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Astrawez

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Astrawez / Ostrowez
Астравец / Островец
(belarus.) / (russisch)
Wappen
Wappen
Wappen
Flagge
Flagge
Flagge
Staat: Belarus Belarus
Woblasz: Hrodna
Koordinaten: 54° 37′ N, 25° 57′ OKoordinaten: 54° 37′ N, 25° 57′ O
 
Einwohner: 15.265 (2025)
Zeitzone: Moskauer Zeit (UTC+3)
Telefonvorwahl: (+375) 1591
Postleitzahl: BY - 231201
Kfz-Kennzeichen: 4
Astrawez (Belarus)
Astrawez (Belarus)
Astrawez

Astrawez (belarussisch Астравец, russisch Островец Ostrowez, polnisch Ostrowiec) ist eine Stadt im Nordwesten von Belarus mit über 15.000 Einwohnern (Stand 2025) in der Hrodsenskaja Woblasz und ist das administrative Zentrum des Rajons Astrawez.[1]

Die Stadt ist insbesondere für ihr gleichnamiges Kernkraftwerk AKW Astrawez bekannt.

Der Name ist slawischen Ursprungs und stammt von dem mehrdeutigen Begriff „ostrów“ ab, der unter anderem eine Flussinsel bezeichnet. Am rechten Ufer des durch den Ort fließenden Flusses Loscha existierte früher eine befestigte Insel[2].

Das Gebiet von Astrawez gehörte im Mittelalter zum Großfürstentum Litauen, das ab 1569 Teil von Polen-Litauen wurde. Die heutige Stadt gehörte zu dieser Zeit der Woiwodschaft Wilna an.

Durch den Woiwoden Marcin Gasztołdowicz von Kiew wurde im Jahr 1474 ein Dominikanerkloster und eine Kirche gegründet[3]. Durch den Erlass des polnischen Königs Sigismund II. August aus dem Jahr 1537 gelangte die Stadt in den Besitz von Stanisław Gasztołdowicz und später an die Adelsfamilien Korycki und Korsak[3].

Im Jahr 1795 fiel Astrawez im Zuge der Dritten Teilung Polens an Russland und wurde dem Gouvernement Grodno zugeteilt. Nach dem gescheiterten Januaraufstand von 1866 schlossen die zaristischen Behörden das Dominikanerkloster und wandelten die Dominikanerkirche in eine orthodoxe Kirche um[3].

Nach dem Polnisch-Sowjetischen Krieg gehörte Astrawez von 1921 bis 1939 zur Zweiten Polnischen Republik und hieß in dieser Zeit Ostrowiec. Innerhalb Polens gehörte die Stadt wieder zur Woiwodschaft Wilna.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Stadt im September 1939 von der Roten Armee besetzt und am 14. November 1939 in die Weißrussische SSR eingegliedert. Vom 27. Juni 1941 bis zum 3. Juli 1944 war Astrawez unter deutscher Besatzung und wurde als Teil des Generalbezirks Litauen des Reichskommissariats Ostland verwaltet.

Ehemalige Dominikanerkirche von Astrawez, um 1900

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges kam Astrawez wieder zur Weißrussischen SSR innerhalb der Sowjetunion. Seit dem Zerfall der UdSSR 1991 gehört Astrawez zur unabhängigen Republik Belarus.

Persönlichkeiten

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Einzelnachweise

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  1. Gaponenko, Irina Olegovna (2004). Назвы населеных пунктаў Рэспублікі Беларусь: Гродзенская вобласць. Minsk: Тэхналогія. S. 58.
  2. Жучкевич В. А. Краткий топонимический словарь Белоруссии. — Мн.: Изд-во БГУ, 1974. S. 277
  3. 1 2 3 Słownik geograficzny Królestwa Polskiego i innych krajów słowiańskich (Polnisch). Vol. VII. Warszawa. 1886. S. 719.