsg.): Drucksachen der Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg. Band 23, 23. September 2025, ZDB-ID 345340-6, S. 2 (buergerschaft-hh.de [PDF; 21 kB] Drucksache 23/1562).
  35. statistik-nord.de: Olympia-Referendum am 31. Mai 2026.
  36. Nein beim Referendum: Hamburgs Olympia-Bewerbung gescheitert. In: ndr.de. Norddeutscher Rundfunk, 31. Mai 2026, abgerufen am 31. Mai 2026.