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Anutin Charnvirakul

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Anutin Charnvirakul (2025)
Signatur
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Anutin Charnvirakul (thailändisch อนุทิน ชาญวีรกูล, RTGS Anuthin Chanwirakun; * 13. September 1966) ist ein thailändischer Unternehmer und Politiker. Seit 2012 ist er Vorsitzender der Bhumjaithai-Partei.[1] Ab Juli 2019 war er stellvertretender Ministerpräsident, von 2019 bis 2023 war er außerdem Gesundheitsminister, ab September 2023 war er Innenminister Thailands. Mit dem Austritt seiner Partei aus der Regierungskoalition trat auch er im Juni 2025 von seinen Ämtern als stellvertretender Ministerpräsident und Innenminister zurück.[2] Am 5. September 2025 wählte ihn das Parlament zum Ministerpräsidenten.[3] Nach erfolgter Bestätigung durch Thailands König trat er das Amt am 7. September 2025 an.[4] Nach dem Wahlsieg seiner Bhumjaithai-Partei bei der Parlamentswahl im Februar 2026 bestätigte ihn das Parlament am 19. März 2026 mit 293 von 498 Stimmen im Amt des Ministerpräsidenten.[5]

Leben und Karriere

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Anutin ist der Sohn des Bauunternehmers und Politikers Chaovarat Chanweerakul, der im Dezember 2008 für zwei Wochen Interims-Ministerpräsident von Thailand war. Er besuchte die Assumption-Schule Bangkok und absolvierte ein ingenieurwissenschaftliches Studium an der Hofstra University im US-Bundesstaat New York,[6] das er 1989 abschloss. Außerdem hat er einen Master-of-Business-Administration-Abschluss von der Thammasat-Universität.[7]

Anschließend arbeitete er als Ingenieur im Unternehmen seines Vaters, der Sino-Thai Engineering and Construction (STECon). Später übernahm Anutin selbst den Vorstandsvorsitz der Gesellschaft. Ihm gehören knapp 5 % der Aktien an STECon sowie über 10 % der Anteile am Stahlproduzenten STP&I. Der Gesamtwert seiner Unternehmensbeteiligungen wurde im April 2019 auf über 77 Mio. US-Dollar geschätzt.[7]

Anutin begann sein politisches Engagement in der Chart-Pattana-Partei, der auch sein Vater angehörte. 1996–97 fungierte Anutin als Berater des damaligen Außenministers Prachuab Chaiyasan.[6] Wie sein Vater wechselte er zur Thai-Rak-Thai-Partei (TRT) des ab 2001 regierenden Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra. In dessen Regierung wurde Anutin im Juli 2004 stellvertretender Gesundheitsminister, wechselte jedoch drei Monate später als stellvertretender Minister ins Handelsministerium. Von März 2005 bis zum Militärputsch am 19. September 2006 war er erneut stellvertretender Gesundheitsminister.[6] Infolge der Auflösung der TRT nach dem Putsch wurde Anutin wie viele andere führende TRT-Mitglieder für fünf Jahre von allen politischen Ämtern ausgeschlossen.[6]

Nach dem Ende der Sperre übernahm er im Oktober 2012 von seinem Vater den Vorsitz der Bhumjaithai-Partei (BJT). Diese war 2008 von einer Gruppe ehemaliger TRT-Mitglieder um Newin Chidchob gegründet worden.[6] Zur Parlamentswahl im März 2019 trat Anutin als Spitzenkandidat der BJT an, die mit 10,5 % der Stimmen auf den fünften Platz kam. Im Wahlkampf setzte er sich ausdrücklich für die Legalisierung von Cannabis-Anbau und -Konsum – nicht nur zu medizinischen Zwecken, sondern auch als Genussmittel – ein.[1] Im Juli 2019 wurde er zum Gesundheitsminister und stellvertretenden Ministerpräsidenten unter dem ehemaligen Juntaführer Prayut Chan-o-cha ernannt. Bei der Parlamentswahl 2023 gewann die BJT 20 Sitze hinzu. Anschließend beteiligte sie sich wieder an einer Regierungskoalition, diesmal unter Führung der Pheu-Thai-Partei und Srettha Thavisins. In dessen Kabinett blieb Anutin stellvertretender Ministerpräsident, außerdem übernahm er das Innenressort. Da seine Partei im Juni 2025 die Regierungskoalition verließ, trat auch er von seinen Ämtern in der Regierung zurück.

Am 5. September 2025 wählte ihn das Parlament zum Ministerpräsidenten. Er wird eine Minderheitsregierung führen, konnte sich für seine Wahl allerdings eine breite Mehrheit sichern, weil er der größten Oppositionspartei Volkspartei unter anderem[8] zugesichert hatte, das Parlament innerhalb von vier Monaten aufzulösen und Neuwahlen abzuhalten.[9] Nachdem die Bhumjaithai-Partei die Parlamentswahl im Februar 2026 mit einer nationalistischen, militär- und monarchiefreundlichen Plattform deutlich gewonnen hatte, wurde Anutin am 19. März 2026 vom Parlament mit 293 von 498 Stimmen erneut zum Ministerpräsidenten gewählt.[5] Damit übertraf er die für die einfache Mehrheit erforderlichen 249 Stimmen klar.[5] Zur neuen Regierungsmehrheit gehörten neben der politisch geschwächten Pheu-Thai-Partei mehrere kleinere Parteien; zusammen vereinten sie 292 der 499 Parlamentssitze auf sich.[5] Anutin kündigte an, das Kabinett rasch zu bilden und dem Parlament ein Regierungsprogramm zur Lösung der dringendsten Probleme des Landes vorzulegen.[5] Politische Beobachter sahen in seiner Wahl eine Chance auf mittelfristige Stabilität, weil die Bhumjaithai-Partei über erheblichen institutionellen Rückhalt verfügte und die Opposition als stark zersplittert galt.[5] Als vordringliche Aufgaben seiner Regierung galten der Grenzkonflikt mit Kambodscha, die schwächelnde thailändische Wirtschaft sowie die außenpolitischen und wirtschaftlichen Folgen der Ausweitung des Konflikts zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und Iran im Nahen Osten.[5] Im Zusammenhang mit dem seit Dezember 2025 erneut aufgeflammten Grenzstreit mit Kambodscha versprach die Bhumjaithai-Partei den Bau einer neuen Grenzbefestigung, die Schließung von Grenzübergängen und die Rekrutierung 100.000 freiwilliger Kräfte zur Verstärkung der Grenzsicherheit.[5]

Commons: Anutin Charnvirakul – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Mathias Peer: Unternehmenserbe und Politiker Anutin Charnvirakul: Cannabis-Legalisierung für Thailands Wohlstand. In: Handelsblatt (online), 29. März 2019.
  2. https://www.nationthailand.com/news/politics/40051455
  3. https://www.tagesschau.de/ausland/thailand-wahl-regierungschef-anutin-charnviraku-100.html
  4. https://www.aljazeera.com/news/2025/9/7/anutin-charnvirakul-takes-office-as-thailand-pm-after-royal-endorsement
  5. 1 2 3 4 5 6 7 8 Jon Shelton mit AFP, AP, Reuters: Thailand elects Anutin Charnvirakul as new prime minister. In: Deutsche Welle. 19. März 2026, abgerufen am 19. März 2026 (englisch).
  6. 1 2 3 4 5 Nauvarat Suksamran: Anutin's career takes flight. In: Bangkok Post (online), 13. Oktober 2012.
  7. 1 2 Business Leaders: Anutin Charnvirakul, MBA, MarketScreener.com, abgerufen am 23. April 2019.
  8. Making sense of People’s Party’s conditions for Anutin
  9. Thailand hat einen neuen Regierungschef