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Bassetit

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Bassetit
Bassetit aus Hagendorf (Markt Waidhaus) im Oberpfälzer Wald, Bayern, Deutschland
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Symbol

Bas[1]

Chemische Formel Fe2+(UO2)(PO4)2·8H2O
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Phosphate, Arsenate und Vanadate
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

VII/D.20a
VII/E.02-020

8.EB.10
40.02a.16.01
Kristallographische Daten
Kristallsystem Monoklin
Kristallklasse; Symbol monoklin-prismatisch; 2/m
Raumgruppe P21/m (Nr. 11)Vorlage:Raumgruppe/11
Gitterparameter a = 6,98 Å; b = 17,07 Å; c = 7,01 Å
β = 90,32°[2]
Formeleinheiten Z = 2[2]
Häufige Kristallflächen {111}, {101}, {110}, {001}, {010}[2]
Zwillingsbildung Häufig; zwei oder mehr Zwillinge an [001] oder ein Zwilling parallel zu [100];
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 2,5
Dichte (g/cm3) berechnet: 3,63; gemessen: 3,40 bis 3,63
Spaltbarkeit Perfekt an {010}; Teilweise an {100} und {001}
Bruch; Tenazität spröde[3]
Farbe gelb-bräunlich
Strichfarbe helles Gelb bis grünliches Weiß[3]
Transparenz transparent
Glanz Glasglanz
Radioaktivität vorhanden[3][2]
Kristalloptik
Optischer Charakter Biaxial (wahrscheinlich)[2]
Achsenwinkel 2V = 90°
Pleochroismus X = Y = Gelb, Z = dunkles Olivbraun bis braunschwarz
Weitere Eigenschaften
Chemisches Verhalten löslich in Säuren[4]

Bassetit ist ein seltenes Mineral aus der Mineralklasse der Phosphate, Arsenate und Vanadate. Er kristallisiert im monoklinen Kristallsystem in der chemischen Zusammensetzung Fe2+(UO2)(PO4)2·8H2O. Die durchsichtigen Kristalle sind von gelber bis bräunlichgelber Farbe, auch grünlichbraun bis olivgrüner Farbe bei grünlichweißer Strichfarbe und weisen auf den Oberflächen einen glasartigen Glanz auf.

Etymologie und Geschichte

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Das Mineral wurde von Arthur Francis Hallimond 1915 in der Bissit-Minengruppe, Cornwall, England, Großbritannien, entdeckt. Er benannte es zu Ehren der Typlokalität (Stelle der Erstbeschreibung) Bassitit (im Englischen Bassitite). Das Mineral wurde von der International Mineralogical Association (IMA) als vor ihrer Gründung beschrieben bestätigt und zählt daher als grandfathered.[3]

Das Typmineral wird an der Harvard University in Cambridge, Massachusetts, USA, dem Natural History Museum in London, England und der technischen Universität "Mines ParisTech", Paris in Frankreich aufbewahrt.[2]

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Bassetit zur Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate, Vanadate“ und dort zur Abteilung „Wasserhaltige Phosphate, Arsenate und Vanadate mit fremden Anionen“, wo er gemeinsam mit Autunit, Fritzscheit, Heinrichit, Kahlerit, Metakirchheimerit, Natrouranospinit, Nováčekit, Sabugalit, Saléeit, Torbernit, Uramphit, Uranocircit, Uranospathit, Uranospinit und Zeunerit in der „Uranit-Reihe“ mit der Systemnummer VII/D.20a steht.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VII/E.02-020. Dies entspricht der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Uranyl-Phosphate/Arsenate und Uranyl-Vanadate mit [UO2]2+–[PO4]/[AsO4]3− und [UO2]2+–[V2O8]6−, mit isotypen Vanadaten (Sincositreihe)“, wo Bassetit zusammen mit Abernathyit, Chernikovit, Lehnerit, Meta-Ankoleit, Meta-Autunit, Metaheinrichit, Metakahlerit, Metakirchheimerit, Metalodèvit, Metanatroautunit, Metanováčekit, Metarauchit, Metasaléeit, Metatorbernit, Metauranocircit, Metauranospinit, Metazeunerit, Natrouranospinit, Pseudo-Autunit (D), Ulrichit, Uramarsit und Uramphit die „Meta-Autunit-Gruppe“ mit der Systemnummer VII/E.02 bildet.[5]

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte[6] 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Bassetit in die Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort in die Abteilung „Uranylphosphate und Arsenate“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „UO2 : RO4 = 1 : 1“ zu finden, wo es zusammen mit Lehnerit, Meta-Autunit, Metaheinrichit, Metakahlerit, Metakirchheimerit, Metalodèvit, Metanatroautunit, Metanováčekit, Metasaléeit, Metatorbernit, Metauramphit, Metauranocircit, Metauranospinit, Metazeunerit und Przhevalskit die „Meta-Autunit-Gruppe“ mit der Systemnummer 8.EB.10 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen und zuletzt 1997 veröffentlichten Systematik der Minerale nach Dana hat Bassetit die System- und Mineralnummer 40.02a.16.01. Das entspricht der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige neutrale Phosphate, Arsenate und Vanadate“. Hier findet er sich in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 40.02a.16, in der auch Lehnerit eingeordnet ist.[7]

Das UO2 ist hier nicht eingelagertes Uran(IV)-oxid, sondern basiert auf einem U6+-Kation, das sogenannte Uranyl. Mit zwei positiven Ladungen gleicht es das Phosphat-Anion (dreifach negativ) auf die verbleibenden zweifach negativ aus, welche schlussendlich vom Eisen neutralisiert werden. Eine Synthese von Bassetit von Vochten, de Grave und Pelsmaekers aus dem Jahr 1984 geht dabei von dem „Hydrogen Autunit“ (engl. Hydrogen autunite) aus, welches die Formel H[UO2|PO4] besitzt. In dieser Schreibweise kann die Formel von Bassetit auch als Fe2+ [UO2|PO4]2 geschrieben werden.[8]

Kristallstruktur

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Bassetit kristallisiert monoklin in der Raumgruppe P21/m (Raumgruppen-Nr. 11)Vorlage:Raumgruppe/11 mit den Gitterparametern a = 6,98 Å, b = 17,07 Å und c = 7,01 Å und zwei Formeleinheiten pro Elementarzelle.[2]

Bassetit bildet Kristalle mit quadratischer oder rechteckiger Kontur. Sie sind bis zu 3 mm groß.[2]

Chemische Eigenschaften

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Bassetit ist löslich in Säuren.[4]

Physikalische Eigenschaften

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Durch seinen Urangehalt von bis zu 51,19 %[9] ist das Mineral sehr stark radioaktiv. Unter Berücksichtigung der natürlichen Zerfallsreihen bzw. vorhandener Zerfallsprodukte wird die spezifische Aktivität mit 91,63 kBq/g[9] angegeben (zum Vergleich: natürliches Kalium 0,0312 kBq/g). Der zitierte Wert kann je nach Mineralgehalt und Zusammensetzung der Stufen deutlich abweichen, auch sind selektive An- oder Abreicherungen der radioaktiven Zerfallsprodukte möglich und ändern die Aktivität.

Bildung und Fundorte

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Bassetit bildet Paragenesen mit chemisch verwandten Mineralen. Es wurde Uranospathit, Torbernit, Uraninit, Pyrit, Meta-Autunit, Saléeit und Metanováčekit beobachtet.[2]

Allgemein ist Bassetit ein eher seltenes Mineral. Dennoch kann es an einigen Fundstellen gefunden werden: In Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Gabun, Großbritannien, Italien, Kanada, Polen, Spanien, der Schweiz, Tschechien und in den USA.[3]

Vorsichtsmaßnahmen

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Aufgrund der Toxizität und der starken Radioaktivität des Minerals sollten Mineralproben vom Bassetit nur in staub- und strahlungsdichten Behältern, vor allem aber niemals in Wohn-, Schlaf- und Arbeitsräumen aufbewahrt werden. Ebenso sollte eine Aufnahme in den Körper (Inkorporation, Ingestion) auf jeden Fall verhindert und zur Sicherheit direkter Körperkontakt vermieden sowie beim Umgang mit dem Mineral Atemschutzmaske und Handschuhe getragen werden.

  • C. Frondel: Systematic mineralogy of uranium and thorium. In: U. S. Geological Survey Bulletin. Band 1064, 1958, S. 200–204 (englisch).
  • R. Vochten, E. de Grave, J. Pelsmaekers: Mineralogical study of bassetite in relation to its oxidation. In: American Mineralogist. Band 69, 1984, S. 967–978 (englisch, minsocam.org [PDF]).
  • R. Vochten, G. Brizzi: Bassetite and other uranium minerals from Arcu su Linnarbu, Capoterra, Cagliari, Sardinia. In: Mineralogical Reports. Band 18, 1987, S. 181–184 (englisch).
Commons: Bassetite – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Laurence N. Warr: IMA–CNMNC approved mineral symbols. In: Mineralogical Magazine. Band 85, 2021, S. 291–320, doi:10.1180/mgm.2021.43 (englisch, cambridge.org [PDF; 320 kB; abgerufen am 5. Januar 2023]).
  2. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Bassetite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org [PDF; 59 kB; abgerufen am 31. August 2024]).
  3. 1 2 3 4 5 Bassetite. In: mindat.org. Abgerufen am 31. August 2024 (englisch).
  4. 1 2 Mineralienatlas:Bassetit
  5. Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
  6. Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Original am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (englisch).
  7. Richard V. Gaines, H. Catherine Skinner, Eugene E. Foord, Brian Mason und Abraham Rosenzweig: Danas New Mineralogy. 8. Auflage. John Wiley & Sons, 1997, ISBN 0-471-19310-0 (englisch).
  8. R. Vochten, E. de Grave, J. Pelsmaekers: Mineralogical study of bassetite in relation to its oxidation. In: American Mineralogist. Band 69, 1984, S. 967–978 (englisch, minsocam.org [PDF]).
  9. 1 2 Bassetite Mineral Data. In: webmineral.com. Abgerufen am 31. August 2024 (englisch).