Böddiger
Böddiger Stadt Felsberg | ||||
|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | 51° 9′ N, 9° 25′ O | |||
| Höhe: | 160 m | |||
| Fläche: | 4,64 km²[1] | |||
| Einwohner: | 551 (31. Dez. 2023) HW+NW[1] | |||
| Bevölkerungsdichte: | 119 Einwohner/km² | |||
| Eingemeindung: | 1. Februar 1971 | |||
| Postleitzahl: | 34587 | |||
| Vorwahl: | 05662 | |||
Böddiger von Nordosten gesehen | ||||
| Böddiger: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2023 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1834 | 473 | |||
| 1840 | 496 | |||
| 1846 | 517 | |||
| 1852 | 504 | |||
| 1858 | 465 | |||
| 1864 | 478 | |||
| 1871 | 498 | |||
| 1875 | 458 | |||
| 1885 | 475 | |||
| 1895 | 435 | |||
| 1905 | 438 | |||
| 1910 | 448 | |||
| 1925 | 485 | |||
| 1939 | 437 | |||
| 1946 | 797 | |||
| 1950 | 727 | |||
| 1956 | 540 | |||
| 1961 | 492 | |||
| 1967 | 515 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1990 | ? | |||
| 2000 | ? | |||
| 2007 | 566 | |||
| 2011 | 564 | |||
| 2014 | 521 | |||
| 2020 | 601 | |||
| 2023 | 551 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: Stadt Felsberg:[7][8][1]; Zensus 2011[6] | ||||
| • 1885: | 475 evangelische (= 100 %) Einwohner[2] |
| • 1961: | 457 evangelische (= 92,89 %), 29 katholische (= 5,89 %) Einwohner[2] |
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Für Böddiger besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Böddiger) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern.[5] Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 57,68 %. Alle Kandidaten gehörten der „Gemeinschaftsliste Böddiger“ an.[9] Der Ortsbeirat wählte Bernd Steller zum Ortsvorsteher.[10]
Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Kirche
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Die denkmalgeschützte evangelische Dorfkirche wurde 1799 an Stelle einer Vorgängerkirche errichtet. Der schlichte Saalbau ist mit einem hohen Haubendachreiter bekrönt. Der Taufstein mit Blendmaßwerk stammt aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, die Orgel wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts gebaut.[11] Das Lesepult mit Negativrelief von 1999, passend zum Sandsteinrelief über der Eingangstür mit dem Symbol Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung der Gebrüder Franke aus Felsberg aus dem Jahr 1982, stammt vom Kasseler Holzbildhauer Andreas Tollhopf. Im Turm hängen drei Glocken.
Der nördlichste Weinberg Hessens
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Knapp 1 km nordöstlich des Dorfs, am Südosthang zwischen der L 3426 und der Ems, liegt der Böddiger Berg, die nördlichste offiziell anerkannte Weinlage in Hessen. Sie gehört zum Rheingau. Angebaut werden die Rebsorten Ehrenfelser, Riesling, Silvaner und Kerner auf einem Untergrund aus Lava-Basaltgestein. Der Wein wird nach der Lese zum Hessischen Staatsweingut in Eltville am Rhein gebracht und dort gekeltert, ausgebaut und auf Flaschen gezogen.
Naturschutzgebiet Reiherteiche
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Östlich des Dorfs, in der Talaue zwischen Eder und Ems, eingefügt in einer Biegung der Eder und im Mündungsbereich der Ems, befindet sich das 1983 geschaffene Naturschutzgebiet „Reiherteiche“, ein bedeutendes Rast- und Brutgebiet für Wat- und Wasservögel. Es handelt sich dabei um einen relativ flachen See mit durchschnittlich 1,80 m und maximal 3 m Wassertiefe. Er wurde aus einem ausgebeuteten Kiesteich geschaffen, um die Lebensräume von Tieren und Pflanzen eines natürlichen Altarmes mit offenen Kiesflächen, flachen Ufern, zwei gebaggerten Inseln, mehreren schwimmenden Inseln, Verlandungszonen, Flachwasserzonen und offenen Wasserflächen entstehen zu lassen und zu schützen. Um eine natürliche Auendynamik zu simulieren, wurde eine Absenkung des Ederufers mit gleichzeitiger Sohlschwelle als Zufluss bei Hochwasser sowie ein schleusengeregelter Abfluss geschaffen.
Therapiezentrum der Drogenhilfe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Etwa 5 Hektar des einstigen Weinbergs sind seit 1990 im Besitz der Drogenhilfe Nordhessen e. V., die das Areal mit Hilfe des Hessischen Sozialministeriums übernahm und dort seitdem in der Fachklinik Böddiger Berg eine Therapieeinrichtung für suchtmittelgefährdete oder -abhängige Menschen betreibt.[12] Da Weinbau nicht mit den Zielen einer Einrichtung für Drogenabhängige im Einklang stehe, wurde ein Großteil der Rebflächen stillgelegt und gerodet. Lediglich auf den zwei Hektar, die der „Förderverein Böddiger Berg e. V.“ 1992 pachtete, wird seitdem weiterhin Weinbau auf ökologischer Basis betrieben.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Literatur über Böddiger nach Register nach GND In: Hessische Bibliographie
- Literatur über Felsberg-Böddiger nach GND In: Hessische Bibliographie
- Suche nach Böddiger. In: Archivportal-D der Deutschen Digitalen Bibliothek
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Stadtteil Böddiger In: Webauftritt der Stadt Felsberg.
- Böddiger, Schwalm-Eder-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 Daten und Fakten. In: Webauftritt. Stadt Felsberg, abgerufen im Juni 2022.
- 1 2 3 4 Böddiger, Schwalm-Eder-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen (Stand: 22. Mai 2020). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Institut für Landesgeschichte, abgerufen am 8. August 2015.
- ↑ Gemeindegebietsreform: Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 20. Januar 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 6, S. 248, Punkt 328, Abs. 47 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,2 MB]).
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 405 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
- 1 2 Hauptsatzung. (PDF; 36 kB) § 5. In: Webauftritt. Stadt Felsberg, abgerufen im Oktober 2020.
- 1 2 3 Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,0 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 32 und 88, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020.
- ↑ Stadt Felsberg (Web archiv 2014)
- ↑ Stadt Felsberg (Web archiv 2014)
- ↑ Ortsbeiratswahl Altenburg. In: Votemanager. Kommunales Gebietsrechenzentrum, abgerufen im März 2023.
- ↑ Ortsbeirat Altenburg. In: Webauftritt. Stadt Felsberg, abgerufen im März 2023.
- ↑ Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler: Hessen. Deutscher Kunstverlag, München 1966, S. 89
- ↑ www.drogenhilfe.com
