Baotit kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem und entwickelt vorwiegend hellgelbe oder hellbraune bis schwarze Kristalle von bis zu zehn Zentimetern[5] Größe mit einem glasähnlichen Glanz auf den Oberflächen.
Peng Qirui彭琪瑞 (1917–1985) hat 1959 in der Fachzeitschrift Scientia Geologica Sinica (Dizhi kexue) zuerst über Baotit publiziert. Das Mineral wurde in der Bayan-Obo-Mine entdeckt, die auf dem Gebiet des Stadtbezirks Shiguai (Xiguit) der bezirksfreien Stadt Baotou in der Inneren Mongolei, Volksrepublik China liegt. Auch V. I. Semonov beschrieb das neue Mineral. Die Namensgebung „Baotit“ wurde als Transkription von Semonov's Namen eingeführt, der Originalname in der chinesischen Erstbeschreibung war (in der Transkription) „Pao-t'ou-k'uang“. Dies ergibt sich aus den verschiedenen Bezeichnungen in Russisch und Chinesisch für die Typlokalität, nach der das Mineral benannt ist. Die Analyse von Simonov brachte die chemische Zusammensetzung Ba4Ti7NbO16(SiO3)4Cl. Später beschrieben auch E. Wm. Heinrich, Wm. H. Boyer und F. A. Crowley Baotit, sie fanden eine zweite Fundstelle in Montana.[8]
Die seit 2001 gültige und von der International Mineralogical Association (IMA) bis 2009 aktualisierte[9]9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Baotit ebenfalls in die Abteilung der „Ringsilikate“ ein. Diese ist jetzt jedoch weiter unterteilt nach der chemischen Struktur, so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „[Si4O12]8−-Vierer-Einfachringe ohne inselartige, komplexe Anionen“ zu finden ist, wo er als einziges Mitglied die unbenannte Gruppe 9.CE.15 bildet.
Auch die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Baotit in die Klasse der „Silikate und Germanate“, dort allerdings in die bereits feiner unterteilte Abteilung der „Ringsilikate: Viererringe“ ein. Hier ist er als einziges Mitglied in der unbenannten Gruppe 60.01.02 innerhalb der Unterabteilung „Ringsilikate: Viererringe als Titanosilikate“ zu finden.
Das Mineral ist optisch einachsig mit den Brechungsindizes nω = 2,16 und nε = 1,94; die Doppelbrechung δ beträgt 0,220. Es ist stark pleochroitisch zwischen farblos und hell grünlich gelb.[5]
Michael Fleischer, E. C. T. Chao:New Mineral Names; Discredited minerals. In: American Mineralogist. Band45, Nr.5–6, 1960, S.753–756 (englisch, minsocam.org[PDF; 297kB; abgerufen am 4.Mai 2021] als Pao-t’ou-k’uang).
Michael Fleischer:New mineral names; New data; Discredited minerals. In: American Mineralogist. Band46, 1961, S.464–468 (englisch, minsocam.org[PDF; 284kB; abgerufen am 4.Mai 2021] Baotite (= Pao-t’ou-k’uang)).
E. Wm. Heinrich, Wm. H. Boyer, F. A. Crowler:Baotite (Pao-t’ou-k’uang) from Ravalli Country, Montana. In: American Mineralogist. Band47, Nr.7–8, 1963, S.464–468 (englisch, minsocam.org[PDF; 421kB; abgerufen am 4.Mai 2021]).
Malcom E. Back:Fleischers Glossary of Mineral Species. 11. Auflage. Mineralogical Record, Tucson, Arizona (AZ) 2014, S.20.
Baotite search results.In:rruff.info.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 4.Mai 2021(englisch).
12Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.599 (englisch).
1234Yu. V. Nekrasov, V. I. Ponomarev, V. I. Simonov, D. M. Kheiker:Refinement of the atomic structure of baotite and the isomorphic relationships in this mineral. In: Soviet Physics – Crystallography. Band14, 1969, S.508–514 (englisch, rruff.info[PDF; 562kB; abgerufen am 4.Mai 2021]).
123456
Baotite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 73kB; abgerufen am 4.Mai 2021]).
123Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
123Baotite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 4.Mai 2021(englisch).
↑E. Wm. Heinrich, Wm. H. Boyer, F. A. Crowler:Baotite (Pao-t’ou-k’uang) from Ravalli Country, Montana. In: American Mineralogist. Band47, Nr.7–8, 1963, S.464–468 (englisch, minsocam.org[PDF; 421kB; abgerufen am 4.Mai 2021]).