Da bei natürlichen Bentoriten oft ein geringer Anteil des Chroms durch Aluminium ersetzt (substituiert) sein kann, wird die chemische Formel in verschiedenen Quellen auch als Mischformel (hier als Kristallchemische Strukturformel) mit Ca6(Cr3+,Al)2[(OH)12|(SO4)3]·26H2O[4][5] angegeben.
Bentorit kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem und entwickelt stämmige sechseckige Prismen bis etwas 0,25mm. Typischerweise tritt er jedoch in Form von faserigen Massen, körnigen Aggregaten sowie dünnen Anflügen und Krusten auf. Das Mineral ist durchsichtig und zeigt auf den Oberflächen der leuchtend violetten Kristalle und Aggregate einen glasähnlichen Glanz. Die Strichfarbe ist allerdings nur sehr blass violett.
Erstmals entdeckt wurde Bentorit im Hatrurim-Becken beziehungsweise der Hatrurim-Formation im regionalen Verwaltungsgebiet Tamar (auch Mo'atza Ezorit Tamar) im Südbezirk von Israel. Die Analyse und Erstbeschreibung erfolgte durch Shulamit Gross (1923–2012), die das Mineral nach dem Petrologen und Geologen Yaakov K. Ben-Tor (1910–2002) benannte, um dessen Beiträge zur Geologie und Mineralogie Israels und des Nahen Ostens zu ehren.
Gross sandte ihre Untersuchungsergebnisse und den gewählten Namen (interne Eingangsnummer der IMA: 1979-042[1]), die den Bentorit als eigenständige Mineralart anerkannte. Die Erstbeschreibung wurde ein Jahr später im Fachmagazin Israel Journal of Earth Science veröffentlicht.
Da der Bentorit erst 1979 als eigenständiges Mineral anerkannt wurde, ist er in der letztmalig 1977 überarbeiteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz noch nicht verzeichnet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Bentorit die System- und Mineralnummer 31.10.02.02. Das entspricht ebenfalls der Klasse der „Sulfate, Chromate und Molybdate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige Sulfate mit Hydroxyl oder Halogen“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Verschiedene wasserhaltige Sulfate mit Hydroxyl oder Halogen“ in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 31.10.02, in der auch Ettringit und Buryatit eingeordnet sind.
Von dem extrem seltenen Mineral sind außer der Hatrurim-Formation als Typlokalität bisher nur noch der Steinbruch Arad nahe der gleichnamigen Stadt im Südbezirk von Israel sowie Nabi Musa und Maʿale Adummim in Palästina als Fundorte bekannt (Stand 2025).[12]
Shulamit Gross:Bentorite. A new mineral from the Hatrurim area, west of the Dead Sea, Israel. In: Israel Journal of Earth Science. Band29, 1980, S.81–84 (englisch).
Michael Fleischer, Louis J. Cabri:New mineral names. In: American Mineralogist. Band66, 1981, S.637–639 (englisch, minsocam.org[PDF; 326kB; abgerufen am 30.Januar 2026]).
Yurii V. Seryotkin, Ella V. Sokol, Svetlana N. Kokh, Victor V. Sharygin:Natural bentorite—Cr3+ derivate of ettringite: determination of crystal structure. In: Physics and Chemistry of Minerals. Band46, 2019, S.553–570, doi:10.1007/s00269-019-01022-4 (englisch, rruff.info[PDF; 2,9MB; abgerufen am 23.April 2025]).
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Bentorite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 52kB; abgerufen am 30.Januar 2026]).
1234Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
123456Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.410 (englisch).
↑David Barthelmy:Bentorite Mineral Data.In:webmineral.com.Abgerufen am 30.Januar 2026(englisch).
1234Bentorite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 30.Januar 2026(englisch).