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Az-Zeeb

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Ruinen

Az-Zeeb (arabisch الزيب al-Zīb) war eine Ortschaft im Osmanischen Reich, zuletzt in dessen libanesischem Vilâyet Beirut und ab 1918 im Mandatsgebiet Palästina. Zur Mandatszeit lebten hier 2.000 Menschen. Der Ort liegt seit 1948 wüst, nachdem seine Bewohner 1948 flohen.

Die heutige Wüstung zwischen den Mündungen von Wadi al-Qarn und Wādī al-Saʿālīk (arabisch وَادِي السَّعَالِيك; hebräisch Nachal Schaʿal) geht auf das antike Achsiv zurück, das in der Kreuzzugszeit die Kreuzfahrerburg Casal Imbert besetzte. Aus deren Überresten entwickelte sich das Dorf az-Zīb.

Eine Anschlagsserie namens Nacht der Brücken (לֵיל הַגְּשָׁרִים Lejl haGscharīm, 16./17. Juni 1946) des Palmach gegen elf Verkehrswege in die Nachbarstaaten des Mandatsgebiets, galt auch zwei Brücken über den Wadi al-Qarn unweit seiner Mündung in az-Zeeb (heute Achsiv). Die al-Zīb-Brücke der Bahnstrecke Haifa–Beirut–Tripoli und die Straßenbrücke der Küstenstraße (heute Kvisch H4). Britische Wachen wehrten den Anschlag im Schusswechsel ab, wobei der Palmach einen Briten erschoss, während die Briten den mitgeführten Sprengstoff des Palmach trafen, dessen Explosion dann 13 Palmachniks in den Tod riss und die Brücke schwer beschädigte. Die Straßenbrücke blieb stehen.

Im Palästinakrieg wurde das Dorf az-Zeeb im Mai 1948 zum Ziel der Operation Ben-Ami. Diese Offensive der Carmeli-Brigade der Hagana zielte darauf ab, die Kontrolle über das westliche Galiläa bis zur libanesischen Grenze zu sichern und die dortigen jüdischen Siedlungen zu verstärken. Der offizielle Operationsbefehl für Ben-Ami nannte az-Zeeb explizit als eines der Hauptziele, die erobert und demoliert werden sollten. Obwohl das Dorf nach einem vorangegangenen Palmach-Angriff auf das benachbarte al-Kabri im Februar 1948 zunächst Interesse an einem Nichtangriffspakt mit der Hagana signalisiert hatte, flammten die Feindseligkeiten kurz darauf wieder auf. Die Einnahme von az-Zeeb erfolgte in der Nacht vom 13. auf den 14. Mai 1948. Der Ort, der als militantes Zentrum des antizionistischen Widerstands galt, wurde unter Mörserbeschuss genommen. Aus Angst vor Vergeltungsmaßnahmen der vorrückenden Truppen flohen die Bewohner noch während der Kampfhandlungen. Berichte von Dorfbewohnern am Rande der Operation enthielten Vorwürfe über Misshandlungen von Frauen durch die Angreifer. Nach der Eroberung wurde das Dorf gemäß den Befehlen weitgehend zerstört, mit Ausnahme der Moschee und des Hauses des Dorfoberen.[1] Ziel dieser Maßnahmen war für den Kommandeur Mosche Karmel die Bestrafung der Dorfbewohner und ihre Rückkehr dauerhaft zu verhindern. Ein kleiner Teil der verbliebenen Einwohner von az-Zeeb wurde in den folgenden Tagen in den Ort al-Mazra‘a überführt, der als Sammelpunkt für die verbliebene arabische Bevölkerung der Küstenregion diente.[2]

1970 zog Eli Avivi hierhin. 1971 entstand hier das Projekt Achsivland.

Commons: Achziv – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Agnes Fazekas: Achzivland: Der Staat bin ich. In: zeit.de. 21. Januar 2016, abgerufen am 27. Januar 2024.
  2. Benny Morris: The Birth of the Palestinian Refugee Problem Revisited (= Cambridge Middle East Studies. Nr. 18). 2. Auflage. Cambridge University Press, Cambridge / New York 2004, ISBN 0-511-81665-0, S. 252–254 (englisch).

Koordinaten: 33° 2′ 53″ N, 35° 6′ 6″ O