August Scheller
August Scheller (auch F. Augustin Scheller; * um 1719; † 1790 in Augsburg) war ein deutscher Zeichner, Kupferstecher und Schabkunststecher („Schwarzkünstler“).[1]
Leben und Werk
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Scheller wirkte in der Mitte des 18. Jahrhunderts in seiner Heimatstadt Augsburg. Er war 1753 ein Gründungsmitglied der Herzschen „Gesellschaft der freyen Künste“.[1]
Sein künstlerisches Schaffen umfasst vor allem Porträts Augsburger Persönlichkeiten sowie historische und religiöse Darstellungen. Er arbeitete sowohl mit der Feder und in Tusche (oft laviert) als auch in den Techniken des Kupferstichs und des Mezzotinto.[2] Viele seiner Entwürfe wurden von namhaften zeitgenössischen Stechern wie Jeremias Gottlob Rugendas, Emanuel Eichel, Johann Friedrich Rein oder Georg Hübner ausgeführt.
Seine Signaturen erfolgten meist mit vollem Namen oder dem Monogramm „F. A. S.“[3]
Werke (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die chronologische Abfolge seiner datierten Blätter lässt eine Hauptschaffensperiode zwischen 1745 und 1770 erkennen.
Nach Schellers Zeichnungen gestochen (Fremdstiche)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Augsburger Evangelische Friedensgemälde: Gedenkblätter von 1748, 1752, 1763 und 1764 (letztere gestochen von J. G. Rugendas).
- Icones synopticae monarchorum etc.: Serie von Kaisern, Päpsten und Fürsten (gestochen von E. Eichel).
- Porträt Matthäus Herz: Schabblatt (gestochen von J. Fr. Rein).
- Porträt Friedrich der Große: In ornamentaler Umrahmung mit Schlachtendarstellung (gestochen von G. Hübner, 1757).
Eigenhändige Stiche und Schabblätter
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Besonders bekannt sind seine Porträts Augsburger evangelischer Geistlicher:
- 1745: Bildnis des „evangelischen National-Landpredigers Aaron bei den Malabaren in Ostindien“.
- 1747: Johann Konrad Mezger (nach J. Chr. Beischlag).
- 1748: Adolf Demanial (nach G. Spitzel) und Samuel Widemann (nach J. J. Haid).
- 1749: Gottlieb Preu (nach A. Löscher).
- 1751: Arzt Benedikt Gullmann (nach T. Laub) und Magdalena Grossin.
- 1761: Hieronymus Daniel Schleißner.
- 1768: Friedrich Balthasar Hopfer und Marx Friedrich Hopfer.
- Varia: Weinversandliste des Regensburger Kaufmanns Johann Christoph Glätzl.
Handzeichnungen und Vorzeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Vorzeichnungen zu Ecclesiastica Augustana (lavierte Federzeichnungen; Staats- und Stadtbibliothek Augsburg, Sammlung Stetten).
- Heiliger Valerius (Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg).
- Vision des Heiligen Petrus sowie Saul und David in der Wüste von Engedi (National Galleries of Scotland).
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Band 30: Scheffel–Siemerding. E. A. Seemann, Leipzig 1936, ISBN 978-3-86502-177-9, S. 17.
- Paul von Stetten: Erläuterungen der in Kupfer gestochenen Vorstellungen, aus der Geschichte der Reichsstadt Augsburg. Augsburg 1765, S. 254.
- Paul von Stetten: Die vornehmsten Merkwürdigkeiten der Reichs-Stadt Augsburg. Augsburg 1772, S. 101, 106, 114, 118, 122, 126, 127, 130, 132.
- Paul von Stetten: Kunst-, Gewerb- und Handwerks-Geschichte der Reichs-Stadt Augsburg. Band 1. Stage, Augsburg 1779, S. 431.
- Lexicon der schwäbischen Schriftsteller. Nördlingen 1771, ISBN 978-3-7428-9333-8, S. 71.
- Hans Heinrich Füßli: Allgemeines Künstlerlexikon. 2. Abschnitt, 6. Teil: Sa–Sp. Orell, Füßli und Compagnie, Zürich 1812, S. 1478.
- Andreas Friedrich Waitzmann: Geschichte der Stadt Augsburg von ihrem Anfang bis auf die neuesten Zeiten. Band 2. Jenisch & Stage, Augsburg 1840, S. 183.
- Georg Kaspar Nagler: Neues allgemeines Künstler-Lexicon. Band 15. Fleischmann, München 1845, S. 182.
- Georg Kaspar Nagler: Die Monogrammisten. Band 2. Georg Franz, München 1860.
- Rudolf von Stillfried-Rattonitz: Leben und Kunstleistungen des Malers und Kupferstechers Georg Philipp Rugendas und seiner Nachkommen. Berlin 1879, S. 56.
- Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben und Neuburg. Band 34, 1908, S. 11.
- Albert Haemmerle: Evangelisches Totenregister zur Kunst- und Handwerksgeschichte Augsburgs. 1928, S. 95.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Werke von August Scheller in den National Galleries of Scotland
- August Scheller im Digitalen Porträtindex
- Vorstellung des Passauischen Vertrages (Augsburger Friedensgemälde 1752) in der Digitalen Sammlung der Staatsgalerie Stuttgart
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ a b Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Band 30: Scheffel–Siemerding. E. A. Seemann, Leipzig 1936, S. 20.
- ↑ Georg Kaspar Nagler: Die Monogrammisten. Band 2. Georg Franz, München 1860, S. 698.
- ↑ Georg Kaspar Nagler: Neues allgemeines Künstler-Lexicon. Band 15. Fleischmann, München 1845, S. 178 (Online-Version).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Scheller, August |
| ALTERNATIVNAMEN | Scheller, F. Augustin |
| KURZBESCHREIBUNG | Zeichner und Schabkunststecher aus Augsburg |
| GEBURTSDATUM | um 1719 |
| GEBURTSORT | Augsburg |
| STERBEDATUM | 1790 |
| STERBEORT | Augsburg |