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Barilla

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Barilla G. e R. Fratelli S.p.A.
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Rechtsform Società per azioni
Gründung 1877
Sitz Parma, Italien Italien
Leitung
  • Gianluca Di Tondo, CEO
Mitarbeiterzahl 8827[2]
Umsatz 4,88 Mrd. EUR[2]
Branche Lebensmittelindustrie
Website www.barillagroup.com
Stand: 31. Dezember 2024

Barilla ist ein italienischer Nahrungsmittelkonzern mit Sitz in Parma. Das Unternehmen ist Weltmarktführer im Pasta-Segment.[3] Das Portfolio umfasst zahlreiche Marken, deren Schwerpunkt nahezu ausschließlich auf getreidebasierten Produkten wie Teigwaren, Backwaren, Knäckebrot und Gebäck liegt, ergänzt durch ein Sortiment an Fertigsaucen.

Gemeinsam mit den Marken Birkel und Delverde (beide Teil der italienischen NewPrinces-Gruppe) zählt Barilla zu den drei führenden Pastaherstellern auf dem deutschen Markt. Zusammen halten diese Marken einen Marktanteil von etwa 25 %.[4]

Das Unternehmen wurde 1877 von Pietro Barilla sen. (1845–1912), der aus einer Bäckerfamilie stammte, als kleines Brot- und Pastageschäft in Parma gegründet. Unter der Leitung seiner Söhne Riccardo und Gualtiero expandierte der Betrieb ab 1908 erheblich. 1910 wurde ein modernes Pastawerk errichtet. Nach dem Tod Riccardos 1947 übernahm mit dessen Söhnen Pietro und Gianni die dritte Generation die Führung.[5]

Ein entscheidender Wendepunkt erfolgte 1952, als Barilla die Brotherstellung einstellte, um sich ausschließlich auf Hartweizen- und Eiernudeln zu konzentrieren. Durch innovative Marketingstrategien und den Bau des damals größten Pastawerks der Welt in Pedrignano (1969) wurde Barilla während des italienischen Wirtschaftswunders zum nationalen Marktführer.

Aufgrund von Unstimmigkeiten über die künftige Strategie verkauften die Brüder Barilla 1971 die Mehrheit am Unternehmen an den US-Konzern W. R. Grace. In dieser Phase erwarb Barilla den Mitbewerber Voiello (1973) und gründete 1974 die Marke Mulino Bianco, mit der das Unternehmen erfolgreich in den Markt für Backwaren und Kekse zurückkehrte. 1979 kaufte Pietro Barilla das Unternehmen von den Amerikanern zurück und investierte massiv in die Internationalisierung, unter anderem durch den Zukauf des griechischen Marktführers Misko (1991) und des italienischen Gebäckherstellers Pavesi (1992).[5]

Nach dem Tod von Pietro Barilla im Jahr 1993 übernahm mit seinen Kindern Guido, Luca, Paolo und Emanuela die vierte Generation die Leitung des Familienunternehmens. Unter ihrer Führung entwickelte sich Barilla konsequent zum global agierenden Konzern. Ein Meilenstein dieser Internationalisierung war 1999 die Eröffnung des ersten Produktionsstandortes in Ames (Iowa), dem 2007 ein zweites US-Werk in Avon (New York) folgte.[5] Parallel dazu erweiterte die Gruppe ihr Portfolio durch strategische Zukäufe: 1994 wurde der türkische Pastaproduzent Filiz übernommen, 1999 folgte der schwedische Knäckebrothersteller Wasa.[5]

Im Jahr 2002 erwarb Barilla für 1,8 Milliarden Euro die deutsche Bäckereikette Kamps. In den 2010er-Jahren leitete der Konzern jedoch eine strategische Neuausrichtung ein und trennte sich schrittweise wieder vom deutschen Backwarengeschäft. Während das Filialgeschäft von Kamps bereits 2010 an ECM Equity Capital veräußert wurde,[6] ging die verbliebene Lieken AG mit den Marken Golden Toast und Lieken Urkorn 2013 an die tschechische Agrofert-Gruppe über.[7]

In jüngerer Zeit festigte Barilla seine Marktposition durch weitere Akquisitionen, darunter 2021 das kanadische Unternehmen Catelli und eine Mehrheitsbeteiligung an der britischen Plattform Pasta Evangelists.[8] Im Dezember 2022 schloss die Gruppe zudem die Übernahme der US-Marke Back To Nature ab, die auf gesundheitsorientierte Snacks spezialisiert ist.[5]

Unternehmensstruktur

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Barilla-Werk in Celle (Niedersachsen)

Barilla besitzt 30 Produktionsstandorte, darunter zahlreiche Getreidemühlen für eine eigene Produktionsversorgung. Diese befinden sich zu einem Großteil in Italien (15 Standorte), es gibt allerdings nicht zuletzt durch Unternehmenszukäufe auch Produktionsstandorte in Deutschland, Griechenland, Norwegen, Schweden, in der Türkei und in den Vereinigten Staaten.

80 Prozent des Unternehmens befinden sich im Besitz von Guido Barilla (Vorsitzender), sowie dessen Geschwistern Luca und Paolo (stellvertretende Vorsitzende). Die restlichen 20 Prozent der Geschäftsanteile gehören den Erben der Schweizerin Hortense Anda-Bührle.

Logo der Pastamarke Barilla

Zum Barilla-Konzern gehören folgende Marken:[9]

  • Artisia
  • Barilla (Pasta und Soßen)
  • Back to Nature (Cracker, Kuchen)
  • Barilla for Professionals
  • Catelli (kanadischer Pasta-Hersteller)
  • Filiz (türkischer Pasta-Hersteller)
  • First
  • Gocciole
  • GranCereale (Vollkorn-Kekse, Cracker)
  • Gran Pavesi
  • Harrys (französischer Toastbrot-Hersteller)
  • Misko (griechischer Pasta-Hersteller)
  • Mulino Bianco (Cracker, Grissini, Kekse, Kuchen)
  • Pan di Stelle (Kekse, Schokoladengebäck)
  • Pasta Evangelists
  • Pavesini
  • Ringo
  • Togo
  • Voiello (italienischer Pasta-Hersteller)
  • Wasa (Knäckebrot)
  • Yemina (mexikanische Pasta-Hersteller)

Ende September 2013 kam es zu Boykottaufrufen gegen Barilla, weil deren Chef Guido Barilla in einem Radio-Interview mit dem italienischen Sender Radio24 sagte: „Wir werden keine Werbung mit Homosexuellen schalten, weil wir die traditionelle Familie unterstützen. Wenn Homosexuellen das nicht gefällt, können sie Pasta eines anderen Herstellers essen.“ Er betonte, sein Unternehmen unterstütze ausschließlich die „heilige Familie“.[10][11][12]

Im Oktober 2013 entschuldigte sich Barilla, nachdem er sich mehrmals mit Homosexuellenorganisationen und Aktivisten getroffen hatte. Der Firmensprecher Luca Virginio kündigte offenere und ganzheitlichere Werbekampagnen an.[13] Seit 2015 erhält das Unternehmen sogar regelmäßig Bestnoten im Equality Index.[14]

Commons: Barilla – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Family Company. Barilla Holding S.r.l., abgerufen am 28. März 2026 (italienisch).
  2. 1 2 Bilancio 2024. (PDF) Barilla Holding S.r.l., Mai 2025, abgerufen am 1. August 2025 (italienisch).
  3. gutfuerdichgutfuerdenplaneten.de - BARILLA GRUPPE (Memento vom 18. Februar 2016 im Internet Archive)
  4. Redaktion: The history of the Italian brand Buitoni ends. Here’s why - Italianfood.net. Italianfood.net, 13. Januar 2022, abgerufen am 31. März 2026.
  5. 1 2 3 4 5 The history inside a Company. Barilla G. e R. Fratelli S.p.A., abgerufen am 31. März 2026 (englisch).
  6. Barilla verkauft Bäckereikette Kamps an Finanzinvestor. reuters.com, 11. August 2010, abgerufen am 31. März 2026 (englisch).
  7. Italy's Barilla to sell German unit Lieken to Czech group. reuters.com, 25. Februar 2023, abgerufen am 31. März 2026 (englisch).
  8. Barilla buys British fresh pasta maker Pasta Evangelists. reuters.com, 14. Januar 2021, abgerufen am 31. März 2026 (englisch).
  9. Brands. Barilla G. e R. Fratelli S.p.A., abgerufen am 3. März 2024 (englisch).
  10. Barilla lehnt Homosexuelle ab. queer.de, 26. September 2013, abgerufen am 8. Oktober 2013.
  11. Guido Barilla: „Mai spot con una famiglia gay, sono per famiglia tradizionale“. Radio 24, 26. September 2013, archiviert vom Original am 29. September 2013; abgerufen am 27. September 2013 (italienisch).
  12. Barilla-Chef gegen Homosexuelle. "Dann sollen sie eben andere Nudeln essen". In: Spiegel online. 27. September 2013, abgerufen am 27. September 2013.
  13. Barilla-PR: „Italien ist wie eine Insel“. In: Spiegel online. 4. November 2013, abgerufen am 8. November 2013.
  14. 5 Jahre nach Homophobie-Skandal – Barilla wirbt mit Lesbenpaar. 15. November 2018, abgerufen am 18. August 2021 (deutsch).