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Bilora

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Bilora Kunststofftechnik GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 1. Februar 1909
Sitz Radevormwald, Deutschland Deutschland
Leitung Michael Müller, Peter Kürbi
Mitarbeiterzahl 70
Branche Kunststoffverarbeitung
Website www.bilora.com

Bilora ist heute ein Hersteller für Fotozubehör und Kunststoffteile und gehörte von 1909 bis 1991 zu den führenden Herstellern von Kamerastativen, die seitdem von Lizenznehmern produziert werden.[1] Von 1935 bis 1975 wurden auch Fotokameras hergestellt. Der Name „Bilora“ besteht aus Teilen der Namen Kürbi Niggeloh Radevormwald.[2]

Am 1. Februar 1909 wurde die Firma in Barmen-Rittershausen als Kürbi & Niggeloh gegründet. Neben Stativen wurden Notenständer, Hut- und Postkartenständer hergestellt. Im November 1911 erhielt das Unternehmen in Radevormwald die Baugenehmigung für ein neues Fabrikgebäude; dort ist bis heute der Firmensitz. Im Jahr 1919 erfolgte die Umbenennung in „Bilora“. 1935 wurde die erste Kamera, die Bilora Box, hergestellt. 1939 erfolgte mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges die Umstellung der Produktion auf „kriegswichtiges“ Material durch die Machthaber. Fortan wurden Antennen und Teleskopantennen hergestellt.[2]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden erst Luftpumpen und Strahlregler für Wasserhähne hergestellt. Die Kameraproduktion lief erst im Jahre 1946 wieder an. Im Jahr 1956 wurde die 1.000.000ste 6×9-Box hergestellt.[2] In den 1960er Jahren wurden Kameras u. a. für Agfa, Zeiss Ikon und Yashica produziert.

In der Folge immer größerer Bedeutung von Kunststoff baute Bilora im Jahr 1965 eine eigene Kunststofffertigung und -verarbeitung auf. 1975 endete die Kameraproduktion;[3] fortan lag der Fokus von Bilora in der Produktion von Stativen, Kamerazubehör und in der Kunststoffverarbeitung. Drei Jahre später wurde das Unternehmen um ein zweites Werk für die Kunststoffverarbeitung erweitert. Im Jahr 1991 wurde das Werk auf über 4000 m² Produktionsfläche und 3500 m² Montage- und Lagerfläche erweitert. Im Jahr 1994 wurde die Kürbi-Otto Tönnes GmbH ausgegliedert, die den Vertrieb von Fotozubehör übernahm.[4] Im Jahr 2012 erfolgte die Umbenennung dieser Gesellschaft zu Bilora GmbH und zwei Jahre später die Sitzverlegung nach Remscheid. Im Rahmen eines Insolvenzverfahrens wurde Ende Januar 2020 der Geschäftsbetrieb eingestellt[5] und die Gesellschaft im weiteren Jahresverlauf aufgelöst.[6]

Die parallel bestehende und in Radevormwald verbleibende Kürbi & Niggeloh Bilora GmbH wurde im Jahr 2016 zu Bilora Kunststofftechnik umbenannt. Über das Vermögen dieser Gesellschaft wurde im August 2025 ein Insolvenzverfahren eröffnet. Es endete im November 2025 mit der Auflösung der Gesellschaft.[7] Die verbleibenden Vermögenswerte wurden über ein Management-Buy-out von sieben Gesellschaftern übernommen. Nach einer Umstrukturierung und der Entlassung von rund 20 Mitarbeitern wird der Unternehmensbetrieb in Radevormwald fortgesetzt.[8]

Bilora Box
Bilora Box, Innenleben
Bilora Bella 4×4 Rollfilm 127
Bilora Boy 4×4 Rollfilm 127
Commons: Bilora – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. ↑ 100 Jahre – Technik aus Kunststoff und Metall. Auf bilora.com, abgerufen am 28. April 2018
  2. 1 2 3 Kurt Tauber: BILORA – ein deutsches Unternehmen mit Weltruhm. Auf kameramuseum.de, abgerufen am 28. April 2018
  3. ↑ Bilora baute bis 1975 Kameras. Am 4. Oktober 2017 auf stadtnetz-radevormwald.de, abgerufen am 28. April 2018
  4. ↑ Bilora stellt Geschäftsbetrieb ein, Imaging + Foto Contact vom 30. Januar 2020, online verfügbar.
  5. ↑ Handelsregister B des Amtsgerichts Köln, Chronologischer Auszug zur Registernummer 37850, abgerufen unter handelsregister.de.
  6. ↑ Handelsregister B des Amtsgerichts Wuppertal, Chronologischer Auszug zur Registernummer 25640, abgerufen unter handelsregister.de.
  7. ↑ Handelsregister B des Amtsgerichts Köln, Chronologischer Auszug zur Registernummer 37687, abgerufen unter handelsregister.de.
  8. ↑ Erheblicher Stellenabbau bei Bilora, Rheinische Post vom 25. April 2026.