Bob Backlund war Ringer an der North Dakota State University und gewann 1971 die Division II NCAA Championship bis 80 kg. Nach Training durch Eddie Sharkey wechselte er zum professionellen Wrestling. Backlund begann seine Karriere 1973 in der Organisation Verne Gagnes, der AWA. Ein Jahr später bereits wechselte er in die NWA, wo er im März 1974 durch einen Sieg gegen Terry Funk Western States Heavyweight Champion werden durfte. Nachdem er in den folgenden Jahren auch in Georgia, Missouri und Florida zu Titelehren gekommen war, engagierte ihn Vincent J. McMahon 1977 für die aufstrebende World Wide Wrestling Federation (WWWF, heute als World Wrestling Entertainment bekannt). Hier durfte er im Februar 1978 durch einen Sieg über „Superstar“ Billy Graham im Madison Square Garden den WWF Champion-Titel erhalten.
Auf einer Japan-Tour 1979 verlor er den Titel kurzzeitig an Antonio Inoki, was allerdings in den USA weder bekanntgegeben, noch in den Titelhistorien anerkannt wurde. Nachdem er den Titel bis 1983 u.a. erfolgreich gegen Pat Patterson, Don Muraco, Greg Valentine, Harley Race und Ric Flair verteidigt hatte, sollte sein Ringcharakter zum Bösewicht umgebaut werden und Backlund den Titel an Hulk Hogan abgeben. Backlund weigerte sich und so verlor er den Titel am 26. Dezember 1983 auf sehr kontroverse Art und Weise an den Iron Sheik, als sein Manager Arnold Skaaland das Handtuch warf. Backlund wurde kurz darauf als verletzt deklariert, um den fehlenden Rückkampf zu erklären, und Hogan erhielt jenen Titelkampf.
In den folgenden Jahren verschwand er weitgehend von der Bildfläche und trat ab und an in kleineren Ligen wie der UWF auf.
1992 kehrte er in die WWF zurück. Da sein als Mat-Wrestling bezeichneter Stil bei der neuen Generation von Wrestling-Fans nicht mehr ankam, ging er für einige Zeit nach Japan, wo er mit Scott Putski und dem Warlord den WAR World-6-Men-Tag-Team-Title gewinnen durfte, und kehrte dann erneut zur WWF zurück. Nach einem verlorenen Titelmatch gegen den amtierenden WWF-Champion Bret Hart attackierte er diesen. Die folgende Darstellung des wie wahnsinnig herumschreienden, teilweise verwirrt wirkenden, hochintelligenten und viele lateinische Fremdworte („Plebejer“) benutzenden Bösewichts war eine komplette Kehrtwende seines bisherigen Charakters als fairer und freundlicher Universitätssportler. Er wollte von nun an nur noch mit „Mr. (Bob) Backlund“ angesprochen werden und behauptete laut Skript, immer noch Champion zu sein, da er den Titel nie regulär verloren hätte, und forderte Bret Hart erneut um den WWF-Championtitel bei der Survivor Series 1994 heraus.
Bob Backlund (1998)
In diesem sogenannten Submission-Match gab es die Sonderregel, dass es nur durch den Handtuchwurf der „Sekundanten“ (Davey Boy Smith auf Harts, Owen Hart auf Backlunds Seite) entschieden werden konnte. Damit wurde das Motiv seines eigenen irregulären Titelverlusts wieder aufgegriffen. Backlund gewann das Match und somit den Titel, als Owen Hart während des Matches einen Gesinnungswandel vortäuschte und seine Mutter dazu brachte, stellvertretend für den ausgeknockten Davey Boy Smith das Handtuch zu werfen, als sich Hart schon einige Minuten in Backlunds Aufgabegriff befand.
Drei Tage später sollte Backlund den Titel in Rekordzeit an Diesel (Kevin Nash) wieder abgeben, um diesen als neuen Star aufzubauen. Sein letztes großes Match war bei Wrestlemania XI gegen Bret Hart. In den folgenden Jahren war er in der WWF kurzzeitig als Manager von The Sultan und Kurt Angle tätig, außerdem hatte er gelegentliche Gastauftritte, wie etwa als Teilnehmer des Royal Rumble 2000 oder der 15th Anniversary Battle Royal bei Monday Night RAW im Dezember 2007. Dabei blieb er stets in seiner Rolle als irrer Bösewicht, dessen konsequente Darstellung ihm im Laufe der Jahre einige Beliebtheit bei den Fans einbrachte.
Am 21. Januar 2013 gab die WWE bei der Show WWE Raw die Aufnahme Backlunds in die WWE Hall of Fame am Tag vor WrestleMania XXIX bekannt. Die Laudatio hielt die als großer WWE-Fan und gute Freundin Backlunds bekannte Fernsehmoderatorin Maria Menounos.
Beim Final Resolution 2007 PPV von Total Nonstop Action Wrestling (TNA) war Bob Backlund Teil der Jury beim Finale der Paparazzi Championship Series zwischen Alex Shelley und Austin Starr. In den darauf folgenden Wochen entwickelte sich dann eine Fehde zwischen Backlund und Starr. Seitdem machte Backlund vereinzelt Gastauftritte bei verschiedenen Promotions zu besonderen Anlässen.
Im Jahr 2016 kehrte Backlund als Manager zur WWE zurück und trat in die Rolle des „Lifecoach“ von Darren Young. In diversen Vignetten versuchte er in seiner „Mr. Backlund“-Art diesen zu Höchstleistungen zu motivieren und ihn unter dem Motto „Make Darren Young great again!“ (Anlehnung an Donald Trumps Wahlkampfslogan Make America Great Again) wieder zu größeren Erfolgen zu führen. Seit Youngs Entlassung 2017 trat Backlund nicht mehr für die WWE öffentlich in Erscheinung.
Bob Backlund, Robert H. Miller: Backlund – From All-American Boy to Professional Wrestling's World Champion. Sports Publishing 2015, ISBN 978-1-61321-695-8