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Beatrix Pfleiderer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Beatrix Pfleiderer (* 29. Juli 1941 in Heilbronn;[1]20. August 2011) war eine deutsche Anthropologin, die sich auf Medizinethnologie spezialisiert hatte.

Beatrix Pfleiderer war eine Tochter des Unternehmers Herbert Pfleiderer (1912–1982) und dessen Ehefrau Brigitte Pfleiderer, geborene Flammer (1919–2010). Sie studierte ab 1960 an der University of Maryland in Baltimore (USA), 1966 bis 1968 in München und von 1968 bis 1971 in Heidelberg. Dort wurde sie 1971 Magister und 1973 zum Dr. phil. promoviert. Von 1971 bis 1975 war sie Dozentin (Instructor) an einem europäischen Ableger (Campus Heidelberg) der University of Maryland. Von 1973 bis 1976 lehrte sie dann an der Universität Heidelberg. Von 1978 bis 1980 erhielt sie ein Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Sie war als wissenschaftliche Angestellte auch Stipendiatin der Stiftung VW-Werk. In den 1980er Jahren hatte sie eine C2-Stelle für den Themenbereich Südasien und Sozialisationsforschung am Hamburger Institut für Völkerkunde inne. Ab 1982 war sie Professor für Ethnologie an der Universität Hamburg. Ihre Stelle hatte sie aufgrund früherer Publikationen erreicht, ohne eine Habilitationsschrift vorzulegen. Später hatte sie einen Lehrauftrag für Medizinanthropologie am Institut für transkulturelle Gesundheitswissenschaften in der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). Von 1989 bis 1991 war sie Gastprofessorin an der University of Hawai'i. Danach wollte sie nicht mehr nach Hamburg zurückkehren und baute ab 1992 auf Hawaii die La'akea Gardens auf, eine Ausbildungsfarm für Permakultur. Dazu verwendete sie ihr Erbe; ihr Vater war unter anderem Geschäftsführender Gesellschafter und späterer Leiter des holzverarbeitenden Unternehmens G. A. Pfleiderer in Neumarkt in der Oberpfalz gewesen.

In erster Ehe war die evangelische, in Wilhelmsfeld lebende, Beatrix Pfleiderer mit dem Arzt Wolfgang Becker verheiratet, in zweiter Ehe ab 1980 mit dem Indologen Lothar Lutze.[2] Sie hatte eine Tochter namens Konstanze.

Publikationen (Auswahl)

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  • Sozialisationsforschung in der Ethnologie. 1975.
  • Wandel soziale Rollen in Tunesien und seine Beziehung zur Gastarbeiterwanderung. 1976.
  • Erziehung in der Ethnologie. 1980.
  • Remarks on Medical Pluralism in India. 1982.
  • Pfleiderer, Beatrix. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 945.

Einzelnachweise

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  1. Beatrix Pfleiderer im Hamburger Professorinnen- und Professorenkatalog (abgerufen am 1. Oktober 2019) 
  2. Dieter Haller, Dunja Moeller: Nachruf auf Prof. Dr. Beatrix Pfleiderer. * 29. Juli 1941 † 20. August 2011. In: Curare 34, 2011, Heft 4, S. 359–362 (online (Memento vom 23. Januar 2015 im Internet Archive)).