Border Regiment

Das Border Regiment war ein Infanterieregiment der britischen Armee, das von 1881 bis 1959 bestand.
Geschichte
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Das Regiment wurde im Rahmen der Childers-Reformen am 1. Juli 1881 gegründet, durch Zusammenschluss des 34th (Cumberland) Regiment of Foot mit dem 55th (Westmorland) Regiment of Foot. Das Regiment führte die Traditionen der beiden Vorgängerregimenter weiter. Die Soldaten des ehemaligen 34th Regiment bildeten im neuen Regiment das 1. Bataillon, die des 55th Regiment das 2. Bataillon. Hinzu kamen die Miliz-, Territorial-Army- und Freiwilligen-Bataillone aus Cumberland und Westmorland. Da beide Vorgängerregimenter mit Grafschaften direkt südlich der englisch-schottischen Grenze, im heutigen Cumbria, verbunden waren, erhielt die neue Einheit den Namen Border Regiment. Das Hauptquartier des Regiments befand sich in Carlisle Castle.
Zum Zeitpunkt der Zusammenlegung befand sich das 1. Bataillon in Indien. Es blieb dort sowie in Burma stationiert, bis es 1890 vom 2. Bataillon abgelöst wurde. Anschließend wurde es 1899 nach Südafrika verlegt, wo es am Zweiten Burenkrieg (1899–1902), unter anderem bei der Schlacht von Spion Kop, teilnahm. Das 2. Bataillon war unterdessen kurz nach der Gründung des Regiments von England nach Irland verlegt worden. Nach seiner Stationierung in Indien und Burma ab 1890 folgte 1905 die Verlegung nach Südafrika. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs befand sich das 1. Bataillon erneut in Burma, wohin es 1910 zurückgekehrt war. Im Januar 1915 war es wieder in Großbritannien und kämpfte später im selben Jahr auf Gallipoli. Im März 1916 wurde es an die Westfront verlegt, wo es bis zum Kriegsende verblieb. Das 2. Bataillon war derweil 1907 aus Südafrika nach Großbritannien zurückgekehrt und wurde im September 1914 direkt nach Frankreich entsandt. Es diente an der Westfront bis November 1917, als es nach Italien verlegt wurde. Während des Krieges stellte das Regiment zudem 13 Bataillone der Territorial Army und der New Army auf, die bei Kriegsende wieder aufgelöst wurden.
1919 verlegte das 2. Bataillon von Italien nach Irland. In den 1920er Jahren war es zudem im Sudan und in China stationiert, während es in den 1930er Jahren erneut in Indien Dienst tat. Zu diesen Einsätzen gehörten Strafexpeditionen gegen die Stammesangehörigen an der North-West Frontier. Das 1. Bataillon verbrachte die 1920er Jahre in Indien, Aden, England und Shanghai, bevor es in den 1930er Jahren nach Belfast und Palästina verlegt wurde. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs (1939–1945) befand sich das 1. Bataillon wieder in Großbritannien. Im September 1939 wurde es mit dem ersten Kontingent der British Expeditionary Force nach Frankreich verlegt, jedoch im Juni 1940 wieder nach Hause evakuiert. Es verblieb bis April 1943 in Großbritannien, um sich neu auszurüsten, und nahm anschließend an den Landungen in Tunesien teil. Drei Monate später war es die erste britische Einheit, die per Lastensegler an einem größeren Gefecht teilnahm, als sie als Teil der 1st Airborne Division auf Sizilien landete. Danach kämpfte sich das Bataillon durch Italien nach Norden vor, bevor es im November 1943 nach England zurückkehrte. Nach einer erneuten Ausbildung für den D-Day musste das Bataillon bis August 1944 warten, ehe es an der neu eröffneten Westfront eingesetzt wurde. Im darauffolgenden Monat wurde es bei Arnheim per Luftlandung abgesetzt und erlitt dort so schwere Verluste, dass es bis zum Ende des Krieges an keinen weiteren Kampfhandlungen mehr teilnahm. Das 2. Bataillon befand sich bei Kriegsausbruch unterdessen in Indien. Im Juli 1942 wurde es nach Ceylon verlegt, bevor es ab November 1943 in Burma kämpfte.
Bis Kriegsende im Mai 1945 hatte sich das 1. Bataillon so weit erholt, dass es bei der Entwaffnung der deutschen Besatzungstruppen in Norwegen mitwirken konnte. Im darauffolgenden Jahr kehrte das 2. Bataillon nach Großbritannien zurück, während das 1. Bataillon zur Besetzung von Triest entsandt wurde. 1947 wurde das 1. Bataillon nach Palästina verlegt. Anschließend war es zwei Jahre lang in Somaliland stationiert, bevor es 1950 nach Großbritannien zurückkehrte und dort am 28. Oktober 1950 mit dem 2. Bataillon zusammengeschlossen wurde. Von 1951 bis 1955 war das Regiment in Ägypten und auf Zypern stationiert. 1955 erfolgte die Verlegung nach Westdeutschland, wo es Teil der Britischen Rheinarmee wurde.
Im November 1957 wurde das Border Regiment nach West-Berlin verlegt und befand sich dort, als es am 1. Oktober 1959 mit dem King’s Own Royal Regiment (Lancaster) zum King’s Own Royal Border Regiment verschmolzen wurde. Letzteres wurde 2006 mit dem King’s Regiment und dem Queen’s Lancashire Regiment zum Duke of Lancaster’s Regiment (King’s, Lancashire and Border) verschmolzen. Das heutige erste Bataillon des Duke of Lancaster’s Regiment führt die Tradition des Border Regiment weiter.
Regimental Colonels
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Colonel of the Regiment waren:
- 1881–1889: (1. Bataillon) General Alexander Maxwell
- 1881–1903: (2. Bataillon) General Sir Henry Charles Barnston Daubeney
- 1889–1897: (1. Bataillon) General Sir Richard Denis Kelly
- 1903–1909: Lieutenant-General Sir Robert Hume
- 1909–1919: Major-General William John Chads
- 1915–1923: General Sir Bruce Meade Hamilton
- 1923–1936: Major-General Ewen George Sinclair-MacLagan
- 1936–1947: Brigadier-General George Hyde Harrison
- 1947–1952: Major-General Philip James Shears
- 1952–1959: Major-General Valentine Blomfield
Battle Honours
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zusätzlich zu den Battle Honours, die das Regiment von seinen beiden Vorgängerregimentern weiterführte, wurden dem Regiment folgende Battle Honours verliehen (englische Originalbezeichnungen):
- Vor 1914: Havannah,[1] St. Lucia 1778,[2] Relief of Ladysmith, South Africa 1899–1902;
- Erster Weltkrieg: Ypres 1914 ’15 ’17 ’18, Langemarck 1914 ’17, Gheluvelt, Neuve Chapelle, Frezenberg, Bellewaarde, Aubers, Festubert 1915, Loos, Somme 1916 ’18, Albert 1916 ’18, Bazentin, Delville Wood, Pozières, Guillemont, Flers-Courcelette, Morval, Thiepval, Le Transloy, Ancre Heights, Ancre 1916, Arras 1917 ’18, Scarpe 1917, Bullecourt, Messines 1917 ’18, Pilckem, Polygon Wood, Broodseinde, Poelcappelle, Passchendaele, Cambrai 1917 ’18, St. Quentin, Rosières, Lys, Estaires, Hazebrouck, Bailleul, Kemmel, Scherpenberg, Aisne 1918, Amiens, Bapaume 1918, Hindenburg Line, Épéhy, St. Quentin Canal, Beaurevoir, Courtrai, Selle, Sambre, France and Flanders 1914–18, Piave, Vittorio Veneto, Italy 1917–18, Doiran 1917 ’18, Macedonia 1915–18, Helles, Landing at Helles, Krithia, Suvla, Landing at Suvla, Scimitar Hill, Gallipoli 1915–16, Egypt 1916, N. W. Frontier India 1916–17;
- Zwischenkriegszeit: Afghanistan 1919;
- Zweiter Weltkrieg: Defence of Escaut, Dunkirk 1940, Somme 1940, Arnhem 1944, North-West Europe 1940 ’44, Tobruk 1941, Landing in Sicily, Imphal, Sakawng, Tamu Road, Shenam Pass, Kohima, Ukhrul, Mandalay, Myinmu Bridgehead, Meiktila, Rangoon Road, Pyawbwe, Sittang 1945, Chindits 1944, Burma 1943–45.
Anmerkungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ralph Keogh May: The King’s Own Royal Border Regiment. 1680–1984. A short regimental history written to mark the 25th anniversary of the amalgamation of the King’s Own Royal Regiment and the Border Regiment, 1st October, 1984. North West Publications, Liverpool 1984.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- The Border Regiment beim National Army Museum
- The Border Regiment bei regiments.org (Archivversion, Stand: Dezember 2007)