Zum Inhalt springen

Bart Staszewski

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Bart Staszewski (2019)

Bartosz „Bart“ Staszewski (* 1990 in Malmö, Schweden) ist ein polnischer Dokumentarfilmer, Fotograf und LGBTQI-Menschenrechtler.[1] Er machte mit Fotoaktionen zu sogenannten „LGBT-freien Zonen“ auf die Diskriminierung queerer Menschen in Polen aufmerksam.[2]

Staszewski wuchs in Lublin auf und ging 2010 nach dem Abitur nach Warschau.[1] In Warschau schloss er sich der Gruppe Miłość Nie Wyklucza („Liebe schließt nicht aus“) an, die 2013 als LGBTQI-Vereinigung formalisiert wurde.[1]

Staszewski arbeitet als Dokumentarfilmer, Fotograf und Menschenrechtler für die Anliegen queerer Menschen in Polen.[1] Er gehörte zu den Machern des Dokumentarfilms Artykuł osiemnasty („Artikel 18“, 2017), welcher die Auseinandersetzung um die gleichgeschlechtliche Ehe in Polen behandelt.[3] Im Jahr 2018 war er an der Organisation des ersten Marsz Równości in Lublin beteiligt.[2] Ab 2019 reagierte er auf kommunale Beschlüsse gegen eine angebliche „LGBT-Ideologie“, indem er gelbe Schilder mit der Aufschrift „Strefa wolna od LGBT“ („LGBT-freie Zone“) an Ortseingangsschildern anbrachte, fotografierte und damit ein bewusst als Fotoprojekt angelegtes Bild der Ausgrenzung erzeugte.[3] In einzelnen Aufnahmen porträtierte er dabei auch LGBT-Personen, die in den betroffenen Gemeinden lebten.[2] Die Bilder wurden international verbreitet und trugen zur Sichtbarmachung der diskriminierenden Beschlüsse in Polen gegen LGBT-Rechte auch außerhalb Polens bei.[2] Mehrere Gemeinden verklagten Staszewski wegen der Aktion, doch das Bezirksgericht in Rzeszów wies 2022 die Klage der Gemeinde Niebylec als unbegründet ab.[4] Im April 2025 hob der Kreis Łańcut die letzte noch bestehende einschlägige Resolution in Polen auf.[5] Staszewski gründete in Warschau die Fundacja Basta, die gegen Hassrede, Homophobie und Transphobie in Medien vorgeht.[6] 2023 entschied das Verwaltungsgericht in Warschau, dass die Stiftung Beschwerden über Medieninhalte bei der polnischen Rundfunkaufsicht KRRiT einreichen darf und diese geprüft werden müssen.[6] 2021 nahm das Time-Magazin Staszewski in die Liste TIME100 Next auf.[2] 2024 wertete Staszewski eine öffentliche Entschuldigung des Staatssenders TVP für frühere queerfeindliche Rhetorik als Zeichen eines möglichen Neuanfangs, mahnte aber zugleich weitere rechtliche Schritte für gleichgeschlechtliche Paare und gegen Hassrede an.[7] 2026 kritisierte er, dass der damalige polnische Gesetzentwurf zu rechtlich geschützten Partnerschaften die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare weiterhin nicht ermögliche.[1]

Commons: Bart Staszewski – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. 1 2 3 4 5 Aktivist über Queerfeindlichkeit: „Die homophobe Fratze des politischen Establishments“. In: taz.de. 24. April 2026, abgerufen am 24. April 2026.
  2. 1 2 3 4 5 Bart Staszewski Is on the TIME100 Next 2021 List. In: Time. 17. Februar 2021, abgerufen am 24. April 2026 (englisch).
  3. 1 2 Pokazał „strefy wolne od LGBT” i wywołał wstrząs. In: OKO.press. 24. Januar 2020, abgerufen am 24. April 2026 (polnisch).
  4. Pozew gminy Niebylec bezzasadny. Bart Staszewski wygrał sprawę tablicy „Strefa wolna od LGBT”. In: OKO.press. 5. Mai 2022, abgerufen am 24. April 2026 (polnisch).
  5. To koniec stref wolnych od LGBT. Ostatnia homofobiczna uchwała wylądowała w koszu. In: OKO.press. 24. April 2025, abgerufen am 24. April 2026 (polnisch).
  6. 1 2 Aktywista LGBT złożył skargi na TVP i Radio Maryja. Sąd: KRRiT powinna je rozpatrzyć. In: TOK FM. 1. Juni 2023, abgerufen am 24. April 2026 (polnisch).
  7. Activist sees ‘new beginning’ after Polish state TV apologizes for years of anti-LGBTQ propaganda. In: AP News. 13. Februar 2024, abgerufen am 24. April 2026 (englisch).