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Bissone

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Bissone
Wappen von Bissone
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Tessin Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Luganow
Kreis: Kreis Ceresio
BFS-Nr.: 5154i1f3f4
Postleitzahl: 6816
Koordinaten: 718431 / 89865Koordinaten: 45° 57′ 0″ N,  57′ 58″ O; CH1903: 718431 / 89865
Höhe: 273 m ü. M.
Höhenbereich: 270–709 m ü. M.[1]
Fläche: 1,85 km²[2]
Einwohner: 930 (31. Dezember 2024)[3]
Einwohnerdichte: 503 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
45,7 %
(31. Dezember 2024)[4]
Gemeindepräsident: Andrea Incerti (Bissone Unita)
Website: bissone.ch
Bissone
Bissone
Lage der Gemeinde
Karte von BissoneLago MaggioreLago DelioLago di PianoLago di OriglioLago di MuzzanoLuganerseeComer SeeItalienItalienItalienKanton GraubündenBezirk BellinzonaBezirk LocarnoBezirk MendrisioAgno TIBioggioCademarioMuzzano TIVernate TIAlto MalcantoneArannoLema TICapriascaCapriascaOriglioPonte CapriascaPonte CapriascaKommunanz Capriasca/LuganoCollina d’OroGranciaMelide TIMorcoteParadiso TIVico MorcoteArognoBissoneBrusino ArsizioVal MaraLuganoCaslanoCurio TICurio TIMagliasoNeggioTresa TIPura TIBediglioraBedanoGravesanoManno TIMezzovico-ViraMezzovico-ViraMonteceneriTorricella-TaverneCadempinoCanobbioComano TICuregliaLamoneMassagnoPorzaSavosaSorengoVezia
Karte von Bissone
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Bissone (veralteter deutscher Name: Byssen) ist eine politische Gemeinde im Schweizer Kanton Tessin. Sie gehört zum Kreis Ceresio beziehungsweise zum Bezirk Lugano.

Das Dorf liegt auf 276 m ü. M. am Ufer des Süd-Arms des Luganersees, gegenüber und 1,5 km südöstlich der Station Melide der Schweizerischen Bundesbahnen und ist mit diesem Dorf durch den gleichnamigen Damm verbunden. Das sehenswerte Dorf befindet sich direkt am See, ist heute durch die Autobahn A2 und das Teilstück LuganoChiasso der Schweizerischen Bundesbahnen vom „Hinterland“ abgeschnitten. Durch den Ort selbst führt die Hauptstrasse 2.

Die Nachbargemeinden sind im Norden die italienische Exklave Campione d’Italia, im Osten Arogno, im Süden Val Mara und im Westen Melide.

Bissone mit Damm von Melide. Historisches Luftbild von Werner Friedli (1963)

Das Dorf wurde 735 und 854 als Blixuni erwähnt; im 10. Jahrhundert besass dort das Kloster San Salvatore bei Pavia Güter, ebenso das Kloster Sant’Ambrogio von Mailand. In der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts war es ein Zentrum des Widerstands der Ghibellinen. Im Mittelalter befand sich an der Stelle der heutigen Casa Tencalla eine Burg (1054 erwähnt, noch 1439 und 1504 belegt).[5]

Nach dem 15. Februar 1798 schlugen hier die Patrioten und die Cisalpiner ihr Hauptquartier auf, das sie befestigten und von wo aus sie ihre Einfälle in die Nachbarschaft unternahmen. Am 23. Februar 1798 trat Bissone in die Republik der Pieve Riva San Vitale ein; am 3. März wurde es von den Luganern angegriffen; diese vertrieben die Verteidiger daraus und erbeuteten fünf Kanonen und zwei Fahnen und machten ungefähr dreissig Gefangene. 1803 wurde Bissone dem Kreis Ceresio angegliedert, nachdem es vorher provisorisch zum Kreis Morcote gehört hatte.[6]

Bissone mit Arogno bildet zusammen mit dem benachbarten Arogno eine eigenständige Bürgergemeinde.[7]

Bissone: Einwohnerzahlen von 1600 bis 2024
Jahr  Einwohner
1600
 
300
1683
 
298
1719
 
202
1769
 
240
1799
 
272
1824
 
286
1836
 
314
1850
 
302
1860
 
249
1870
 
233
1880
 
273
1888
 
274
1900
 
318
1910
 
341
1920
 
?
1930
 
394
1941
 
384
1950
 
397
1960
 
524
1970
 
587
1980
 
646
1990
 
730
1991
 
736
1992
 
742
1993
 
766
1994
 
766
1995
 
773
1996
 
773
1997
 
775
1998
 
791
1999
 
769
2000
 
773
2001
 
737
2002
 
758
2003
 
761
2004
 
781
2005
 
803
2006
 
817
2007
 
811
2008
 
823
2009
 
816
2010
 
842
2011
 
856
2012
 
889
2013
 
879
2014
 
893
2015
 
871
2016
 
905
2017
 
926
2018
 
924
2019
 
913
2020
 
948
2021
 
985
2022
 
945
2023
 
955
2024
 
930
Quelle(n): bis 1980 Bundesamt für Statistik[8][9] ab 1990: Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz nach Bezirken und Gemeinden 1991–2024[10]

Täglich fahren mehr als 50'000 Autos über die Autobahn durch die Gemeinde. Dazu kommen noch 200 Züge und der Verkehr der Kantonsstrasse. Zurzeit ist von den Behörden eine 70 Millionen Schweizerfranken teure Schallschutzmauer geplant. Da man sich davon jedoch nicht genügend Schutz erwartet, ist in der Bevölkerung grosse Opposition gegen die Pläne erwacht. Als Alternative ist unter anderem ein Projekt des Architekten David Core im Gespräch, der vorschlägt, die beiden Strassen und die Bahnlinie zu überdecken und den gewonnenen Raum für Mehrfamilienhäuser mit Seeblick zu nutzen.

Sehenswürdigkeiten

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Das Dorfbild ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als schützenswertes Ortsbild der Schweiz von nationaler Bedeutung eingestuft.[11] Der alte Dorfkern – er ist Bestandteil des Inventars schützenswerter Ortsbilder der Schweiz (ISOS) – wird von einem eindrucksvollen Dorfplatz beherrscht und hat seinen Charakter von alten Palazzi mit typischen Arkadengängen. Ebenfalls erwähnenswert sind die Kirchen San Rocco (17. Jahrhundert) und besonders San Carpoforo (erbaut im Mittelalter, 1630 barockisiert).

  • Pfarrkirche San Carpoforo[12][13]
  • Belvedere[12]
  • Geburtshaus Francesco Borromini[12]
  • Villa Margherita[12]
  • Villa Gaggini[12]
  • Francesco-Borromini-Bronzedenkmal am Seeufer von Bissone, eingeweiht 1999[14]
  • Römischer Grenzstein mit Inschrift[12]
  • Società Pallanuoto Bissone[15]

Persönlichkeiten

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  • Antonio Gili: Bissone. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 27. Juli 2023.
  • Rūstis Kamuntavičius u. a: Artisti del lago di Lugano e del Mendrisiotto in Lituania. In: Gli artisti del lago di Lugano e del Mendrisiotto nel Granducato di Lituania (dal XVI al XVIII secolo). Hrsg.: Giorgio Mollisi, «Arte&Storia.» Edizioni Ticino Management, 13. Jahrgang, Nummer 59, August–Oktober 2013, Lugano 2013.
  • Martin Mádl (Hrsg.): I Tencalla, vol. I: Saggi sulla vita e le opere dei pittori d’affresco ticinesi, i loro committenti e gli artisti della loro cerchia, Praga 2012; Idem: I Tencalla, vol. II: Catalogo degli affreschi di Carpoforo e Giacomo Tencalla in Boemia e Moravia, Praga 2013.
  • Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, S. 357–359.
  • Emilio Motta: Effemeridi ticinesi. Neue Auflage, Edizioni Metà Luna, Giubiasco 1991.
  • Ivano Proserpi: Bissone (= Schweizerische Kunstführer. Serie 66, Band 656/657). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Bern 1999, ISBN 3-85782-656-8.
  • Agostino Robertini u. a: Bissone. In: Il Comune. Edizioni Giornale del Popolo, Lugano 1978, S. 23–36.
  • Celestino Trezzini: Bissone. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 2: Basel – Egnach. Attinger, Neuenburg 1924, S. 259 (Digitalisat; [PDF; 26,9 MB]; abgerufen am 27. Juni 2017).
  • Luciano Vaccaro, Giuseppe Chiesi, Fabrizio Panzera: Terre del Ticino. Diocesi di Lugano. Editrice La Scuola, Brescia 2003, S. 58, 245, 295.
Commons: Bissone – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
  2. Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
  3. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991–2024. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 28. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst).
  4. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit (Kategorie), Geschlecht und Alter, 2010-2024. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst. Abruf am 28. August 2025
  5. Antonio Gili: Bissone. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 27. Juli 2023.
  6. Bissone auf biblio.unibe.ch/digibern/hist_bibliog_lexikon_schweiz (abgerufen am 27. Juni 2017).
  7. Patriziato di Arogno-Bissone auf ti.ch/di/sel/patriziati
  8. Martin Schuler: Cantone Ticino – L’effettivo della popolazione a livello locale prima del 1850. (CSV; 34 KB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 16. Juni 2023, abgerufen am 17. Mai 2026.
  9. Daten der Eidgenössischen Volkszählungen ab 1850 nach Gemeinden. (XLSX; 10 MB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 12. Juli 2024, abgerufen am 17. Mai 2026 (Öffnung in Excel nur über "Anhang/Excel-Datensatz" möglich).
  10. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz nach Bezirken und Gemeinden 1991-2024. Bundesamt für Statistik BFS, Neuchâtel, 27. August 2025, abgerufen am 17. Mai 2026.
  11. Liste der Ortsbilder von nationaler Bedeutung (Memento vom 10. Juli 2018 im Internet Archive), Verzeichnis auf der Website des Bundesamts für Kultur (BAK), abgerufen am 10. Januar 2018.
  12. 1 2 3 4 5 6 Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 357–359.
  13. Pfarrkirche San Carpoforo (mit Foto) auf api3.geo.admin.ch/rest
  14. Francesco Borromini Bronzedenkmal am Seeufer von Bissone auf luganersee.de/orte
  15. Società Pallanuoto Bissone (italienisch) auf spbissone.ch
Bissone am Luganersee, Uferpromenade