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Arlanc

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Arlanc
Arlanc (Frankreich)
Arlanc (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Auvergne-Rhône-Alpes
Département (Nr.) Puy-de-Dôme (63)
Arrondissement Ambert
Kanton Ambert
Gemeindeverband Ambert Livradois Forez
Koordinaten 45° 25′ N, 3° 44′ OKoordinaten: 45° 25′ N, 3° 44′ O
Höhe 547–943 m
Fläche 32,19 km²
Einwohner 1.785 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 55 Einw./km²
Postleitzahl 63220
INSEE-Code
Website http://www.arlanc.com/

Arlanc ist eine französische Gemeinde mit 1.785 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Puy-de-Dôme in der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Sie gehört zum Arrondissement Ambert und zum Kanton Ambert.

Die Gemeinde Arlanc liegt etwa 64 Kilometer südöstlich von Clermont-Ferrand und etwa 51 Kilometer westlich von Saint-Étienne im Regionalen Naturpark Livradois-Forez. Durch die Gemeinde fließen die Flüsse Dolore und Dore. Umgeben wird Arlanc von den Nachbargemeinden Marsac-en-Livradois im Norden, Chaumont-le-Bourg im Nordosten, Beurières im Nordosten und Osten, Medeyrolles im Osten, Dore-l’Église im Südosten und Süden, Mayres im Süden und Südwesten, Novacelles im Westen sowie Saint-Bonnet-le-Chastel im Nordwesten.

Durch die Gemeinde führen die früheren Routes nationales 106 (heutige D906) und 499 (heutige D300 bzw. D999A).

Als sich Frankreich im Zweiten Weltkrieg unter deutscher Besatzung befand, griffen Résistance-Kämpfer am 9. Juni 1943 die örtliche Gendarmerie an, um sechs Männer zu befreien, die wegen Verweigerung des deutschen Zwangsarbeitsdiensts Service du travail obligatoire (STO) verhaftet worden waren. Bei der Befreiungsaktion starben mehrere französische Polizisten.[1]

Bevölkerungsentwicklung

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Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2014 2023
Einwohner 2396 2348 2393 2280 2085 2019 1870 1917 1785
Quellen: Cassini und INSEE

Sehenswürdigkeiten

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  • Kirche Notre-Dame, 1890/1925 erbaut
  • Kirche Saint-Pierre aus dem 12. Jahrhundert, seit 1926/1949 Monument historique
  • Kapellen Saint-Jean-François-Régis, Cours, Saint-Roch, Saint-Jacques und Saint-Pierre, jeweils Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut
  • Botanischer Garten (Jardin pour la Terre)
  • Schloss Mons, ursprünglich als Burganlage 1049 errichtet, im 17. Jahrhundert wiederaufgebaut, Monument historique
    In dem Schloss befand sich ab 1939 ein Internierungslager für republikanische Flüchtlinge aus Spanien. Die internierten Männer arbeiteten auf den umliegenden Bauernhöfen.
    Unter dem Vichy-Regime existierte hier dann ein Internierungslager für Menschen, die vom damaligen Regime als gefährlich eingestuft worden waren. Hierzu zählten in erster Linie Kommunisten. Außerdem sollen hier drei Menschen jüdischen Glaubens interniert worden sein.[2]
    Seit 1999 gibt es eine etwas versteckte Gedenktafel mit nur minimalen Angaben über das Internierungslager.[3] Aus Anlass einer 2015 eröffneten Ausstellung über die Geschichte des Schlosses zwischen den Jahren 1939 und 1945 wurde betont, dass es sich entgegen der Inschrift auf dem Gedenkstein nicht um ein Konzentrationslager gehandelt habe, das hier untergebracht gewesen sei.[2]
  • botanischer Garten
  • Wegekreuz aus dem 16. Jahrhundert

Persönlichkeiten

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  1. Laurent Joly (Hrsg.): Vichy – Histoire d’une dictature 1940–1944. Éditions Tallandier, Paris 2025, ISBN 979-1-02105926-9, S. 384 f.
  2. a b Le passé du château durant l’Occupation, La Montagne, 16. Mai 2015
  3. Internement Châteu de Mons Arlanc – Historique
Commons: Arlanc – Sammlung von Bildern