Die Banneröder Kinder besuchten zunächst die 1540 entstandene Pfarrschule in Nieder-Moos, bis dann zu Beginn des 18. Jahrhunderts eine eigene Schule eingerichtet wurde. Das noch heute erhaltene alte Schulhaus in Fachwerkbauweise wurde 1808 erbaut.
Im 16. Jahrhundert besaß das Kloster Neuenberg Zinseinkünfte in den Dörfern Steinfurt, Heistorff, Windischmess, Benrod (Bannerod), Weidenau und Schlirf, welche der Fuldaer Fürstabt Johann III. von Henneberg-Schleusingen in mehreren Briefen an alle Riedesel zu Eisenbach anforderte.[6] Das Kloster war während der Bauernkriege 1525 geplündert und zerstört worden, sodass man wohl glaubte, dass die Zinszahlungen nun nicht mehr erforderlich waren.
1680 wurde der Sitz des für Bannerod zuständigen riedeselischen Gerichts Schlechtenwegen nach Altenschlirf verlegt. Aber bereits am 15. Januar 1532 wurde Heinz Rinzel als Zeuge in einem Weistum des Gerichts Altenschlirf genannt.[7]
Nach Jahrhunderten riedeselischer Herrschaft kam Bannerod 1806 zum Großherzogtum Hessen. Bis zur Revolution von 1848 verblieben den Riedesel jedoch als Standesherren die Gerichts- und Polizeihoheit sowie die Aufsicht über Kirche und Schule. 1817 wurde das Banneröder Flurbuch aufgestellt. Nach dem Inkrafttreten der neuen hessischen Gemeindeordnung 1821 wurde die überkommene riedeselische Gerichtsorganisation abgeschafft und das Gericht Altenschlirf aufgelöst. An die Stelle des bisherigen Schultheißen trat ein gewählter Bürgermeister. Die Gemeinde Bannerod bildete mit der Nachbargemeinde Vaitshain sowie ab 1887 außerdem noch mit Nösberts und Weidmoos einen Bürgermeistereiverband mit einem gemeinsamen Bürgermeister. Dieser Verband bestand bis 1908, als alle genannten Gemeinden einen eigenen Bürgermeister erhielten.
Im 19. Jahrhundert war das Leben in Bannerod zeitweise von großer Armut geprägt, da die häusliche Leinweberei aufgrund der industriellen Konkurrenz zusammengebrochen und die Landwirtschaft vom Kleinbauerntum geprägt war. Vor allem aufgrund der Auswanderung nach Nordamerika ging die Bevölkerung nach 1850 von 195 auf 152 und damit um mehr als ein Fünftel zurück.
1911 erfolgte der Bau der Wasserleitung, 1923 der Anschluss an das Stromnetz des Überlandwerks Oberhessen. 1967 wurde ein neuer Trinkwasser-Hochbehälter erbaut und 1969 in der Gemarkung Bannerod eine Flurbereinigung durchgeführt.
Im Ersten Weltkrieg hatte Bannerod 11 Gefallene und 3 Vermisste zu beklagen. Im Zweiten Weltkrieg fielen 8 gebürtige Banneröder als Soldaten. Die nach dem Krieg nach Bannerod gekommenen Evakuierten und Heimatvertriebenen verloren zwei Angehörige als Gefallene.
Die einklassige Volksschule im Ort wurde im Jahr 1966 infolge der Schulreform in Hessen zugunsten der neuen Mittelpunktschule (Oberwaldschule) in Grebenhain geschlossen.
Nach dem Inkrafttreten der Gebietsreform erfolgten 1976 der Bau des Feuerwehrhauses und 1986 der Bau einer Kläranlage.
- Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierte die Gemeinde Bannerod mit zehn benachbarten Gemeinden zum 31. Dezember 1971 freiwillig zur neuen Großgemeinde Grebenhain[8].[9] Seit dem 1. August 1972 gehört der Ort außerdem zum damals neugebildeten Vogelsbergkreis. Für die eingegliederten Gemeinden von Grebenhain wurden je ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.[10]