Artzenheim
| Artzenheim | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Grand Est | |
| Département (Nr.) | Haut-Rhin (68) | |
| Arrondissement | Colmar-Ribeauvillé | |
| Kanton | Ensisheim | |
| Gemeindeverband | Alsace Rhin Brisach | |
| Koordinaten | 48° 7′ N, 7° 33′ O | |
| Höhe | 177–186 m | |
| Fläche | 9,69 km² | |
| Einwohner | 857 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 88 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 68320 | |
| INSEE-Code | 68009 | |
Mairie Artzenheim | ||
Artzenheim (deutsch Arzenheim, elsässisch Aarze, IPA: ) ist eine französische Gemeinde mit 857 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Sie gehört zum Arrondissement Colmar-Ribeauvillé und zum Gemeindeverband Communauté de communes Alsace Rhin Brisach. Die Bewohner werden Artzenheimois und Artzenheimoises genannt.
Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Artzenheim liegt im Nordosten des Départements Haut-Rhin am Ufer des Rheins, 17 Kilometer von Colmar entfernt. Am Westrand des Ortes verläuft der Rhein-Rhône-Kanal.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auf der Gemarkung wurden Gräber aus der Merowingerzeit und zwischen Artzenheim und Grussenheim Fundstücke aus der Römerzeit entdeckt. In der Flur „Ziegelofen“ fand man 1937 eine alamannische Grabstätte. 1351 wird in den Urkunden ein Siechenhaus (eine Leproserie) erwähnt.
Der Ort wurde im Jahr 670 zum ersten Mal im Zusammenhang mit einer Schenkung des Herzogs Eticho an das Kloster von Ebersmünster erwähnt. Dieses Kloster hatte auch die Gerichtsbarkeit inne. Im Mittelalter war der Ort im Besitz des Bischofs von Straßburg.
Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Arzenheim als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich und war dem Kreis Colmar im Bezirk Oberelsaß zugeordnet. Die Einwohner Artzenheims wurden zu Beginn des Zweiten Weltkrieges evakuiert, die Rückkehr erfolgte im Herbst 1940 nach der französischen Kapitulation. Im Frühjahr 1945 kam es zur Befreiung von der deutschen Besatzung.
Bevölkerungsentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Jahr | 1962 | 1968 | 1975 | 1982 | 1990 | 1999 | 2006 | 2014 | 2020 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 423 | 448 | 485 | 557 | 607 | 618 | 755 | 822 | 864 |
| Quellen:Cassini und INSEE | |||||||||
Wappen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wappenbeschreibung: In Rot eine silberne Muschel.
Bauwerke
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die katholische Kirche Saint-Jacques: Ein Vorgängerbau wurde 1851 abgebrochen. Die neue Kirche wurde 1852 geweiht (Baudatum über dem Portal). Ein schlichter Bau mit Rundbogenfenstern und einem einfachen klassizistischen Portal.
Mairie/École: ein harmonischer Buntsandsteinbau aus dem Zweiten Kaiserreich mit Satteldach und Halbwalmen an den Giebelseiten. Die Gebäudemitte leicht vorspringend, von einem Dreiecksgiebel bekrönt und mit einem Balkon. Der Eingangsbereich ursprünglich in einer loggienartigen Vorhalle. Die Fensterbrüstungen des Erdgeschosses in der Art einer Blendbalustrade verziert.
Fachwerkbauten: Das das in Stockwerkbauweise errichtete Fachwerkhaus Nr. 2 an der Rue du Forgeron besitzt nicht nur eine traufseitige Laube, sondern eine der seltenen giebelseitigen Lauben. Das straßenseitige Erdgeschoss wurde nachträglich durch ein Rheinwacken-Mauerwerk ersetzt. Schleppgauben neueren Datums. Das ebenfalls in Stockwerkbauweise errichtet Haus Nr. 6 an der Rue du Forgeron besitzt einen interessanten, der Traufseite angefügten Laubenanbau. Auch hier wurde das giebelseitige Erdgeschoss nachträglich durch Mauerwerk ersetzt.

Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Flohic Editions, Band 1, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 93–95.
