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Blues Project

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Blues Project war eine US-amerikanische Bluesband, die 1964 von Danny Kalb gegründet wurde.

Neben Kalb (Gitarre) waren die weiteren Mitglieder Al Kooper (Keyboards), Steve Katz (Gitarre), Andy Kulberg (Bass), Roy Blumenfeld (Schlagzeug) und Tom Flanders (Gesang). Die Idee zur Gruppe hatten Kalb und Blumenfeld auf einer Party am Neujahrsabend 1964. Kooper schloss sich an, Katz übernahm Rhythmusgitarre und Mundharmonika, später kamen Kulberg als Bassist und Flanders als Leadsänger hinzu. Stammlokal der Band war das Cafe Au Go Go in der Bleecker Street, wo im Mai 1966 auch ihr erstes Album Live at the Cafe au Go Go mitgeschnitten wurde. Die Journalistin Lillian Roxon nannte sie in ihrer Rock Encyclopedia „die erste echte New Yorker Band“.[1]

Die Gruppe verknüpfte gekonnt Blues, Folk und Jazz. Während allerdings in Großbritannien bereits in den 1950er Jahren – vorangetrieben von Musikern wie Alexis Korner und Cyril Davies – ein Blues-Revival eingesetzt hatte, war Amerika noch nicht so weit, so dass der kommerzielle Erfolg ausblieb.

Flanders verließ die Gruppe bereits 1965, Kooper und Katz gingen 1967, um Blood, Sweat & Tears zu gründen. Kalb verschwand unter mysteriösen Umständen und wurde von seinen Freunden per Zeitungsanzeige gesucht. Er war erkrankt, hatte die Gruppe plötzlich verlassen und blieb so spurlos verschwunden, dass Gerüchte über seinen Tod aufkamen.[1]

1968 gab das Blues Project sein Abschiedskonzert in der Besetzung Andy Kulberg (Querflöte), John Gregory (Bass, Gesang), Richard Greene (Violine), Donald Kretmar (Saxofon), Roy Blumenfeld (Schlagzeug). Danach trat die Gruppe unter dem Namen Seatrain auf.

Anfang 1971 tauchte Kalb als Produzent wieder auf und belebte die Gruppe mit Roy Blumenfeld und Donald Kretmar neu. Das von Shel Talmy produzierte Album Lazarus (1971) galt der amerikanischen Fachpresse vor allem wegen der Produktion als musikalischer Tiefpunkt der Bandgeschichte. Anfang 1972 kamen der Keyboarder David Cohen, zuvor bei Country Joe and the Fish, der Gitarrist Bill Lussenden und Tom Flanders hinzu. Auch an dem folgenden, von Gabriel Mekler produzierten Album Blues Project (1972) bemängelte Sounds das Fehlen einer originellen musikalischen Idee.[1]

Im April 1972 zerfiel diese Besetzung.[2] Ende Juni 1973 fand sich die klassische Besetzung mit Danny Kalb, Steve Katz, Al Kooper, Andy Kulberg und Roy Blumenfeld erstmals seit sechs Jahren für drei Konzerte wieder zusammen. Wie die Zeitschrift Sounds berichtete, erwogen die Musiker dabei auch ein längeres Zusammenbleiben.[3] Der Mitschnitt des Konzerts vom 24. Juni 1973 beim Schaefer Music Festival im Central Park erschien noch im selben Jahr als Reunion in Central Park.[4] Trotz einer wetterbedingten Verschiebung kamen rund 7000 Zuschauer. Das Doppelalbum erschien bei Al Koopers Label Sounds of the South. Im November 1973 gab die Gruppe in New York ein letztes Konzert, danach gingen die Musiker wieder getrennte Wege.[1]

2001 nahmen sie für die Neuauflage des Albums I Ain’t Marching Anymore von Phil Ochs eine elektrische Version des Songs I Ain't Marching Any More auf.

  • Live at the Cafe au Go Go (1966)
  • Projections (1966)
  • Live at Town Hall (1967)
  • Planned Obsolescence (1968)
  • Lazarus (1971)
  • The Blues Project (1972)
  • Reunion in Central Park (1973)
  • Best of the Blues Project (1989)
  • Chronicles (1996)
  • Stambler, Irwin: The Encyclopedia Of Pop, Rock And Soul. 3., überarbeitete Auflage, New York City, New York: St. Martin’s Press, 1989, S. 70f – ISBN 0-312-02573-4
Commons: Blues Project – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 Jürgen Legath: Reunion im Central Park. In: Sounds. Nr. 1, Januar 1974, S. 12–14.
  2. ↑ Who was/is The Blues Project? In: Bear Family Records. Abgerufen am 11. Oktober 2026 (englisch).
  3. ↑ Blues Project Reunion. In: Sounds. Nr. 8, August 1973, S. 5 (Rubrik „Dies & Das“).
  4. ↑ Bruce Eder: Original Blues Project Reunion in Central Park. In: AllMusic. Abgerufen am 11. Oktober 2026 (englisch).