Belde
Belde ist in der Türkei die halbamtliche Bezeichnung für eine kleinere als Belediye organisierte städtische Siedlung, die nicht Zentrum eines İlçe und Sitz der damit verbundenen staatlichen Institutionen ist. Nach der Terminologie des Gesetzes steht der Begriff Belediye, für die rechtliche Organisation und juristische Persönlichkeit der Stadt und Belde für deren physische Erscheinung.[1] Es hat sich aber ein Sprachgebrauch herausgebildet, der die Gemeinden am Sitz der staatlichen İlçe-Verwaltung selbst als İlçe bezeichnet und die verbleibenden Gemeinden als Belde. Für letztere, meist kleinere und oft agrarisch geprägte Siedlungen trifft regelmäßig die ältere Bezeichnung Kasaba zu.
Historisches
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Begriff Kasaba wird bereit in der ersten türkischen Verfassung des 20. Jahrhunderts erwähnt. In Artikel 21 des Grundgesetzes (Teşkilât-ı Esasîye Kanunu) Nr. 85 vom 20. Kanunusani 1337 (Rumi-Kalender = 20. Januar 1921) ist festgehalten, dass eine Kasaba als Nahiye (später in Bucak umbenannt), der mit Selbstverwaltung versehenen kleinsten türkischen Territorialeinheit, organisiert ist.[2] Das Dorfgesetz vom 18. März 1924 teilte die Siedlungen in der Türkei nach der Einwohnerzahl in Köy (Dorf: unter 2000 Einwohner) Kasaba (Kleinstadt: 2000 bis 20000 Einwohner) und Şehir (Stadt: über 20000 Einwohner) ein, regelte dann aber nur die rechtlichen Verhältnisse der Dörfer.[3] Eine rechtliche Grundlage für die Verwaltung von Kleinstädten und Städten erfolgte nicht mehr, dafür wurde 1934 die gesetzliche Grundlage für die Organisation von Siedlungen mit mehr als 2000 Einwohnern als Belediye geschaffen. Die Einwohneruntergrenze für die Schaffung einer Belediye von 2000 Einwohnern wurde mit dem Gesetz von 2005 auf 5000 erhöht.
Kultur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Kasaba ist auch der Titel eines Filmes von Nuri Bilge Ceylan aus dem Jahr 1997.[4]