Zum Inhalt springen

BMG Interactive Entertainment

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von BMG Interactive)
BMG Interactive Entertainment
Rechtsform Tochter von BMG
Gründung 1993
Auflösung 1998
Auflösungsgrund Verkauf an Take 2 Interactive
Sitz London
Leitung Strauss Zelnick
Branche Computerspiele

BMG Interactive Entertainment entstand 1993 als Tochterfirma der Bertelsmann Music Group mit Sitz in Gütersloh als Verlag für Computerspiele. Sowohl mit europäischen Teams als auch in den USA startete 1995 die Produktion von für alle damaligen Plattformen. In Asien wurde durch BMG Japan vermarktet. Zu den Studios gehörten DMA Design und Crystal Dynamics.[1] BMG Interactive hatte Büros über 27 Ländern eröffnet und war nicht profitabel.[2]

1997 wurde die Sparte an Take 2 Interactive verkauft, darunter Vertriebs- und Franchiserechte für Grand Theft Auto, Space Station Silicon Valley, You Don’t Know Jack, Gex und Pandemonium, Monkey Hero, Special Ops. Im Gegenzug erhielt BMG 16 % Aktienanteil von Take 2.[3] Für den Verkauf war Thomas Middelhoff verantwortlich, der in dem Marktsegment keine Zukunft sah.[4] Bertelsmann selbst zog sich selbst aus dem digitalen Unterhaltungsgeschäft zurück. Ehemalige BMG-Mitarbeiter nannten ihre neue Firma Rockstar Games in Anlehnung an ihren vorherigen Arbeitgeber und schufen mit Grand Theft Auto eine der kommerziell erfolgreichsten Spielereihen.[5] Für den Verkauf selbst sollen 9 Mio.[2] bis 14 Mio.[4] US-Dollar bezahlt worden sein. Präsident von BMG Interactive war Strauss Zelnick. Auch Gary Dale, Michael Dornemann und Christoph Hartmann verließen Bertelsmann und wechselten zu Take 2.[6]

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. ↑ Winnie Forster: Computer- und Video-Spielmacher. Gameplan, Utting 2008, ISBN 978-3-00-021584-1, S. 51–52.
  2. 1 2 Patrick Poti: GTA: Fürstlicher Fehlschlag kostet uns bis heute die Mega-Reihe. In: 4P.de. 26. September 2024, abgerufen am 6. August 2026.
  3. ↑ Chris Johnston: Take 2 Takes BMG. In: GameSpot. 28. April 2020, abgerufen am 6. August 2026 (englisch).
  4. 1 2 Tobias Veltin: GTA wurde ursprünglich von deutscher Firma veröffentlicht – und die hat einen absurd großen Fehler mit der Reihe gemacht. In: GamePro. 23. Juli 2024, abgerufen am 6. August 2026.
  5. ↑ Mirjam Hauck: Die Stars von Edinburgh. In: Süddeutsche Zeitung. 17. Mai 2010, abgerufen am 6. August 2026.
  6. ↑ Stephan Steininger: Das seltsame Verhalten klassischer Medienkonzerne in der Gameswirtschaft. In: GamesMarket. 22. März 2018, abgerufen am 6. August 2026 (englisch).