Zum Inhalt springen

Apollo Computer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Apollo Computer
Logo
Rechtsform Corporation
Gründung 13. Februar 1980
Auflösung 22. Mai 1989
Auflösungsgrund Übernahme durch Hewlett-Packard
Sitz Chelmsford, Vereinigte Staaten
Branche Computer, Hardware

Apollo Computer Inc. wurde 1980 in Chelmsford (Massachusetts) von John William Poduska (einer der Gründer von Prime Computer) gegründet. Apollo war einer der ersten Hersteller von grafischen Workstations. Die in den 1980er Jahren entwickelte und produzierte grafische Apollo/Domain-Workstationserie erlangte eine enorme Marktbedeutung, vergleichbar mit den Produkten der damals sehr bedeutenden Symbolics oder Sun Microsystems. Auch heute sind die Nachfolger der legendären Apollo-Maschinen noch am Markt. Ende der 1980er Jahre übernahm Hewlett-Packard Apollo und führte deren Entwicklungen und Techniken mit eigener Technik zusammen. Hieraus entstanden die bekannten HP-UX-basierten Workstations und Server der HP Apollo 9000 Serie 400, später die Serien 700 und 800.

Schon ein Jahr nach der Firmengründung 1981 präsentierte Apollo seine auf dem Motorola 68000 basierende Workstation DN100. Das Apollo-eigene Betriebssystem nannte sich zunächst Aegis und später Apollo Domain/OS. Aegis war ein eigenständiges Betriebssystem. Erst Ende der 1980er Jahre wurde es POSIX-konform erweitert. Große Teile des Betriebssystems waren nicht wie sonst üblich in C geschrieben, sondern in einer hauseigenen Version von Pascal. 1983 erfolgte die Gründung einer deutschen Tochtergesellschaft, der Apollo Domain Computer GmbH in Frankfurt.[1][2]

Neben den Motorola-680xx-basierten Systemen entwickelte Apollo auch eigene Hardware wie die DSP160 (ab 1984), eine auf eigener 32-Bit-Bit-Slice-CPU basierende Workstation. Später entstand auch die DSP10000 (ab 1988), ein System, das auf einer der ersten verfügbaren RISC-Implementierungen basierte, der PRISM-CPU, welche auch teilweise Pate für die PA-RISC-CPUs von Hewlett-Packard gestanden haben soll. Dennoch dominierten bis zur Übernahme von Apollo Computer durch Hewlett-Packard nach wie vor die Motorola-basierten Systeme. 1985 verließ Gründer Poduska das Unternehmen und gründete die Firma Stellar Computer.[3]

Zwischen 1980 und 1987 galt Apollo als der größte und bedeutendste Hersteller von vernetzten Workstations, 1985 hatte es einen weltweiten Marktanteil von 41,4 Prozent. Die Konkurrenzsituation im Silicon Valley nahm zu[4] und Sun Microsystems Inc. konnte 1985 auch einen weltweiten Marktanteil von 20,6 Prozent für sich beanspruchen. Ab 1987 hatten die heute bekannteren Firmen Digital Equipment Corporation und Sun Microsystems höhere Marktanteile und Apollo lag nur noch auf dem dritten Platz, allerdings noch vor Hewlett-Packard und IBM. 1988 beschäftigte Apollo weltweit etwa 4450 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von rund 654 Millionen Dollar.[2] Das Unternehmen geriet im weiteren Verlauf durch die zurückgehenden Verkaufszahlen aber auch durch falsches Management (Devisenspekulationen eines Managers) zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten[5] und wurde im Mai 1989 von Hewlett-Packard für 475 Mio. US-Dollar übernommen.[6] Zunächst wurden die Motorola-basierten Apollo-Workstations weitestgehend unverändert und parallel zu der HP-eigenen Serie 300 als Serie HP Apollo 400 vermarktet. In der Folge wurde die getrennte Vermarktung von Apollo-Produkten aber eingestellt und in die Produktlinien von Hewlett-Packard, wie die HP 9000 Serie 700 und 800, integriert. 1997 wurde die Apollo-Abteilung endgültig geschlossen.[1]

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. 1 2 Heinz Nixdorf MuseumsForum: Apollo – eine Workstation aus Massachusetts. In: hnf.de. 14. Februar 2025.
  2. 1 2 HP- und Apollo-Leistungsmerkmale in HP OSF1: Hewlett-Packard und Apollo: Merger im Workstation-Markt. In: Computerwoche. 21. Februar 1992.
  3. John W. Poduska, Sr. 29. März 2018 (englisch).
  4. Eric N. Berg: THE SUDDEN DECLINE AT APOLLO. In: The New York Times. 25. Oktober 1985, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 19. Mai 2026]).
  5. John Markoff: Apollo's Troubles Stun Wall St. The New York Times, 8. Juli 1988, abgerufen am 22. Dezember 2010.
  6. Carla Lazzareschi: Hewlett-Packard to Buy Struggling Apollo Computer. 13. April 1989 (amerikanisches Englisch).