Blodelsheim
| Blodelsheim | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Grand Est | |
| Département (Nr.) | Haut-Rhin (68) | |
| Arrondissement | Colmar-Ribeauvillé | |
| Kanton | Ensisheim | |
| Gemeindeverband | Alsace Rhin Brisach | |
| Koordinaten | 47° 53′ N, 7° 32′ O | |
| Höhe | 205–219 m | |
| Fläche | 20,69 km² | |
| Einwohner | 1.971 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 95 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 68740 | |
| INSEE-Code | 68041 | |
| Website | www.blodelsheim.fr | |
Bürgermeisteramt (Mairie) und Grundschule | ||
Blodelsheim ist eine französische Gemeinde mit 1971 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Sie gehört zum Arrondissement Colmar-Ribeauvillé, zum Kanton Ensisheim und zum Gemeindeverband Communauté de communes Alsace Rhin Brisach. Die Bewohner werden Blodelsheimois und Blodelsheimoises genannt.
Die Gemeinde erhielt 2022 die Auszeichnung „Eine Blume“, die vom Conseil national des villes et villages fleuris (CNVVF) im Rahmen des jährlichen Wettbewerbs der blumengeschmückten Städte und Dörfer verliehen wird.[1]
Geografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gemeinde liegt in der Rheinebene zwischen Fessenheim und Rumersheim-le-Haut. Im Osten führt der Rheinseitenkanal durch das Gemeindegebiet, während im Altrhein die Grenze zwischen Deutschland und Frankreich verläuft.
Bis 1920 besaß Blodelsheim auch eine rechtsrheinische Gemarkung, da die Gemarkungsgrenzen noch nicht dem durch Johann Gottfried Tulla begradigten Rhein angepasst waren.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Ort wurde das erste Mal im 9. Jahrhundert urkundlich erwähnt unter dem Namen Flatolvesheim, 1064 als Bladolvesheim, 1272 als Bladoltzheim, 1441 als Blodoltzheim und seit 1580 unter dem heutigen Namen.
Spuren neolithischer Besiedlung. Das Römersträßle erinnert an die römische Rheinstraße. 1988 entdeckte man merowingische oder karolingische Gräber. Der Ort kam im 11. Jahrhundert an die Benediktinerinnen von Ottmarsheim. 1228 kämpften hier bei einem Streit um das Erbe der Grafen von Egisheim Truppen der Grafen von Pfirt gegen die des Straßburger Bischofs. Der Ort war zeitweise befestigt und wurde 1272 im Streit der Habsburger mit dem Bischof von Basel zerstört. Auch im Dreißigjährigen Krieg wurde er verwüstet. Blodelsheim war vom 11. Jahrhundert bis zum Westfälischen Frieden 1648 habsburgisch. Beim Friedensschluss gelangte es mit dem ganzen habsburgischen Besitz im Elsass an die französische Krone. Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Blodelsheim als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich (Kreis Gebweiler, Bezirk Oberelsaß) zugeordnet. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Ort 1939 evakuiert, großenteils ins südfranzösische Département Gers. Darauf geht auch die Städtepartnerschaft mit Gimont zurück. Die Rue du 8-Février erinnert an die Befreiung 1945 durch die Truppen des Generals Lattre de Tassigny.
Bevölkerungsentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Jahr | 1910 | 1962 | 1968 | 1975 | 1982 | 1990 | 1999 | 2006 | 2019 |
| Einwohner | 908[2] | 942 | 980 | 1125 | 1198 | 1318 | 1410 | 1618 | 1999 |
Zweckverband
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Blodelsheim ist Mitglied im Grenzüberschreitenden örtlichen Zweckverband Mittelhardt-Oberrhein, der auf Basis des Karlsruher Übereinkommens die grenzüberschreitende kommunale Zusammenarbeit von Gemeinden im Elsass und Baden fördert.[3]
Wappen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wappenbeschreibung: „In Rot zwei silberne brennende Kerzen über einen silbernen Wellenbalken.“
Sehenswertes
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]An der Straßenkreuzung Rue du Général de Gaulle und Rue du Calvaire stehen zwei gut erhaltene Fachwerkbauten des 18. Jahrhunderts mit dekorativem Fachwerk (Nr. 48 das sog. Alte Hospital). Die Mairie ein schlichter Barockbau mit Segmentbogenfenstern, Halbwalmdächern an den Giebelseiten.
Kirche St. Blasius
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Bis Anfang des 18. Jahrhunderts besaßen Blodelsheim und Fessenheim eine zwischen den Orten gelegene gemeinsame Kirche. Die heutige Kirche wurde 1731 erbaut, 1840 vergrößert. 1862 bekam sie einen neuen Turm. Sie ist seit 1779 mit einer heute denkmalgeschützten, einmanualigen Orgel mit 10 Registern von Johann Andreas Silbermann (1860 von Franz Anton Berger überarbeitet) ausgestattet.[4]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Flohic Editions, Band 1, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 341–343.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ BLODELSHEIM. Conseil national des villes et villages fleuris, abgerufen am 15. Juli 2023 (französisch).
- ↑ Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Kreis Gebweiler
- ↑ https://www.gemeinde-eschbach.de/wirtschaftsstandort/glct_goez.php
- ↑ Das Portal der Königin: Die Orgel der Kirche Saint Blaise in Blodesheim (Frankreich)
