Birgit Laubach

Birgit Laubach (* 17. März 1949 in Wiesbaden; † 9. Januar 2026 in Berlin[1][2]) war eine deutsche Rechtsanwältin und Publizistin.[3][4]
Werdegang
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach dem Abitur studierte Birgit Laubach Rechtswissenschaften, Psychologie und Philosophie an den Universitäten Mainz, Genf und Heidelberg. Im Zentrum ihrer Dissertation stand das Thema Europäische Bürgerrechte für Ausländer und Ausländerinnen.[4] Die Promotion erfolgte an der Universität Bielefeld.[5]
1972 begann Laubach mit einer Tätigkeit als Lehrbeauftragte an der Fachhochschule für Sozialpädagogik in Frankfurt am Main. Seit 1976 war sie als Rechtsanwältin tätig.[4]
1984 war Laubach für die erste Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen im Bereich der Frauenpolitik als Beraterin tätig.[6]
Ab 1998 war Birgit Laubach Mitglied der Unabhängigen Kommission zur Überprüfung des Vermögens der Parteien und Massenorganisationen der DDR (UKPV).[7]
In den Jahren von 1990 bis 2002 war Laubach Justitiarin der ostdeutschen Bundestagsgruppe von Bündnis 90/Die Grünen sowie seit 1994 Justitiarin und stellvertretende Fraktionsgeschäftsführerin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen.[4] Birgit Laubach war Mitautorin des Antidiskriminierungsgesetzes[8] und später des Einwanderungsgesetzes.[9][10]

In den Jahren von 2002 bis 2013 war Birgit Laubach Geschäftsführerin der Heinrich-Böll-Stiftung und hat die Vorläuferstiftung, die „alte“ Heinrich-Böll-Stiftung mit Sitz in Köln, mit begründet.[6] Sie hatte maßgeblichen Anteil an der Errichtung des 2008 eingeweihten Hauses der Heinrich-Böll-Stiftung in der Schumannstraße 8 in Berlin.[12]
Birgit Laubach war Mitgründerin und bis 2024 Geschäftsführerin der elbarlament GmbH („Elbarlament - Kulturen der Demokratie“), einer Beratungsgesellschaft für private und öffentliche Akteure (u. a. Regierungen, Parlamenten und Zivilgesellschaften).[13][14][15]
Aktivitäten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Birgit Laubach setzte sich seit vielen Jahren für Toleranz und die Gleichberechtigung in der Gesellschaft ein.[3][16][17] Seit der Errichtung der TuWas – Stiftung für Gemeinsinn am 13. Juni 2013 bis zum Jahr 2025[12] war sie ehrenamtlich deren Vorsitzende des Vorstands.[18] Darüber hinaus war Birgit Laubach bis zur Auflösung der Stiftung im Jahr 2025[12] Vorstandsvorsitzende der Stiftung Frauen in Europa.[19]
Veröffentlichungen (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Doris Janshen, Sarah Jansen, Herta Däubler-Gmelin, Ulrike Teubner, Luise Morgenthal, Birgit Laubach, Dagmar Kampf, Sibylle Plogstedt, Laetitia C. Orschel u. a.: Sexuelle Gewalt. Erfahrungen, Analysen, Forderungen. Hrsg.: Arbeitskreis Sexuelle Gewalt beim Komitee für Grundrechte u. Demokratie e.V. Komitee für Grundrechte u. Demokratie, Sensbachtal 1985, ISBN 978-3-88906-017-4 (198 S., meta-katalog.eu [abgerufen am 25. Februar 2026]).
- Birgit Laubach: Die Frau als Citoyenne. Für eine Frauen- und eine Männerkammer. In: feministische studien e.V. (Hrsg.): feministische studien. Nr. 9. Walter de Gruyter (Verlag), Berlin 1991, doi:10.1515/fs-1991-s117 (5 S., degruyterbrill.com [PDF; abgerufen am 25. Februar 2026]).[20]
- Birgit Laubach: Verwaltungsvorschriften des neuen Ausländergesetzes: Vorschläge zur Berücksichtigung der besonderen Lebenssituation ausländischer Frauen und Mädchen (= Gutachten / niedersächsisches Frauenministerium). Stand: Juni 1992 Auflage. Niedersächs. Frauenministerium, Hannover 1992 (dnb.de [abgerufen am 30. November 2019]).
- Birgit Laubach: Bürgerrechte für Ausländer und Ausländerinnen in der Europäischen Union: Unionsbürger und Drittstaatsangehörige - ein Vergleich (= Schriftenreihe europäisches Recht, Politik und Wirtschaft. Bd. 223). 1. Auflage. Nomos-Verl.-Ges, Baden-Baden 1999, ISBN 978-3-7890-6254-4 (dnb.de [abgerufen am 30. November 2019]).
- Ulrich K. Preuß, Peter-Tobias Stoll, Birgit Laubach und Joscha Schmierer: Die Zukunft des Völkerrechts in einer globalisierten Welt. Hrsg.: Heinrich-Böll-Stiftung im Nomos Verlag. Nomos Verlag, Baden-Baden 2006, ISBN 3-8329-1812-4 (238 S., boell.de [abgerufen am 13. März 2026]).
- Birgit Laubach: Deutsches Europa oder europäisches Deutschland. In: www.boell.de. 1. Oktober 2009, archiviert vom am 17. Oktober 2019.
- Birgit Laubach: Verfassung und internationales Recht in einer globalisierten Welt. In: www.boell.de. 26. November 2009, archiviert vom am 30. November 2019.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Dr. Birgit Laubach. In: Die Tageszeitung: taz. 24. Januar 2026, ISSN 1434-4459, S. 5 (Traueranzeige der Familie).
- ↑ Stiftung Frauen in Europa. Abgerufen am 15. Januar 2026.
- 1 2 Birgit Laubach: Die Quote ist kein Lobbyismus, sondern eine Frage der Demokratie: Quote. Punkt. Aus. In: Die Tageszeitung: taz. 17. Oktober 1998, ISSN 0931-9085, S. 12 (taz.de [abgerufen am 27. November 2019]).
- 1 2 3 4 Dr. Birgit Laubach. Geschäftsführerin der Stiftung bis 2013. In: www.boell.de. Archiviert vom am 27. November 2019; abgerufen am 27. November 2019.
- ↑ Dr. Birgit Laubach, Founder and Managing Director. Abgerufen am 30. November 2019 (britisches Englisch).
- 1 2 Dr. Birgit Laubach. In: www.stiftung-frauenineuropa.de. Abgerufen am 1. Dezember 2019.
- ↑ Deutscher Bundestag: Drucksache 16/2466. Personelle Zusammensetzung der Unabhängigen Kommission. In: dserver.bundestag.de. 4. August 2006, abgerufen am 15. Januar 2026.
- ↑ Anne Klein, Gabriele Volmary: Vorläufiger Entwurf eines Antidiskriminierungs-Gesetzes. Veränd. u. überarb. Fassung Auflage. Bundes-AG Frauen d. Grünen c/o d. Grünen, Bonn 1986 (dnb.de [abgerufen am 12. März 2026]).
- ↑ Dr. Birgit Laubach. In: Die Tageszeitung: taz. 24. Januar 2026, ISSN 1434-4459, S. 6 (Traueranzeige der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen).
- ↑ Wir nehmen Abschied von Dr. Birgit Laubach. Abgerufen am 2. Februar 2026.
- ↑ OpenStreetMap-Link zum Gebäude der Heinrich-Böll-Stiftung (HBS) in Berlin-Mitte, Schumannstr. 8. In: www.openstreetmap.org. OpenStreetMap, 2026, abgerufen am 23. Februar 2026.
- 1 2 3 Politische Leidenschaft und Wille zur Veränderung. In: www.boell.de. Heinrich-Böll-Stiftung, abgerufen am 23. Februar 2026.
- ↑ Team & Experts. Archiviert vom am 8. August 2020; abgerufen am 1. Dezember 2019 (britisches Englisch).
- ↑ What we do. Archiviert vom am 8. August 2020; abgerufen am 1. Dezember 2019 (britisches Englisch).
- ↑ In Memoriam: Dr. Birgit Laubach, Co-founder of elbarlament - elbarlament.org - cultures of democracy. 15. Januar 2026, abgerufen am 23. Februar 2026 (britisches Englisch).
- ↑ Birgit Laubach: Die Gesellschaft hat das Recht, ein religiöses Toleranzgebot zu verlangen. Sie muß aber ebenso die individuellen Rechte sicherstellen: Wenn aus dem Kopftuch Unrecht wird. In: Die Tageszeitung: taz. 3. August 1998, ISSN 0931-9085, S. 10 (taz.de [abgerufen am 27. November 2019]).
- ↑ Birgit Laubach: Die Frau als Citoyenne. In: Die Tageszeitung: taz. 15. Oktober 1990, ISSN 0931-9085, S. 10 (taz.de [abgerufen am 27. November 2019]).
- ↑ Impressum | TuWas – Stiftung für Gemeinsinn. Archiviert vom am 1. Dezember 2019; abgerufen am 1. Dezember 2019 (deutsch).
- ↑ Impressum | Stiftung Frauen in Europa. Archiviert vom am 21. Dezember 2019; abgerufen am 1. Dezember 2019 (deutsch).
- ↑ Die Frau als Citoyenne - Für eine Frauen- und eine Männerkammer. In: d-nb.info. Deutsche Nationalbibliothek, abgerufen am 25. Februar 2026.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Laubach, Birgit |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Rechtsanwältin und Publizistin |
| GEBURTSDATUM | 17. März 1949 |
| GEBURTSORT | Wiesbaden |
| STERBEDATUM | 9. Januar 2026 |
| STERBEORT | Berlin |