Aspach (Haut-Rhin)
| Aspach | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Grand Est | |
| Département (Nr.) | Haut-Rhin (68) | |
| Arrondissement | Altkirch | |
| Kanton | Altkirch | |
| Gemeindeverband | Sundgau | |
| Koordinaten | 47° 39′ N, 7° 14′ O | |
| Höhe | 293–386 m | |
| Fläche | 4,20 km² | |
| Einwohner | 1.138 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 271 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 68130 | |
| INSEE-Code | 68010 | |
Mairie Aspach | ||
Aspach (elsässisch Aaschpi) ist eine französische Gemeinde mit 1138 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est. Sie gehört zum Arrondissement Altkirch und zum Gemeindeverband Sundgau.
Name
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Ort wird 1307 erstmals urkundlich erwähnt. Der Name leitet sich vom althochdeutsch aspa für „Espe“ und dem Hydronym -ach ab. Eine alternative Erklärung geht von der Weiternutzung der römischen Mineralquellen aus und setzt die Grundform *Asacum an, einer Zusammensetzung von indogermanisch *as- für 'Quelle' und dem Suffix -acum. Später sei die daraus resultierende Endung -ach zu -bach uminterpretiert worden.[1]
Geografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gemeinde liegt im Sundgau, zwei Kilometer nördlich von Altkirch. Aspach liegt im Tal des Zipfelgrabenbaches, in den beim Dorf das Hasselbächle einmündet. Der Dorfbach erreicht, im untersten Lauf verdolt, bei Altkirch die Ill. Auf der Gemarkung befindet sich eine Kalziumsulfatquelle.
Aspach liegt im lössbedeckten Sundgauer Tertiärhügelland.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ein schwefelhaltige Quelle muss Münzfunden am Ort zufolge bereits den Römern bekannt gewesen sein. Im Mittelalter existierte ein Badhaus, das 1525 (1632?) niederbrannte. Später wurde das als heilkräftig geltende Wasser für den Hausgebrauch fassweise verkauft. Nach 1860 geriet die Quelle in Vergessenheit. Ein 1923 angelegtes Backsteinbassin in den Feldern Richtung Altkirch erinnert an diese Quelle. Die Flurnamen Lutrischmatten und Lutrischbrunnen westlich des Dorfes erinnern an ein zu unbekannter Zeit abgegangenes Dorf Lutringen oder Lottringen.
Ersterwähnung 991. 1105 als Aspa erwähnt. Die Klöster Eschau im Unterelsass und Sankt Morand in Altkirch besaßen Dinghöfe im Dorf. Bis 1324 gehörte der Ort zur Grafschaft Pfirt (Herrschaft Altkirch) und kam dann durch die Heirat der Johannna von Pfirt mit Herzog Albrecht II. von Österreich an Habsburg. Im Westfälischen Frieden 1648 ging der Ort mit dem ganzen elsässischen Besitz der Habsburger an die französische Krone.
Im 14. Jahrhundert litt Aspach unter den marodierenden Söldnern des Enguerrand VII. de Coucy, im 15. Jahrhundert (1444) wüteten die Armagnaken, Söldnertruppen, die von den Habsburgern im Kampf gegen die Eidgenossen ins Land geholt wurden, im Dorf. 1474 litt Aspach unter dem Überfall durch Stefan von Hagenbach. Dieser unternahm einen Rachefeldzug nach der Hinrichtung seines Bruders, Peter von Hagenbach, des verhassten burgundischen Landvogts zur Zeit, als habsburgischer Besitz im Elsass an Karl den Kühnen verpfändet war. Weitere Verwüstungen brachte der Dreißigjährige Krieg, der 1632 auch den Sundgau erreicht hatte.
Von 1871 bis 1918 gehörte der Ort zum Reichsland Elsass-Lothringen. Im Ersten Weltkrieg lag Aspach in der Frontlinie und erlitt dementsprechend schwere Schäden. Im Dezember 1915 wurde der Ort evakuiert. Am Ende des Zweiten Weltkriegs erlebte Aspach die Befreiung von der Naziherrschaft am 26. November 1944 durch die Truppen des Général de Lattre de Tassigny.
Bevölkerungsentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Jahr | 1962 | 1968 | 1975 | 1982 | 1990 | 1999 | 2007 | 2014 | 2020 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 548 | 568 | 629 | 758 | 887 | 981 | 1141 | 1143 | 1127 |
Bauwerke
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Pfarrkirche Sankt Laurentius
Von der mittelalterlichen Kirche ist der ehemalige Chorturm erhalten. Der Chorraum mit Kreuzrippengewölbe und datiertem Schlussstein (1502) ist heute Sakristei. Das Schiff von 1829. Im ehemaligen Chor ein spätgotischer Sakramentsschrein mit reichem Gesprenge. Innenausstattung aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Aspach ist seit 1814 eigenständige Pfarrei.
Littenkapelle Der Name der Littenkapelle entstand aus dem elsässischen Armi Litt (für arme Leute), womit die Aussätzigen bezeichnet wurden. Im Mittelalter kam über die zurückkehrenden Kreuzfahrer die Lepra, die sich hier weit verbreitete. Die Aussätzigen wurden von der Bevölkerung abgelehnt und isoliert. Nach mündlicher Überlieferung wurde eine Lepra-Kolonie am südwestlichen Rand des Waldes angelegt, etwa einen Kilometer vom Dorf Aspach entfernt. An der Stelle der ehemaligen Lepra-Kolonie befindet sich heute die Littenkapelle. Auslöser dafür war eine von einem Erkrankten geschnitzte Statue der Jungfrau Maria, die an einer großen alten Buche hing. Während der Französischen Revolution wurde die Statue in einem Fass in Aspach versteckt. Im Jahr 1862 erhielt sie einen Ehrenplatz in der neu errichteten Kapelle. Die Buche an der Kapelle wurde 1900 gefällt und soll 32 Kubikmeter Holz ergeben haben. Im Jahr 1915 wurden die Einwohner von Aspach wegen der Kriegshandlungen des Ersten Weltkrieges evakuiert. Eine Familie versteckte die Statue für 3 Jahre in Geispitzen. 1984 wurde die Kapelle von Freiwilligen aus dem Dorf renoviert. Inzwischen ist die Statue Unserer Lieben Frau von der Litten in der Pfarrkirche Aspach untergekommen. Seit vielen Jahren wird die Jungfrau von Litten am Rosenkranzfest in einer Prozession von der Kirche zur Kapelle getragen.[2]
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Kirche St. Laurentius
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Littenkapelle
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Flohic Editions, Band 1, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 40–41. (nicht ausgewertet)
Belege
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Michael Paul Urban: La grande excyclopédie des lieux d’Alsace. 2010, S. 114.
- ↑ Informationen auf einer öffentlich aufgestellten Tafel an der Kapelle
