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Aron Winter

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Aron Winter
Aron Winter 2010
Personalia
Voller Name Aron Mohamed Winter
Geburtstag 1. März 1967
Geburtsort Paramaribo, Suriname
Größe 176 cm
Position Mittelfeld
Junioren
Jahre Station
0000–1985 SV Lelystad
1985–1986 Ajax Amsterdam
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1986–1992 Ajax Amsterdam 187 (46)
1992–1996 Lazio Rom 123 (21)
1996–1999 Inter Mailand 76 0(1)
1999–2003 Ajax Amsterdam 51 0(4)
2001–2002 → Sparta Rotterdam (Leihe) 32 0(1)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
1987–2000 Niederlande 84 0(6)
Stationen als Trainer
Jahre Station
2006–2007 Jong Ajax
2007–2010 Ajax Amsterdam U19
2011–2012 Toronto FC
2014–2016 Niederlande U19
2016–2017 Ajax Amsterdam U19
2017–2019 Ajax Amsterdam (Co-Trainer)
2019–2021 Griechenland (Co-Trainer)
2022–2023 Suriname
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.

Aron Mohamed Winter (* 1. März 1967 in Paramaribo, Suriname) ist ein ehemaliger niederländischer Fußballspieler und heutiger Trainer.

Aron Winter wurde in Paramaribo, der Hauptstadt des heutigen Suriname, geboren. Seine Familie gehörte zur Bevölkerungsgruppe der Hindustanen, deren Vorfahren aus Indien stammten. Im Alter von fünf Jahren emigrierte Winter mit seiner Familie in die Niederlande und wuchs in Lelystad auf. Dort begann er mit dem organisierten Jugendfußball, bevor er 1985 in die Nachwuchsakademie des Rekordmeisters Ajax Amsterdam aufgenommen wurde.

Vereinskarriere

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Unter Trainer Johan Cruyff debütierte Winter am 6. April 1986 im Profifußball, als er beim 3:0-Sieg über den FC Utrecht eingewechselt wurde und ein Tor erzielte. In der anschließenden Saison 1986/87 avancierte Winter zum Stammspieler im defensiven Mittelfeld oder als rechter Außenverteidiger und gewann sowohl den KNVB-Pokal als auch den Europapokal der Pokalsieger. Nach dem Abgang von Frank Rijkaard und Marco van Basten entwickelte sich Winter zu einem Schlüsselspieler und erreichte in der Meistersaison 1989/90 mit zehn Ligatoren seinen persönlichen Bestwert und war erfolgreichster Torschütze seiner Mannschaft. Einen weiteren internationalen Erfolg feierte er 1992 mit dem Gewinn des UEFA-Pokals. Ajax hatte sich im Finale gegen Torino Calcio durchgesetzt.

1992 wechselte Winter für umgerechnet 1,3 Millionen Euro zu Lazio Rom in die italienische Serie A, die zu dieser Zeit als beste Liga der Welt galt. Er war der erste dunkelhäutige Spieler des Vereins und Teile der rassistisch und faschistisch eingestellten Ultra-Gruppierungen lehnten seine Verpflichtung ab.[1][2] Trotz der Anfeindungen setzte sich Winter durch und wurde zu einem wichtigen Spieler im Mittelfeld, der den kreativen Akteuren wie Giuseppe Signori oder Paul Gascoigne defensive Aufgaben abnahm. Während seiner Zeit mit Lazio Rom belegte Winter zweimal den dritten Platz der Serie A, 1994/95 wurden sie hinter Juventus Turin Vizemeister.

Nach vier Jahren in Rom wechselte Winter 1996 ablösefrei innerhalb der Serie A zu Inter Mailand. Am Ende seiner ersten Saison erreichten die Nerazzurri das Finale des UEFA-Pokals 1997 gegen die legendären „Eurofighter“ des FC Schalke 04. Im Rückspiel fiel die Entscheidung im Elfmeterschießen, wobei Winter den entscheidenden Elfmeter verschoss und Schalke sensationell den Titel gewann.[3] 1998 zeigte sich Inter Mailand um den neuverpflichteten Weltfußballer Ronaldo erfolgreicher und holte nach einem 3:0-Sieg über Lazio Rom seinerseits den UEFA-Pokal – gegen seinen Ex-Klub wurde Winter nach 68 Spielminuten ausgewechselt. Die Saison 1998/99 verlief sowohl für den Klub als auch für Winter persönlich enttäuschend. Obwohl der Kader hochkarätig besetzt war, belegte die Mannschaft lediglich einen enttäuschenden 8. Platz und verschliss insgesamt vier Trainer. Winter verlor seinen Stammplatz und kehrte 1999 zu Ajax Amsterdam zurück.

Nach den Vorstellungen der Vereinsführung sollte der mittlerweile 32 Jahre alte Winter eine Führungsrolle innerhalb der jungen Ajax-Mannschaft übernehmen. Nach einem Streit mit Trainer Co Adriaanse wurde er für die Spielzeit 2001/02 an Sparta Rotterdam ausgeliehen, wo sein ehemaliger Mitspieler Frank Rijkaard den Trainerposten übernommen hatte. Allerdings musste Winter mit Sparta am Saisonende absteigen und kehrte nochmal für die Saison 2002/03 zu Ajax Amsterdam zurück. Sein letztes Profispiel bestritt Aron Winter am 2. Oktober 2002 gegen Rosenborg Trondheim in der Champions League, bevor er seine Karriere am 1. Januar 2003 offiziell beendete.

Nationalmannschaft

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Winter debütierte am 25. März 1987 für die Nationalmannschaft beim 1:1 gegen Griechenland. Im Folgejahr gehörte er als jüngster Spieler zum EM-Kader, kam jedoch während des Turniers nicht zum Einsatz. Die Niederlande wurden Europameister und gewann ihren bislang einzigen internationalen Titel.

Winter nahm an weiteren drei Europameisterschaften (1992, 1996, 2000) als auch an drei WM-Turnieren (1990, 1994, 1998) teil. Dabei galt er als einer der verlässlichsten und taktisch flexibelsten Mittelfeldspieler. Da er sich schnell in laufende Partien einfinden konnte, erwarb er sich den Ruf eines „idealen Jokers.“ Sein letztes Länderspiel absolvierte Winter am 29. Juni 2000 im Halbfinale der EM 2000 gegen Italien, das mit einer Niederlage im Elfmeterschießen endete. Nach dem Turnier trat er aus der Nationalmannschaft zurück und war mit 84 Länderspielen kurzzeitig Rekordnationalspieler, bevor diese Marke wenige Monate später durch Frank de Boer übertroffen wurde.

Nach seiner aktiven Spielerkarriere begann Winter eine Trainerlaufbahn. Zunächst betreute er bis 2010 die Reservemannschaft Jong Ajax und die U-19-Junioren von Ajax Amsterdam. Im Januar 2011 wechselte er zum Toronto FC in die nordamerikanische Major League Soccer (MLS) und sollte dem Klub das klassische Ajax-System implementieren. In der Regular Season verpasste die Mannschaft unter seiner Leitung die Qualifikation für die Play-offs deutlich.[4] Auch 2012 blieb der sportliche Erfolg in der Liga aus: Toronto FC belegte den letzten Platz in der Eastern Conference und verfehlte erneut die Play-offs, woraufhin Winter am 7. Juni 2012 als Trainer zurücktrat.[5] Auf nationaler Ebene war er mit Toronto FC hingegen erfolgreich und gewann mit dem Verein 2011 und 2012 jeweils die Canadian Championship.

Von 2014 bis 2016 trainierte Winter die niederländische U-19 Nationalmannschaft und legte sein Amt nach der Junioreneuropameisterschaft 2016 nieder. Die Spieler Matthijs de Ligt und Frenkie de Jong zählten zu seinen bekanntesten Schützlingen.

Winter kehrte ein weiteres Mal zu Ajax Amsterdam zurück. Nachdem er 2016/17 wiederum die U-19 Junioren trainiert hatte, gehörte er von 2017 bis 2019 als Assistent zum Trainerteam von Erik ten Hag.

Anschließend arbeitete Winter als Assistent von John van 't Schip für die griechische Nationalmannschaft (2019 bis 2021). Nachdem er im September 2022 bereits als Interimstrainer der surinamischen Fußballnationalmannschaft gewirkt hatte, ist er seit dem 22. März 2023 offizieller Trainer der Nationalmannschaft.[6]

Nationalmannschaft

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  1. ↑ Gegen den Pöbel. Süddeutsche Zeitung, 17. Mai 2010, abgerufen am 14. August 2020.
  2. ↑ "Diesen Neger wollen wir nicht". Rassismus im Land des Europameisters, werkstatt-verlag.de
  3. ↑ Spieldaten auf uefa.com
  4. ↑ New management team announced (Memento vom 25. März 2012 im Internet Archive), Webseite des Toronto FC vom 6. Januar 2011
  5. ↑ Aaron Winter steps down as Toronto FC head coach (Memento vom 8. Juni 2012 im Internet Archive)
  6. ↑ Officieel: Aron Winter (56) bondscoach van Suriname. Natioblogs, niederländisch, 22. März 2023, archiviert vom Original am 19. April 2023; abgerufen am 23. März 2023.