Auguste Dozon

Auguste Dozon (2. August 1822 in Châlons-en-Champagne – 31. Dezember 1890 in Versailles) war ein französischer Diplomat und Albanologe. Er schuf das erste französischsprachige Lehrbuch für Albanisch und machte sich durch die Sammlung und Übersetzung der Volksliteratur des Balkans im 19. Jahrhundert verdient.
Leben und Werk
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auguste Dozon absolvierte zunächst ein Studium der klassischen Literatur und Rechtswissenschaften in Paris. Nach seinem Abschluss trat er in den diplomatischen Dienst des französischen Außenministeriums ein. Seine Karriere führte ihn über Jahrzehnte hinweg als Konsul in strategisch und kulturell bedeutende Regionen des Osmanischen Reiches und des Balkans. Nach seiner diplomatischen Laufbahn kehrte er nach Frankreich zurück und lehrte ab 1888 als Professor für serbische Sprache an der École des langues orientales in Paris. Er verstarb Ende 1891 in Versailles.[1]
Pionier der Albanologie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Während seiner Amtszeit in Ioannina (1875–1881) widmete sich Dozon intensiv der Erforschung der albanischen Sprache, die zu dieser Zeit in Westeuropa noch kaum dokumentiert war. Seine Forschungen konzentrierten sich primär auf den südalbanischen Dialekt (Toskisch). Im Jahr 1879 veröffentlichte er in Paris sein albanologisches Hauptwerk: „Manuel de la langue chkipe ou albanaise“ („Handbuch der albanischen oder schkiptarischen Sprache“).
Einschätzung seiner Forschung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im späten 19. Jahrhundert war das im Entstehen begriffene Fachgebiet der Albanologie stark durch die Habsburgermonarchie geprägt. Aus geopolitischen und wissenschaftlichen Interessen galt Österreich-Ungarn als das unbestrittene Zentrum der frühen albanischen Philologie. Fast die gesamte grundlegende Literatur in dieser Zeit wurde in deutscher Sprache veröffentlicht. Die Universitäten Wien und Graz galten als die führenden Hochschulen auf diesem Gebiet.
Das Werk von Auguste Dozon unterscheidet sich von den Arbeiten der zeitgenössischen österreichischen Gelehrten (wie Johann Georg von Hahn, Gustav Meyer oder später Norbert Jokl) in methodischer und praktischer Hinsicht wesentlich. Das Werk von Dozon behandelte überwiegend Toskisch. Dennoch lag sein Schwerpunkt, anders als bei den strukturorientierten Österreichern stark auf der Bewahrung der Volkspoesie und der Erzählkunst.
Veröffentlichungen (Auswahl)
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- Poésies populaires serbes d'après les collections de Vuk Stefanović Karadžić. Paris 1859.
- Chants populaires bulgares récents (1860–1874) […]. Paris 1875.
- Manuel de la langue chkipe ou albanaise par Auguste Dozon. Imprimerie Nationale, Paris 1879.
- Contes albanais, recueillis et traduits. Leroux, Paris 1881.
- L'Épopée serbe: chants populaires héroïques. Paris 1888.
Quellen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Robert Elsie: Historical Dictionary of Albania (= Historical Dictionaries of Europe. Nr. 75). 2. Auflage. Scarecrow Press, Lanham 2010, ISBN 978-0-8108-7380-3, S. 117 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ 1875 | Auguste Dozon: Excursion to Albania. In: albanianhistory.net. Robert Elsie, abgerufen am 1. Oktober 2026 (englisch).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Dozon, Auguste |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer Diplomat und Albanologe |
| GEBURTSDATUM | 2. August 1822 |
| GEBURTSORT | Châlons-en-Champagne |
| STERBEDATUM | 31. Dezember 1890 |
| STERBEORT | Versailles |